Uferschwalben zu Gast in der Fischtreppen-Baustelle in Greven
Baustopp bis die Schwalben flügge sind

Greven -

Die Emsbaustelle in Höhe von Cramer wird vorerst stillgelegt, um Uferschwalben zu schützen.

Dienstag, 23.06.2020, 10:08 Uhr aktualisiert: 25.06.2020, 15:00 Uhr
Steilwand mit Uferschwalbenbrutröhren, an der Bildoberkante ist der Schornstein des Firma Setex zu erkennen
Steilwand mit Uferschwalbenbrutröhren, an der Bildoberkante ist der Schornstein des Firma Setex zu erkennen Foto: Bezirksregierung

Ende vergangener Woche erreichte die Bezirksregierung Münster die Nachricht, dass sich in der Emsbaustelle in Greven, in Höhe des ehemaligen Wehrs Cramer, eine aus etwa 20 Brutpaaren bestehende Uferschwalbenkolonie angesiedelt hat.

Diese, durch die EU-Vogelschutzrichtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Art, hat durch den Gewässerausbau in den vergangenen Jahrzehnten starke Verluste geeigneter Lebensräume hinnehmen müssen. Der Gesamtbestand an Uferschwalben in Nordrhein-Westfalen (NRW) beträgt noch 4000 bis 6000 Brutpaare. Oft finden sich geeignete Steilwände zur Anlage von Brutröhren nur noch im Sand- und Kiesabbau oder, wie im vorliegenden Fall, in Baugruben.

In NRW sind die Verbreitungsschwerpunkte an Tieflandflüssen wie Lippe und Ems zu suchen, heißt es in einer Mitteilung der münsterischen Bezirksregierung.

Durch das Fehlen frischer Abbruchkanten steht den Vögeln zu wenig Lebensraum zur Verfügung. Beim Renaturierungsvorhaben an der Ems liegt daher auch das Wiederherstellen solch frischer Uferabbrüche im Fokus.

Zur Begleitung des Bauvorhabens hat die Bezirksregierung Münster eine sogenannte Ökologische Baubegleitung ( ÖBB ) in Auftrag gegeben. Qualifizierte Ökologinnen und Ökologen vermitteln zwischen den Interessen von Naturschutz, Bauherren und Baufirma. Bäume werden vor dem Fällen auf Höhlen und mögliche Bewohner wie Vögel oder Fledermäuse untersucht. Erhaltenswerte Gehölze werden vor unerwünschten Kollisionen mit Baufahrzeugen geschützt und auch der Bodenschutz sind typische Arbeitsfelder auf einer derartigen Baustelle.

Am Montag fand ein Treffen aller Beteiligten mit der ÖBB wegen der Uferschwalbenkolonie statt. Es wurde festgelegt, dass der betroffene Teil der Baustelle stillgelegt wird, bis die Jungschwalben flügge sind.

In Zukunft werden die Uferschwalben dann ihre bis zu einem Meter tiefen Bruthöhlen in natürlich entstandene Steilwände graben können, um dort ihre Jungen aufzuziehen.

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