Acht Mallorca-Flieger vom FMO
FMO-Sprecher Andres Heinemann: „Nicht alle gehen zum Deutschen Eck“

Greven -

Bierselige Kuschelei in Las Palmeras. Die Bilder vom Wochenende aus Mallorca erweckten den Eindruck, dass mancher Tourist bei Corona wieder nur an die Biermarke denkt. Aber nicht alle wollen in Mallorca feiern, meint FMO-Sprecher Andres Heinemann. Acht Flieger starten derzeit wieder am Greven.

Dienstag, 14.07.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 06:52 Uhr
Bierstraße in el Arenal in Palma de Mallorca auf
Bierstraße in el Arenal in Palma de Mallorca auf Foto: Clara Margais/dpa

Las Palmeras, Mallorca: die Bilder vom Deutschen Eck dort machten am Wochenende die Medienrunde. Gefeiert wird wie früher. Ohne Schutz und doppelten Abstand. Aber was heißt das für den Tourismus?

Andres Heinemann , Pressesprecher des Flughafens Münsters-Osnabrück, relativiert den ersten Alarm: „Es gibt viele Touristen, die nach Mallorca fliegen und nicht am Deutschen Eck Bier trinken.“ Überdies: Ähnliches gebe es in Köln und Düsseldorf auch.

Für den FMO ist es nicht unwichtig, wie sich das Mallorca-Geschäft erholt. Derzeit gehen acht Flieger wöchentlich von Greven nach Malle. Es fliegen Lauda-Airlines und Eurowings. Und die Maschinen, so Heinemann, seien zwar nicht ausgebucht, aber zufriedenstellend belegt.

Alle paar Minuten wird die Innenraumluft ausgetauscht

„Für uns ist es wichtig zu hören“, sagt er, „dass es auf den Belaren so gut wie keine Coronafälle mehr gibt.“ Und die Inselregierung unterbinde alles, was den Gesundungsprozess unterlaufen könne. Daher seien auch die Party-Geschäfte vom Wochenende komplett unterbunden worden. Heinemann: „Wo Leute nicht bereit sind, die Regelungen einzuhalten, da muss man eingreifen.“

Corona-Regeln an deutschen Flughäfen

1/9
  • Nachdem der internationale Flugverkehr wegen Corona viele Wochen praktisch ruhte, nimmt das Reiseaufkommen langsam wieder zu. Also alles wieder wie früher? Tatsächlich läuft an den deutschen Flughäfen noch einiges anders. Passagiere sollten die Regeln kennen. Eine Auswahl.

    Foto: Andreas Arnold
  • Mund-Nasenschutzpflicht

    An den meisten Flughäfen gilt eine Mund-Nasenschutz-Pflicht für den gesamten Abfertigungsbereich. Dazu zählen die Terminalanlagen, Geschäfte, Restaurants und Transportmittel wie Busse. Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, sind allerdings von der Pflicht ausgenommen.

    Foto: Emilio Morenatti
  • Abstand halten

    Abstand zu anderen Menschen zu halten, ist natürlich auch am Flughafen sehr wichtig. Ob man sich nun an die «zwei Armlängen» der Bundespolizei oder die übliche 1,5-Meter-Regel hält, bleibt jedem selbst überlassen. In Bereichen wie dem Check-in, der Sicherheitskontrolle und der Gepäckausgabe erinnern Hinweisschilder und Markierungen daran, Abstand zu halten.

    Foto: Emilio Morenatti
  • Weniger Handgepäck

    Viele Billigfluggesellschaften haben die Zahl der kostenlos erlaubten Handgepäckstücke in den vergangenen Jahren ohnehin reduziert - aber längst nicht alle. Bei vielen Airlines ist es eigentlich möglich, etwa einen Handgepäck-Trolley und eine zusätzliche kleine Tasche mitzunehmen.

    Derzeit ist das aber anders: Einige Flughäfen und Fluggesellschaften haben auf Anordnung der Bundespolizei das Handgepäck streng limitiert. Für alle Passagiere gilt: nur ein Gepäckstück pro Person. Dadurch sollen die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle und beim Boarding, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenstehen, so kurz wie möglich sein. «Das soll die Ansteckungsgefahr verringern», erklärt Sandra Kraft, Sprecherin der Lufthansa.

    Foto: Christin Klose
  • Bei manchen Airlines wie Lufthansa und Eurowings kann ein weiteres Handgepäckstück jedoch kostenlos aufgegeben werden. «Es muss aber den Handgepäckregeln des jeweiligen Tarifs entsprechen», sagt Jannah Baldus, Sprecherin von Eurowings.

    Und falls man nicht ohne zwei Gepäckstücke kann? Am Düsseldorfer Flughafen darf das kleinere Gepäckstück zur Not auch im größeren verstaut werden, heißt es auf der  Webseite des Flughafens .

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Weniger Körperkontakt bei der Sicherheitskontrolle

    An Flughäfen, an denen die Bundespolizei für die Fluggast- und Gepäckkontrolle verantwortlich ist, laufen die Kontrollen etwas lockerer ab. Dadurch soll der Körperkontakt zwischen Personal und Passagieren reduziert werden. «Während der Sicherheitskontrolle darf man zum Beispiel Schutzhandschuhe und Schutzmasken tragen», sagt Verena Ballig, Sprecherin der Bundespolizei. Außerdem müssen Gürtel und Schuhe aktuell nicht mehr ausgezogen werden.

    Ansonsten gilt: Kleine Gegenstände, die man regelmäßig angefasst hat, ins Handgepäck oder in die Jackentaschen packen. Außerdem kann es vorkommen, dass man sein Hab und Gut selbst in der Kontrollwanne verstauen muss. Die Wannen werden regelmäßig desinfiziert.

    Außerdem wichtig: Zeit einplanen. Durch die Schutzmaßnahmen können die Kontrollen momentan etwas länger dauern.

    Foto: wam
  • Corona-Test am Flughafen

    Am Frankfurter Flughafen können Passagiere nun einen Corona-Test machen, um Quarantäne am Zielort zu vermeiden. Bis voraussichtlich Ende Juli 2021 soll der Test möglich sein.

    Foto: Boris Roessler
  • Weniger Gastronomie und Shopping

    Wer zu früh am Flughafen ist und die Zeit mit Shopping verbringen wollte, ist mitunter enttäuscht: Nicht alle Geschäfte haben wieder geöffnet. Außerdem haben manche der bereits geöffneten Läden ihre Öffnungszeiten verkürzt. Wer im Duty-free-Shop zuschlägt, sollte bargeldlos bezahlen.

    Essen und Trinken ist in den Terminals erlaubt. Allerdings sind auch noch nicht alle Restaurants und Snackbars wieder offen.

    Foto: Michael Kappeler
  • Verhalten nach der Ankunft

    Nach der Landung am Zielort und der Gepäckausgabe sollte man sich nicht länger als unbedingt nötig im Flughafen aufhalten. Darum bittet unter anderem die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg auf ihrer  Webseite . Wer einen ankommenden Fluggast in Empfang nehmen möchte, soll draußen vor dem Terminalgebäude warten.

    Foto: Marius Becker

Wichtig ist ihm aber auch der positive Zuspruch. „Wir hören im Moment von vielen Passagieren, dass sie froh sind, wieder reisen zu können. Die halten sich auch Beschränkungen.“ Im FMO, der zu anderen Zeiten wegen der geringen Besucherfrequenz schon mal gehänselt wurde, ist man derzeit gut in der Lage, die Passagiere mit ausreichend Abstand durchzuschleusen.

Was das Fliegen angeht, betont der Pressesprecher, sei es sehr sicher: „Es gibt bisher keinen bestätigten Fall einer Corona-Ansteckung im Flugzeug.“

Die Belüftung in den Fliegern tausche alle zwei, drei Minuten die Innenraumluft komplett aus: „Was oben reingepustet wird, wird im Fußbereich wieder abgesaugt.“

Auf allen Flügen Maskenpflicht

Das werde zu anderen Zeiten schon mal als unangenehmer Zug wahrgenommen. Jetzt verhindert es, dass Aerosole lange in der Luft stehen könnten.

Zudem gebe es während aller Flüge eine Maskenpflicht. Und die Luft wird außerdem durch einen HEPA-Filter geleitet. HEPA-Filter müssen mindestens 99,9 Prozent aller Staubpartikel, die größer als 0,1 bis 0,3 Mikrometer sind, aus der Luft filtern. Darunter fallen lungengängige Stäube, Milbeneier und -ausscheidungen, Pollen, Rauchpartikel, Asbest, Bakterien, diverse toxische Stäube und Aerosole.

Andres Heinemann: „Das sind die Filter, die in den Lüftungsanlagen der Fleischindustrie gefehlt haben.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7492298?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker