Greven
Der Bürgermeister als Kräuter-Dieb?

Am Niederort wachsen Küchenkräuter. Aber wehe, wenn einer danach greift.

Samstag, 16.05.2020, 08:14 Uhr aktualisiert: 17.05.2020, 11:37 Uhr
Pflanzkübel am Niederort in Greven
Pflanzkübel am Niederort in Greven Foto: Günter Benning

Als erster Bürger der Stadt – und das ist Peter Vennemeyer nun mal als Bürgermeister – hat man es nicht immer leicht. Jeder kennt ihn, viele beobachten ihn, da darf man so einfach mal nichts falsch machen. Schließlich muss der Bürgermeister ja auch ein Vorbild sein.

Und natürlich und selbstverständlich gibt sich Peter Vennemeyer da auch richtig Mühe – hoffen wir wenigstens. Und wenn er dann mal was „falsch“ macht? Kann ja mal passieren, selbst der Papst ist inzwischen davor nicht gefeit (oder ist der immer noch unfehlbar?). Jedenfalls: Da schaut man dann eben drüber hinweg.

Nun, der ältere Herr kürzlich war da schon ein wenig strenger. Er beobachtete den Bürgermeister dabei, wie er in einem Beet im Niederort einen Zweig Rosmarin abschnitt und fragte sich wahrscheinlich sofort: Darf der das denn? Vermutlich ist er zu dem Schluss gekommen: Nein, das darf der nicht, und freute sich diebisch, den Bürgermeister auf frischer Tat beim mopsen erwischt zu haben. Der arme Bürgermeister fing sich also einen heftigen Tadel vom gerechten Rentner ein mit dem Hinweis: Das ist verboten.

Das Problem: Das ist es gar nicht, im Gegenteil. Die Kräuter stehen da, damit sich jeder daran bedienen kann – sogar der Bürgermeister. Und irgendwie ist so ein städtisches Beet ja schließlich so etwas wie des Bürgermeisters Garten. Ok, zumindest auf Zeit, solange er in Amt und Würde ist.

Aber: Auch danach darf er pflücken – wie jeder andere auch. Also lieber Rentner: Schön den Ball flach halten und vielleicht mal ein Sträußchen Baldrian pflücken – soll ja beruhigend wirken . . . Peter Beckmann

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