Gerichtsurteil
4200 Euro Strafe für Beamtenbeleidigung

Greven -

Ein 41 Jahre alter Grevener muss wegen Beamtenbeleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte eine Geldstrafe in Höhe von 4200 Euro zahlen.

Donnerstag, 28.05.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 23:14 Uhr

Wer sich Polizeibeamten widersetzt, sie beleidigt oder gar tritt, der muss mit harten Strafen rechnen. Auch wenn die Person bisher nicht vorbestraft und ein umfassendes Geständnis ablegt. Ein 41 Jahre alter Grevener musste dies am Donnerstag im Amtsgericht Steinfurt erfahren. Denn wegen dieser Vergehen wurde dem Bauarbeiter eine Geldstrafe in Höhe von 4200 Euro aufgebrummt.

Der Vater zweier Kinder im Alter von sechs und 17 Jahren wohnt mit seiner Familie seit zwei Jahren in Greven. Am 17. November vergangenen Jahres wurde die Polizei morgens um 6.15 Uhr zur Wohnung der Familie gerufen, weil sich zwischen dem Angeklagten und seiner Ehefrau ein handfester Streit entwickelt hatte. Dabei soll der Mann auch zugeschlagen haben. Insgesamt vier Polizeibeamte waren involviert. Zwei von ihnen versuchten, den Täter zu überzeugen, die Wohnung der vierköpfigen Familie im vierten Stock zu verlassen. Doch er weigerte sich vehement und verschränkte seine Arme.

Sodann versuchte die Polizisten ihn abzuführen. Dabei zeigte er den Ordnungshütern einen Stinkefinger und trat mehrmals zu. „Erst als wir bei ihm einen polizeiüblichen Griff anwendeten, ließ er nach und sich widerstandslos abführen“, schilderten die zwei als Zeugen geladenen 56 und 28 Jahre alten Polizeibeamten dem Gericht.

Rund 1,6 Promille hatte der Angeklagte an diesem Morgen im Blut. „Ich bereue das. Es stimmt alles. Ich habe einfach zu viel getrunken und konnte mich nicht mehr beherrschen“, gab der sich allein verteidigende Grevener zu und entschuldigte sich bei beiden Polizeibeamten für sein Benehmen.

Die Staatsanwältin betonte während ihres Plädoyers, dass wegen dieser Taten normalerweise mindestens eine Freiheitsstrafe in Höhe von drei Monaten fällig sei. Doch sie beließ es wegen des umfassenden Geständnisses, der hohen Alkoholkonzentration im Blut und der fehlenden Vorstrafen bei einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 35 Euro mit der der Familienvater auch sofort einverstanden war.

Der Richter folgte mit seinem Urteil der Anklage und hob schlussendlich hervor: „Das ist ein großes Vergehen. Damit ist nicht zu spaßen.“

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