600 bis 800 Schülern fehlen Voraussetzungen für Online-Lernen
Schüler ohne Werkzeug

Greven -

Digitales Lernen ist eine tolle Sache. Aber sehr viele Schüler in Greven haben gar keine Möglichkeit dazu.

Samstag, 20.06.2020, 08:00 Uhr
Digitales Lernen – das ist für viele Grevener Schüler Zukunftsmusik. Mangels geeigneter Ausstattung.
Digitales Lernen – das ist für viele Grevener Schüler Zukunftsmusik. Mangels geeigneter Ausstattung. Foto: Rupert Joemann

Die Zahl, die Frank Hänel den Mitgliedern des Schul-, Sport-und Kulturausschusses am Mittwoch präsentierte, bestätigt die Befürchtung vieler Bildungsexperten. Nach einer Befragung an allen Grevener Schulen haben 600 bis 800 Schüler nicht die erforderlichen Voraussetzungen für digitales Lernen.

Sprich: Ihnen fehlt entweder ein leistungsstarker Internetzugang oder das erforderliche Endgerät. Der zuständige Fachdienstleiter bei der Stadt betonte zwar, dass es sich um erste Einschätzung handele, doch wollte er die Zahl auch als Weckruf verstanden wissen. Hänel: „Das Thema ist bei uns angekommen.“

Stadt und Politik hoffen auf Unterstützung des Landes und angekündigte Förderprogramme, um in naher Zukunft Leihgeräte zur Verfügung zu stellen. Auch am Ausbau der Infrastruktur will man arbeiten.

Einen wichtigen Schritt in Sachen Digitalisierung ist die Stadt bereits gegangen. Mit „IServ“ verfügen alle Schulen immerhin über eine einheitliche Plattform, die es erlaubt, Lernstoffe mit den Schülern auszutauschen und Videokonferenzen abzuhalten.

Dass „IServ“ bereits vor der Corona-Pandemie als digitales Werkzeug genutzt wurde, werteten die Schulleitungen als „weitsichtige Entscheidung“.

Überhaupt demonstrierten sie am Mittwoch Einigkeit. „Die Situation seit Mitte März war zwar für alle Beteiligten sehr herausfordernd, doch wir haben diese Krise bis zu diesem Zeitpunkt relativ gut gemanagt“, brachte Frank Hänel die Stimmungslage auf den Punkt. Vor allem die Ausstattung der Schulen bewerteten die Leitungen unisono als positiv. Selbst für die vor wenigen Monaten noch massiv kritisierte Reinigung der Gebäude konnte in Folge der Pandemie offenbar eine zufriedenstellende Lösung erzielt werden.

Allein, auch das ließ Andreas Henke stellvertretend für alle Schulleitungen nicht unerwähnt, es gab und gibt eben auch „viele deprimierende Entscheidungen“. Dazu zählen vor allem die Absage vieler außerunterrichtlicher Aktivitäten und Abschlussveranstaltungen.

Von dem gewohnten Schulalltag sind Grevens Schulen noch weit entfernt. Daran ändern auch die nahen Sommerferien nichts, die den Beteiligten immerhin eine Verschnaufpause ermöglichen.

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