Demografie-Bericht der Stadt
Greven wächst weiter – und altert

Sonntag, 14.06.2020, 16:12 Uhr
Wenn das Rechnen doch immer so einfach wäre: Die Prognostiker haben es da deutlich schwerer.
Wenn das Rechnen doch immer so einfach wäre: Die Prognostiker haben es da deutlich schwerer. Foto: Mascha Brichta/dpa

Worum es geht? Natürlich um die Entwicklung der Einwohnerzahl in der Emsstadt. Mit Hilfe des Hildesheimer Bevölkerungsmodells wurden Prognosen für Greven als Stadt, aber auch für die einzelnen Stadtteile Grevens erstellt. Hat ein wenig gedauert, aber die Software musste zunächst natürlich mit Daten gefüttert werden. Ergebnis: Aus den am 31. Mai diesen Jahres gemeldeten 38 894 Grevenern werden im Jahr 2023 rund 40 273, im Jahr 2028 rund 41 034 und im Jahr 2033 rund 41 055 Personen.

Aber: Personen sind nicht gleich Personen. Besonders interessant ist da natürlich die Entwicklung der Altersstruktur. Und die ist, wie nicht anders zu erwarten, eher erschreckend. Denn die Zahl der Grevener im erwerbsfähigem Alter wird abnehmen, die Zahl der Grevener im nichterwerbsfähigen Alter nimmt dagegen zu.

Ganz konkret: Die Altersgruppe der Grevener zwischen 65 und 80 Jahren verzeichnet eine Zunahme von 58 Prozent bis zum Jahr 2033. Die in Greven lebenden Personen ab 80 Jahren nehmen bis zum Jahr 2033 um 22 Prozent zu. Die Altersgruppen der Grevener von 27 bis 40 Jahre und 40 bis 65 Jahre weisen dagegen bis zum Jahr 2033 eine Abnahme um 13 oder sechs Prozent auf. Auch der Altersgruppe der Grevener von 18 bis 26 Jahre wird zunächst bis zum Jahr 2028 eine Abnahme vorausgesagt. Im Jahr 2033 wird in dieser Altersgruppe jedoch wieder mit einer vergleichbaren Bevölkerungszahl wie im Jahr 2018 gerechnet. Bei den unter 18–Jährigen wird bis zu dem Jahr 2033 eine Zunahme von 7 Prozent mit einem Bevölkerungspeak im Jahr 2028 erwartet. Heißt: Wie in ganz Deutschland werden auch in Greven immer weniger junge Menschen die Rente für die alten Menschen erarbeiten müssen – jedenfalls theoretisch.

Alles hängt aber damit zusammen, welches Szenario den Prognosen zugrunde gelegt wird. Werden weiterhin so viele Menschen nach Greven ziehen? oder werden es weniger? Wie viele Kinder werden demnächst geboren? Einige Fragen, die die Prognosen natürlich erheblich beeinflussen können. Grundlage für die oben genannten Zahlen ist eine „ausklingende Wanderung“. Bei einer ausschließlich auf eine natürliche Entwicklung basierender Berechnung würde die Grevener bevölkerungszahl schrumpfen, bei dem Szenario „konstante Wanderung“ würde die Einwohnerzahl noch deutlicher ansteigen.

Und überhaupt: „Die Prognosen sind keine exakten Voraussagungen, da sie sehr empfindlich gegenüber Schwankungen, künftigen Ereignisse, aber auch politische Entscheidungen, sind“, heißt es in dem Demografie-Bericht der Stadt.

Heißt: Auch die beste Software kann nur bedingt beim Blick in die Zukunft der Stadt helfen.

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