Bürgermeisterkandidaten zum Schulstandort Greven
Schulzentrum am Wittlerdamm?

Greven/Reckenfeld -

Die Schülerzahlen steigen, das stellt die Politik vor eine große Herausforderung. Ist Reckenfeld als Standort einer weiterführenden Schule eine ernsthafte Option? Unsere Redaktion hat sich umgehört, unter anderem bei den Bürgermeisterkandidaten.

Samstag, 30.05.2020, 07:43 Uhr aktualisiert: 30.05.2020, 07:50 Uhr
Vorschläge aus der Politik: Die Erich-Kästner-Grundschule könnte ausgebaut oder um ein weiterführendes Schulangebot in der Nachbarschaft ergänzt werden.
Vorschläge aus der Politik: Die Erich-Kästner-Grundschule könnte ausgebaut oder um ein weiterführendes Schulangebot in der Nachbarschaft ergänzt werden. Foto: oh

Die wachsende Stadt Greven hat ein, sagen wir, Luxusproblem: viele junge Menschen, die in die Schulen drängen. Wie soll die Stadt auf den steigenden Bedarf reagieren? Ist Reckenfeld als Standort einer weiterführenden Schule eine ernsthafte Option? Unsere Redaktion hat sich umgehört, unter anderem bei den Bürgermeisterkandidaten.

Grundsätzlich sieht Dietrich Aden , der für die CDU ins Rennen geht, den Schulstandort Greven „ordentlich aufgestellt. Doch Greven ist eine wachsende Stadt und damit wächst auch der Bedarf an ausreichendem Schulangebot. Wir müssen jetzt in die Planungen einsteigen, damit wir in einigen Jahren nicht unter Druck geraten“, sagt er.

Weil insbesondere Reckenfeld mit der geplanten Ortsmitte ein stark wachsender Ortsteil sei, „sollten wir in den Schulentwicklungsplanungen den Bau einer weiterführenden Schule in Reckenfeld prüfen.“

Für andere Lokalpolitiker ist der Druck, den Aden für die Zukunft vermeiden möchte, längst da – etwa bei der Frage nach einem Schulangebot für jene Kinder, die derzeit auf auswärtige (Haupt-)Schulen ausweichen müssen.

Dr. Christian Krieges­kotte (SPD) will dafür sorgen, „dass für einen guten und kreativen Unterricht ausreichend Räume zur Verfügung stehen. Weil eine Schule keines ihrer Kinder aus den Augen verlieren darf und jedes Kind eine individuelle Förderung verdient, werde ich keine ,Mammut-Schulen‘ unterstützten.“ Das darf man möglicherweise als Abfuhr für Pläne interpretieren, die Nelson-Mandela-Gesamtschule um einen weiteren Zug auf dann sechs zu erweitern.

Dass die Hauptschule von Eltern nicht mehr nachgefragt werde, führe dazu, dass in Greven 80 Kinder keinen Schulplatz in ihrer Heimatstadt finden. „Ich halte das für ein falsches Signal. Ich bin überzeugt, dass wir ein Schulangebot für alle Grevener Kinder brauchen. Sie sollen in ihrem Heimatort den für sie besten Schulabschluss erreichen können.“ Wie genau das geschehen soll? Da müssen nach Kriegeskottes Willen Eltern und Lehrer eingebunden werden.

Reckenfeld hat der SPD-Kandidat dabei besonders im Blick. „Ein Ortsteil der Größe Reckenfelds sollte wenn möglich ein weiterführendes Schulangebot haben. Wenn es in Greven wie bisher dargestellt einen Bedarf von (möglicherweise) drei zusätzlichen Zügen in der Sekundarstufe I gibt, dann werde ich mich für eine weiterführende Schule in Reckenfeld einsetzen. Zusammen mit Grundschule und SCR-Gelände könnte hier am Wittlerdamm ein Schulzentrum entstehen. Die Schule müsste in der Lage sein allen Schüler und Schülerinnen gerecht zu werden und müsste sich ein besonderes Profil mit Strahlkraft erarbeiten.“

Für den Bürgermeisterkandidaten der Grünen, Dr. Michael Kösters-Kraft, steht fest, dass in absehbarer Zeit „zwingend ein neues Angebot“ geschaffen werden muss. „Die weiterführenden Schulen bieten zur Zeit noch genügend Plätze an, um alle Grevener Kinder auch am Ort beschulen zu können. Erst dann, wenn Kinder nach den Klassen 6 und 8 die Schule verlassen müssen, weil sie die erforderlichen Leistungen nicht erbringen, können sie nicht mehr alle in Greven beschult werden: Kinder vom Gymnasium verlassen die Schule und wechseln auf die Realschule, Kinder, die die Realschule verlassen müssen, finden keinen Platz. Weil von der Gesamtschule nicht abgeschult wird, sind die Klassen der Gesamtschule konstant voll. Die Kinder wechseln dann in der Regel nach Emsdetten zur Hauptschule. Für mich ist das ein inakzeptables Verfahren, das die Kinder doppelt belastet: sie werden aus dem Klassenverband aussortiert und verlieren viele soziale Bindungen. Darüber hinaus müssen sie für den weiteren Schulbesuch unfreiwillig ihren Wohnort verlassen.“

Für Kösters-Kraft ist daher eine „zusätzliche integrativen Schule“ eine ernsthafte Option. „Darüber hinaus kann auch durch die Einrichtung eines Hauptschulgangs an der Realschule eine Perspektive am Ort geschaffen werden.“

Und zu Reckenfeld sagt er: „Sollte in Greven die Einrichtung einer neuen weiterführenden Schule erforderlich sein, so ist natürlich auch der Standort Reckenfeld in Betracht zu ziehen. Als Schulform kommt nur eine integrative Schule in Betracht, z.B. Gemeinschafts- oder Sekundarschule. Dort können alle Schüler und Schülerinnen einen Abschluss erlangen.“

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