Von Drensteinfurt per Rad nach Emden
Die Nahverkehrstouristen

Greven -

Viele Radtouristen fahren wieder den Emsradweg. Es gibt auch wieder mehr Nachfrage nach Leihrädern, vor allem nach den E-Bikes.

Donnerstag, 16.07.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 20.07.2020, 15:10 Uhr
Stressfreier Urlaub: Die Gerd, Silke und Niklas Stephan haben sich in Greven zum ersten Mal verfahren.
Stressfreier Urlaub: Jörg, Silke und Niklas Stephan haben sich in Greven zum ersten Mal verfahren. Foto: Günter Benning

Sie sind wieder unterwegs. Die Nahverkehrstouristen. Mallorca? Muss nicht sein. Emden ist ja auch schon toll. Das finden zum Beispiel Jörg, Silke und Niklas Stephan aus Drensteinfurt.

Professionell bepackt stehen sie an der oberen Marktstraße und versuchen sich zu orientieren. Wie so viele Radtouristen haben sie irgendwo unten am Niederort den Anschluss an den Emsradweg verpasst.

Aber dafür gibt es ja Navigationssysteme. „Ach“, sagt Familienvater Jörg, „bisher geht es ganz gut nach den Schildern.“

Es ist der erste Tag ihrer Reise aus dem Kreis Warendorf. „Heute geht es noch bis Emsdetten“, sagt Silke Stephan. Die kleine Reisetruppe hat sich im Vorfeld ihre Unterkünfte online gebucht. Probleme gab es keine. „Die Leute sind froh, wenn Touristen kommen“, stellte Jörg Stephan fest.

Mit der Beschilderung sind die Nahreisenden eigentlich zufrieden. „Wir haben uns hier das erste Mal verfranzt“, sagt Sohnemann Niklas Stephan.

Da sind sie allerdings nicht alleine. Viele Radtouristen geraten spätestens am Niederort in die Irre. Offiziell führt der Weg vom Emsdeich über die Kardinal-von-Galen-Straße, am Aldi vorbei. Hinter dem Ballenlager müssten die Radler nach links in die Friedrich Ebert-Straße abbiegen.

Doch viele kommen über die Rathausstraße und die Martinistraße, biegen am Niederort ab und fahren dann bis zum Ende der Marktstraße hoch. Da sieht man sie dann den Anschluss suchen.

Den Stephans konnte schnell geholfen werden – „links, links, rechts“ – aber sie sind erfahrene Radler.

„Das ist unsere dritte große Radtour“, sagt Jörg Stephan. Die erste Reise ging entlang der Mosel zum Rhein. Die zweite von Drensteinfurt nach Bernkastell. Durch die Eiffel. „Wir hatten schon E-Bikes“, sagt Jörg Stephan, „ohne wäre ich nicht klar gekommen – und wir mussten zwischendurch nachtanken.“ Die geplanten 80 Kilometer waren für den Akku zuviel.

Am flachen Emsradweg reicht der Strom auch ganz gut für 100 Kilometer.

„Ein entspannter Urlaub“, findet Stephan, „der Weg ist das Ziel.“ Nichts ganz so entspannt ist die Fahrt für Niklas Stephan: Sein schickes Tourenrad hat zwar viele Gänge, aber keinen Motor.

Auch bei Greven Marketing hat man festgestellt, dass mehr Radtouristen unterwegs sind.  Geschäftsführer Peter Hamelmann empfiehlt, die Unterkünfte rechtzeitig zu buchen. Aber Einzelreisende, die man in der Stadt trifft, berichten auch davon, dass sie spontan über Booking-Apps am Nachmittag ihre Übernachtung für den Abend buchen.

„Es gibt auch wieder mehr Nachfrage nach unseren Leihrädern“, stellt Peter Hamelmann fest, „vor allem nach den E-Bikes.“

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