Beratung beim Caritas wieder möglich
Mit Abstand und Anmeldung

Greven/Saerbeck -

Die Suchtberater der Caritas können wieder zu Beratungsgesprächen einladen – unter Wahrung der üblichen Distanzregeln. Aber die digitalen Angebote will man behalten

Montag, 15.06.2020, 10:01 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 10:10 Uhr
Caritas-Suchtberatung.
Caritas-Suchtberatung. Foto: Caritas

Es gibt persönliche Probleme, über die viele Menschen lieber im persönlichen Gespräch reden. Mit der Lockerung der Corona-Schutzregeln ist das beim Caritasverband im Bereich der Drogen- und Suchtberatung, der Hilfen für psychisch kranke Menschen, beim Fachdienst Integration und Migration, bei der Wohnungs-Notfallberatung und in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Jedermann nun wieder möglich.

Allerdings sind dem helfenden Gespräch von Mensch zu Mensch weiter Grenzen gesetzt: Hygiene- und Abstandsregeln gelten, eine vorherige telefonische Terminvereinbarung ist notwendig. „Die Beratungskapazitäten, die wir anbieten können, sind von der aktuellen Corona-Schutzverordnung abhängig“, sagt Helmut Henrich vom Caritasverband. Es gehe um den Begegnungsverkehr auf Fluren und den Schutz der Gesundheit der Mitarbeitenden. Man wolle das Angebot Schritt für Schritt, entsprechend der aktuellen Situation, ausbauen.

Bei der erforderlichen telefonischen Voranmeldung wird ein Termin vereinbart. Ratsuchende werden am Eingang abgeholt und können die Gebäude nur mit einer Gesichtsmaske betreten. Die Gespräche selbst finden in größeren, gut gelüfteten Räumen statt, wo eine Plexiglas-Scheibe die Maske ersetzt. „So sind Beratungen von Angesicht zu Angesicht gut möglich“, ist sich Helmut Henrich sicher.

Die Zahl der Beratungskontakte habe sich in der Zeit der stärkeren Corona-Beschränkungen nicht verringert, berichtet der Caritas-Fachdienstleiter.

Teilweise hätten die alternativen Kommunikationswege die Kontakte sogar intensiviert. Zurück gegangen sei allerdings die Zahl neuer Anfragen. „Die Wiedereröffnung der persönlichen Beratung, wenn auch weiter mit Einschränkungen, bringt die gewohnten Formen des Zugangs zurück“, freut sich Helmut Henrich.

Manchem falle es schwer, telefonisch in Kontakt zu treten. Vielen würden ohne persönliches Treffen Gestik und Mimik als Zeichen der Emotionen des Gegenübers fehlen, dann falle es auch schwer, die persönliche Situation zu schildern. Das sind Rückmeldungen von Klientel, die bei Helmut Henrich aus den vergangenen Wochen angekommen sind.

Wenn zu Hause zum Beispiel Familienmitglieder mithören können, fehle es an Vertraulichkeit, wurde beklagt. Einige vermissten auch einfach den Wechsel des Orts, von der Wohnungs- zur Beratungssituation. Für Berater sei es ohne persönlichen Kontakt schwieriger, Krisensituationen einzuschätzen.

Durchaus bereichernd empfanden laut Helmut Henrich sowohl Ratsuchende wie Berater einige der alternativen Kontaktmöglichkeiten, die Corona zeitweise in den Vordergrund gerückt hat: Telefon, Messenger-Dienste, Gespräch beim Spaziergang. Gerade WhatsApp und Co. seien flexibler und schneller, kürzer im Dialog, aber dafür häufiger genutzt als im Voraus vereinbarte Termine. Was sich als gut und in der Praxis brauchbar erwiesen habe, wolle man nach Möglichkeit weiter nutzen, kündigte Helmut Henrich an. Gleichzeitig werde am Ausbau der Online-Beratung gearbeitet.

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