Unfallverursacher muss 900 Euro bezahlen
Lkw-Fahrer bedauert Augenblicksversagen

Grven/Steinfurt -

Ein Unfall mit vier Verletzten, darunter zwei Kleinkinder – jetzt stand der 38jährige Verursacher vor dem Steinfurter Amtsgericht.

Montag, 15.06.2020, 06:05 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 06:10 Uhr

Weil ein heute 38 Jahre alter Berufskraftfahrer aus Iserlohn von Beginn an Reue zeigte und von Anfang an einsah, falsch gehandelt zu haben, wurde jetzt ein Verfahren gegen ihn wegen fahrlässiger Körperverletzung mit einer Geldauflage in Höhe von 900 Euro eingestellt. Den Betrag soll der gebürtige Schwerter der Deutschen Verkehrsunfallhilfe überweisen.

„Mir geht das Ganze nicht durch den Kopf. Ich kann mir bis heute nicht erklären, wie mir das passieren konnte“, sagte der Angeklagte am Dienstag im Amtsgericht Steinfurt.

Der Vater von drei Kindern im Alter von 17, 14 und drei Jahren überfuhr am 26. April vergangenen Jahres gegen 8.15 Uhr auf der Bundesstraße 481 in Richtung Emsdetten im Kreuzungsbereich Schifffahrter Damm/Königstraße/Schmedehausener Straße eine Rote Ampel und kollidierte mit einem Pkw.

Der 55 Jahre alte Pkw-Fahrer aus Greven wollte von der Königstraße kommend über die Kreuzung fahren. Die beiden Fahrer erlitten leichte Verletzungen. Zwei im Auto des 55-Jährigen mitfahrende ein und sieben Jahre alte Kinder erlitten damals schwere Verletzungen.

Alle vier Personen wurden mit Rettungswagen und einem Rettungshubschrauber in Krankenhäuser gebracht. Die Sachschäden an den beiden Fahrzeugen sowie an der Ampelanlage lagen nach Schätzungen etwa bei 110000 Euro.

Die drei Pkw-Insassen trugen keine bleibenden Schäden von sich. Eines der beiden Kinder wurde noch mehrere Monate nach dem Unfall psychisch betreut.

Der Angeklagte erklärte dem Gericht, dass er versucht habe, sich den Unfallort noch einmal anzusehen. „Ich konnte es nicht. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel bin ich wieder umgedreht“, schilderte der Berufskraftfahre der aktuell 40-Tonner lenkt. „Ich habe mein Leben geändert“, versicherte der bis 2012 vier Mal vorbestrafte Iserlohner. Als „Augenblicksversagen“ bezeichneten der Staatsanwalt und der Richter seinen Black-Out. Weil der Angeklagte seit acht Jahren nicht mehr auffällig geworden war und Reue zeigte, beließ es das Gericht bei der Geldauflage.

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