Aldi-Baustelle: Radfahrer müssen 120 Meter schieben – eigentlich
Die meisten fahren einfach durch

Radfahrer müssen sich an der Molkereikreuzung derzeit auf eine veränderte Verkehrsführung einstellen. Die neue Regelung ist für manche nicht auf den ersten Blick ersichtlich – und wird zudem häufig ignoriert.

Freitag, 24.07.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 09:20 Uhr
Sie machen es richtig, sind aber eine Ausnahme: Diese Radfahrerinnen steigen wie vorgeschrieben ab und schieben ihr Rad durch die Engstelle.
Sie machen es richtig, sind aber eine Ausnahme: Diese Radfahrerinnen steigen wie vorgeschrieben ab und schieben ihr Rad durch die Engstelle. Foto: Oliver Hengst

Betroffen sind Radfahrer, die aus dem Westen der Stadt über die Nordwalder Straße auf die Kreuzung zufahren und dann über die Kardinal-von-Galen-Straße weiter Richtung Stadt wollen. Wegen der Aldi-Baustelle steht der Geh- und Radweg auf der südlichen Seite der Kardinal-von-Galen-Straße derzeit nicht zur Verfügung.

Die Leezenfahrer (und auch Fußgänger) werden vor der Kreuzung mit Absperrungen und Schildern zum Überqueren der Nordwalder Straße angeleitet. Nach dem Queren der Bundesstraße sollen sie dann den Geh- und Radweg auf der nördlichen Seite der Kardinal-von-Galen-Straße nutzen – und zwar als Fußgänger. Ein Schild weist darauf hin, dass Radfahrer stadteinwärts absteigen müssen, um eine Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern, die ihnen (regulär) entgegen kommen, zu minimieren.

Ein kurzer Test der Redaktion zeigte: Von zehn Radfahren, die die Engstelle stadteinwärts passierten, stiegen nur zwei ab, die restlichen fuhren durch. Heißt: In der Theorie mag die Regelung funktionieren, in der Praxis leider nicht.

Fraglos sei dort ein „Nadelöhr entstanden“, durch das sich Fußgänger und Radfahrer stadtein- und stadtauswärts „gemeinsam und in gegenseitiger Rücksichtnahme hindurchfädeln müssen“, sagt der städtische Pressesprecher Wolfgang Jung . „Aber an der Wegführung lässt sich nichts ändern.“ Nach einem Ortstermin mit Vertretern der Technischen Betriebe sei die Beschilderung nochmals angepasst worden, so dass jedem klar sein müsste, dass er absteigen muss. Man habe nachgemessen, es gehe um gerade mal 120 Meter, rechnet Jung vor, der vor allem auf Einsicht setzt. „Im Sinne der eigenen Sicherheit und auch der Sicherheit der Fußgänger/innen dort appellieren wir an Vernunft und Verantwortungsgefühl der Radfahrer/innen, sich an die vorübergehende Regel zu halten und abzusteigen.“

Grundsätzlich gebe es für Radfahrer, die rechtsseitig auf dem Radweg über die Nordwalder Straße kommen, auch die Möglichkeit, sich im Kreuzungsbereich auf die Geradeausspur für Autos zu fädeln und mit dem Autoverkehr in die Kardinal-von-Galen-Straße zu fahren. „Diese Lösung ist allerdings für die Autofahrer/innen sicher gewöhnungsbedürftig und erfordert von den Radfahrer/innen auch eine gewisse Sicherheit und Verkehrsübersicht“, macht Jung deutlich.

„Deshalb empfehlen wir den von der Nordwalder Straße kommenden Radfahrer/innen in der Zeit der Baumaßnahmen auf der Kreuzung, als sicherste Lösung den kleinen Umweg über den Emsdeich in Richtung Hallenbad zu nehmen, um dann von dort über die Rathausstraße in die Innenstadt zu fahren. Diesen Weg möchten wir auch den Schülerinnen und Schülern als beste Variante ans Herz legen, die nach den Sommerferien mit dem Rad über die Nordwalder Straße zu den Schulen in der Innenstadtfahren müssen.“ Die Baumaßnahmen mit den Verkehrseinschränkungen im Kreuzungsbereich werden laut voraussichtlich noch etwa vier Wochen dauern, sprich: Sie werden auch zu Beginn des neuen Schuljahrs noch laufen.

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