Bewährungsstrafe für 43-jährigen Grevener
Betrunken Polizisten getreten und verletzt

Greven/Steinfurt -

Wenn er Alkohol getrunken hatte, war er unberechenbar. Ein 43-jähriger Grevener stand vor Gericht, weil er Polizisten angegriffen hatte.

Sonntag, 14.06.2020, 16:12 Uhr

Wieder einmal spielte exzessiver Alkoholgenuss in einem Prozess im Amtsgericht Steinfurt eine große Rolle. Ein 43 Jahre alter Grevener musste sich wegen Widerstands gegen und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte sowie vorsätzlicher Körperverletzung verantworten.

Der Angeklagte besitzt die griechische Staatsbürgerschaft, wuchs in Russland auf, lebt seit zwei Jahren in Deutschland und hatte bis dato keine Vorstrafen.

Drei Mal kam der arbeitslose Zwei-Zentner-Mann Jahr mit der Polizei in Konflikt. Am 13. März war er volltrunkener Gast im Grevener Hallenbad. Die dreiköpfige Besatzung eines Rettungswagens wollte ihn gegen 16.30 Uhr ins Krankenhaus bringen. Weil er sich widersetzte, wurde die Polizei angefordert. Auch gegen die Staatsgewalt hatte der Beschuldigte etwas. „Entweder hat er sich gewehrt oder war kurzzeitig weggetreten. Als er von der Trage fiel und ich ihm helfen wollte, wurde er wieder wach und hat mich in die Leistengegend getreten. Dann haben wir uns auf ihn gestürzt und seine Beine fixiert“, schilderte eine 24 Jahre alte Polizeibeamtin aus Greven, die Prellungen und Schürfwunden davontrug. Der Mann hatte drei Promille.

Am 31. Juli und am 22. September wurde die Polizei zu seiner Grevener Wohnung gerufen. In beiden Fällen artete ein Streit mit seiner Lebensgefährtin aus. Auch dort trafen die Ordnungshüter den Angeklagten stark alkoholisiert an. Er hatte einiges vom Wohnungsinventar zerstört und randalierte weiter, obwohl die Polizei vor Ort war.

„Beim Abführen habe ich einen Schlag in die Rippen bekommen“, beschrieb ein 55 Jahre alter Polizist, der bei beiden Einsätzen vor allem Respekt vor den vielen in der Wohnung verteilten Messern hatte. Der Angeklagte entschuldigte sich mehrmals für seine Taten. Er habe an diesen drei Tagen sehr viel Stress gehabt und zu viel Wodka getrunken. „Ich trinke normalerweise keinen hochprozentigen Alkohol. Höchstens an Neujahr“, ließ der schlecht hörende Täter übersetzen.

Der Staatsanwalt plädierte auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe, 180 Stunden gemeinnützige Arbeitsstunden und die Übernahme der Prozesskosten. Der Richter schloss sich der Forderung in seinem Urteil an und warnte den Täter: „Wenn ich sie noch einmal hier sehe, wandern sie ohne Umschweife ins Gefängnis.“

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