Wie der Reitverein St. Georg um Fördermittel für Großinvestition wirbt
Finanzspritze für Ponyboxen

Saerbeck -

Das Trainingsgelände der Reiter vom Reitverein St. Georg in Saerbeck bangt um seine Zukunft.

Montag, 13.07.2020, 11:00 Uhr
Gute Trainingsbedingungen: Auf der Anlage am Hof Ottmann üben die Hobbyreiter von St. Georg für Turniere. Weil auf der Fläche ein Baugebiet entstehen soll, muss sich der Verein nach einem neuen Standort umschauen.
Gute Trainingsbedingungen: Auf der Anlage am Hof Ottmann üben die Hobbyreiter von St. Georg für Turniere. Weil auf der Fläche ein Baugebiet entstehen soll, muss sich der Verein nach einem neuen Standort umschauen.

Der Reitverein St. Georg Saerbeck bangt um seine Zukunft. Das Ottmann-Gelände, auf dem sich die Trainingsstätte der Reiter befindet, soll in ein Baugebiet umgewandelt werden (wir berichteten). Gemeinsam mit dem Vereinsvorstand sucht die Gemeinde deshalb nach einem neuen Standort. Der Bau einer neuen Reithalle kostet aber auch viel Geld. Die Vorstandsmitglieder sprechen von einer „enormen finanziellen Herausforderung“.

Ein Finanzierungsmodell steht zu diesem frühen Zeitpunkt der Planungen zwar noch nicht. Der Vorstand weist aber bereits jetzt darauf hin, dass der Verein auf Fördermittel und Sponsorengelder ebenso angewiesen sein wird wie auf die Vereinsmitglieder und die Gemeinde Saerbeck. Die Planungen würden erst konkretisiert werden, wenn feststeht, auf welchem Grundstück der Verein zukünftig beheimatet sein wird.

Was jedoch nicht bedeutet, dass der Verein nicht schon einmal mit der Akquise von Fördermitteln beginnt. So hofft der Vorstand derzeit unter anderem auf Mittel aus einem Projekt der Kreissparkasse Steinfurt. Unter dem Motto „Wir überwinden jedes Hindernis“ bittet er hierfür auf der Plattform „Einfach.Gut.Machen.“ um eine Finanzspritze für neue Boxen für die Schulponys – ein erster kleiner Beitrag für die neu zu schaffende Anlage. Die Anzahl von 21 Unterstützern, bei denen die Kreissparkasse 500 Euro zuschießt, wurde bereits erreicht, teilt der Verein mit.

Da der Reiterverein nach eigenen Angaben seit rund 50 Jahren Voltigier- und Longierstunden und seit 40 Jahren Schulponyreiten anbietet, hofft er ferner nicht nur auf eine Spende durch die derzeit Aktiven, sondern auch auf weitere finanzielle Unterstützung durch jene, die gute Erinnerungen an ihre Zeit im Verein haben oder die jährlich stattfindenden Turniere besuchen – bei denen im Übrigen der Eintritt frei ist.

Die Verantwortlichen freuen sich nach eigenem Bekunden, dass sie durch die Verwaltung sowie insbesondere durch Bürgermeister Wilfried Roos bei der Entwicklung von Standort-Alternativen unterstützt werden. Auch haben inzwischen Gespräche mit Ratsmitgliedern aller Parteien stattgefunden. Sie alle hätten dem Vereinsvorstand signalisiert, den Fortbestand des Reitervereins, der auf eine fast 100-jährige Geschichte zurückblickt, sichern zu wollen.

Die bisher gepachtete Trainingsstätte am Hof Ottmann, die mit dem angrenzenden See vielseitige Trainingsmöglichkeiten bietet, sei nicht leicht zu ersetzen, teilt der Verein weiter mit. Diese Trainingsbedingungen seien natürlich auch ein Grund für die zahlreichen sportlichen Erfolge des Vereins vor allem auch auf überregionaler Ebene.

Um erste Anregungen für den Bau einer neuen Reithalle zu bekommen, haben Vorstandsmitglieder kürzlich Reitervereine in der näheren Umgebung besucht, bei denen entsprechende Anlagen bereits geplant oder im Bau sind.

Auch wenn das sicherlich nicht die Rettung des Vereins bedeutet – eine erste Förderung in Höhe von 1000 Euro für die Ersatzbeschaffung von Zaumzeug und Sätteln erhielt der Verein kürzlich aufgrund seiner Bewerbung um Fördermittel des Landes NRW aus dem Projekt 1000 x 1000 des Landessportbundes als Anerkennung für seine Leistungen im Breitensport. Die Ersatzbeschaffung wäre aus eigenen Mitteln in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen, da die Kosten für die Ponys über drei Monate getragen werden mussten, ohne aus Reitstunden Einnahmen erzielen zu können.

Zudem beteiligt sich der Verein an dem Wettbewerb „Sterne des Sports“ der Volksbanken Raiffeisenbanken in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund, bei dem Vereine ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren. Die Reiter setzen hierbei auf ihren bereits jahrzehntelangen Einsatz, Kindern und Jugendlichen kostengünstig das Reiten zu ermöglichen. Auf der lokalen Ebene der Volksbank Westerkappeln- Saerbeck gibt es hier bis zu 1500 Euro zu gewinnen.

Der Verein ist sich sicher: Auch mit vielen kleinen Spenden kann das erste Ziel erreicht werden.

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