Stadt und Abenteuerkiste streben Kooperation an
Wahlstudio für Jung und Alt

Greven -

Ein Wahlstudio zur Kommunalwahl soll es auf jeden Fall geben. In welcher Form, darüber wird noch diskutiert. vor allem junge Menschen aus der Abenteuerkiste wolle sich dort mit einbringen. Im Vorfeld sit außerdem eine „Politik-Messe“ geplant.

Dienstag, 23.06.2020, 22:24 Uhr
So wird es in diesem Jahr wohl nicht gehen: Statt des Wahlstudios im Rathaus kommt eine Ballenlager-Veranstaltung in Frage.
So wird es in diesem Jahr wohl nicht gehen: Statt des Wahlstudios im Rathaus kommt eine Ballenlager-Veranstaltung in Frage. Foto: oh

Corona macht auch vor den Wahlen nicht Halt. Im Grevener Rathaus macht man sich daher Gedanken darüber, ob und in welcher Form das Wahlstudio am Abend der Kommunalwahl am 13. September stattfinden kann. Die gewohnte Präsentation im Rathaus dürfte kaum durchführbar sein, weil dort die Abstandsregeln nicht oder nur sehr schwer eingehalten werden können. Daher rückt das Ballenlager in den Fokus.

Detailregelungen

In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses informierte Bürgermeister Peter Vennemeyer die Lokalpolitiker darüber, dass man mit der Abenteuerkiste über ein gemeinsames Projekt spreche. Die Durchführbarkeit hänge natürlich sehr von den Detailregelungen der dann gültigen Corona-Schutzverordnung ab. Man sei aber verwaltungsintern zu dem Schluss gekommen, dass es trotz möglicher Erschwernisse „kaum vorstellbar ist, komplett auf das Wahlstudio zu verzichten. Demokratie lebt sicher auch davon, an diesem Abend die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlkreisen und der Bürgermeisterwahl gemeinsam zu verfolgen“, so Vennemeyer, der bei eben jener Wahl bekanntlich nicht wieder antritt. Das Ballenlager sei die sinnvollste Alternative. Bevor man jedoch in Detailplanungen einsteige, wolle man von der Politik ein Stimmungsbild einholen. Er verwies auf zahlreiche komplizierte Fragen, etwa jene, ob man den Zugang für die Öffentlichkeit in irgendeiner Weise beschränken muss.

Eine gewisse Öffentlichkeit sollte schon geschaffen werden.

Dr. Michael Kösters-Kraft

Thomas Hudalla (Linke) brachte eine Freiluftveranstaltung ins Spiel, etwa mit Leinwand im GBS-Innenhof, am Beach oder im Niederort. Michael Zweihaus (fraktionslos) regte an, eine Ballenlager-Veranstaltung auch im Internet zu übertragen.

„Eine gewisse Öffentlichkeit sollte schon geschaffen werden“, sagte Dr. Michael Kösters-Kraft. „Ein Wahlstudio fände ich schon gut.“ Johannes Hennigfeld (CDU) schlug vor, Ballenlager und Innenhof zu nutzen, um möglichst vielen Menschen (unter Einhaltung der Corona-Regeln) die Chance zu eröffnen, dabei zu sein. Die Politik ist also für ein Wahlstudio – in welcher Form auch immer. Vennemeyer nahm aus der Sitzung den Auftrag mit, in diese Richtung weiter zu planen.

Austausch

Junge Menschen, die sich in der Abenteuerkiste engagieren, skizzierten einige Tage später im Jugendhilfeausschuss, was sie sich wünschen. Im Rahmen des Projektes „Flash die Politik“ tauschen sich die jungen Menschen mit Grevener Lokalpolitikern aus. Logisch, dass die nahende Kommunalwahl da eine besondere Bedeutung hat. Daher soll es im Vorfeld noch eine Politik-„Messe“ geben. In diesem Rahmen sollen sich vornehmlich Erstwähler an Infoständen und Workshops mit Parteiprogrammen und lokalen Politik-Themen beschäftigen können, um ihre Wahlentscheidung fundiert vorzubereiten.

Das Wahlstudio im Ballenlager soll nach dem Wunsch der Abenteuerkisten-Engagierten zusammen mit den Profis der Stadtverwaltung durchgeführt werden. Weitere Unterstützung in Form von Kostenübernahme und Werbung über die städtischen Kanäle sind ebenfalls hochwillkommen, wie Lena Schwabe von der Abenteuerkiste deutlich machte.

Details klären

Auch in diesem Ausschuss signalisierte die Politik Zustimmung. Nicht nur Stevens Gomes (SPD) findet es „richtig Klasse“, dass sich die jungen Menschen so engagieren. Lore Hauschild (Grüne) betonte: „Wir sollten die Jugendlichen unterstützen. Sie haben es verdient.“

Nun müssen noch Details der Kooperation geklärt werden. An der Stadt aber soll es nicht scheitern, wie Beigeordneter Cosimo Palomba deutlich machte: „Wir wollen und können Euch damit nicht allein lassen“, sagte er in Richtung der jungen Menschen. „Wir sollten das gemeinsam machen. Die Kosten für das Wahlstudio übernimmt die Stadt“, sicherte er zu. Dafür brauche man keine Ratsbeschlüsse. „Ich kann definitiv sagen, dass wir das unterstützen.“ Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses schlossen sich mit ihrem Votum an.

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