SCR und Gemeinschaft Tecklenburger Land verschmelzen
Kegelsport-Hochburg Reckenfeld

Reckenfeld -

Die Verantwortlichen des SC Reckenfeld und der Kegelsportgemeinschaft Tecklenburger Land haben eine Verschmelzung verkündet. Damit wird Reckenfeld zu einer Hochburg des Kegelsports. Unter der Flagge des SCR segeln künftig sechs Mannschaften, darunter ein Bundesligist.

Samstag, 11.07.2020, 16:16 Uhr aktualisiert: 11.07.2020, 16:40 Uhr
Haben sich zu einer Hochburg des Kegelsports zusammengeschlossen (v.l.): Stefan Lampe, Frank Reinker, Michael Schlüter, Simon van Raalte, Andrew Termöllen, Jonas Müller und Andre Ahlers.
Haben sich zu einer Hochburg des Kegelsports zusammengeschlossen (v.l.): Stefan Lampe, Frank Reinker, Michael Schlüter, Simon van Raalte, Andrew Termöllen, Jonas Müller und Andre Ahlers. Foto: Sven Thiele

An diesem Donnerstagabend ist die Aufbruchsstimmung bei allen Beteiligten spürbar. Was auch „mit einem Geschenk des Himmels“ zusammenhängt, wie es Frank Reinker formuliert. Das Geschenk hat in Person von Michael Schlüter Platz genommen im Sportzentrum am Witter Damm, wo die Verantwortlichen des SC Reckenfeld und der Kegelsportgemeinschaft (KSG) Tecklenburger Land Großes verkündigen, nämlich eine Verschmelzung. Reckenfeld wird zur Hochburg des Kegelsports. Unter der Flagge des SCR segeln künftig sechs Mannschaften, darunter ein Bundesliga-Team.

Ihn darf man getrost als eine Institution der hiesigen Kegelsport-Szene bezeichnen. Seit über 40 Jahren ist Michael Schlüter passionierter Sportkegler. Ein erfolgreicher zudem. Mit der KSG Tecklenburger Land begab er sich zuletzt in der Zweiten Bundesliga auf die Bahnen. Der Ibbenbürener ist überdies Vorsitzender seines Vereins. Und fusionserprobt.

Die Kegelsportgemeinschaft ist bereits das Resultat einer Verschmelzung. Die KSG ist 1997 hervorgegangen aus den Vereinen KSF Hopsten, Eintracht Ibbenbüren und KSC Recke. Auch kennen die Sportler die Erfahrung, heimatlos zu werden. Nach dem Ende der Gaststätte „Kockmann“ in Hopsten, lange Zeit Heimstätte der KSG, wurde ein Umzug nach Lengerich notwendig. Seit 2018 waren die Bahnen des dortigen KSC Heimat der erfolgreichen Kegler. Doch in diesem Jahr war auch hier Schluss, die KSG zum zweiten Mal ohne Heimstätte.

Der Rückgang von Kegelbahnen hinterlässt seine Spuren. Bundesweit sind unter dem Dach des Deutschen Kegel Bundes (DKB) rund 71 000 Mitglieder organisiert. Innerhalb von nur fünf Jahren hat der Verband 10 000 Mitglieder verloren. Bundesweit gibt es noch 1517 Vereine. Vor allem mangelt es an Nachwuchs.

Am Standort Reckenfeld stemmen sich die Kegelsportler der Region gegen diese Entwicklung. Die räumlichen Voraussetzungen dafür könnten kaum besser sein. Seit November vergangenen Jahres verfügt der SCR über eine Vier-Bahnen-Anlage. Eine, die ohne die für Kegelbahnen oft typische Holzvertäfelung und rustikale Einrichtung auskommt. Es dominiert die nüchterne Wirkung einer Sportanlage. Eingebunden in das weitläufige Gelände am Wittler Damm mit seinen Fußballplätzen, der Sporthalle und dem Clubheim. Hier sollen künftig verstärkt Jugendliche an den Kegelsport herangeführt werden. Eine erste Gruppe gibt es bereits.

Michael Schlüter wertet die erneute Fusion und den Ortswechsel von Lengerich nach Greven als Glücksgriff. „Die Fusion ist der richtige Weg“, erklärt Schlüter und schwärmt für die neue Anlage, die künftig für ihn und seine Mitstreiter sportliche Heimat werden soll. „Ich ziehe den Hut vor dieser Leistung.“

Eine Aussage, die Andrew Termöllen gerne hört. Der SCR-Vorsitzender hat sich bei der Planung stark gemacht für den Bau der Halle. Nun sieht er sich bestätigt. „Schon sechs Monate nach der Eröffnung geht das auf, was wir uns erhofft haben. Wir haben jetzt richtig Traffic auf der Anlage.“

Bereits ab September ist Greven Bundesliga-Standort. Im Zuge der Fusion ist das Startrecht auf den SCR übergegangen. Unter der Reckenfelder Flagge tritt das Team in der Zweiten Liga Nord an und bekommt es dort in einer coronabedingt aufgefüllten Liga mit zehn Gegnern zu tun. Für die Spieler heißt es dann, Fahrten bis nach Köln und Salzgitter anzutreten. Und das als Voll-Amateure, wie die Beteiligten betonen.

Die Kegler agieren zwar unter professionellen Bedingungen. Geld spielt gleichwohl keine Rolle. „Kegeln ist kein bezahlter Sport“, betont Michael Schlüter. Ein Umstand, den auch Andrew Termöllen hervorhebt: „Das ist mir sehr sympathisch.“ Geht es nach ihm, spielt bezahlter Sport auch künftig keine Rolle beim SCR. Dass Sport trotzdem hochklassig möglich ist, auch diesen Beweis wollen die SCR-Kegler demnächst antreten.

Und das gemeinsam. Für die Startplätze in den sechs Mannschaften mit dem Zweitliga-Team als Speerspitze bewerben sich 40 Kegler aus dem gesamten Münsterland. In Reckenfeld kommen sie unter einem Dach zusammen. Einem, das ihrer Sportart eine verheißungsvolle Zukunft bietet.

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