Wie die Grevener Schulen sich auf den Neustart nach den Ferien vorbereitet haben
Maskenpflicht und Rechtsfahrgebot

Greven -

Die Sommerferien sind vorbei. Zum Schulstart ändert sich viel, das entscheidende ist die Maskenpflicht. Grundschüler dürfen die Maske am Platz ablegen.

Mittwoch, 12.08.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 15.08.2020, 12:55 Uhr

Der Erlass des Schulministeriums war 21 Seiten lang – üppige Hausaufgaben für Schulleitungen und Lehrkräfte, die den coronakonformen Neubeginn nach dem Ende der Sommerferien vorbereiten mussten.

Von Routine mag Agnes Langenhoff , Leiterin der Martini-Grundschule, daher noch nicht sprechen. Aber eine gewisse Entspannung sei schon eingetreten, weil man sich eben nicht erst seit gestern damit befasse, was in Corona-Zeiten darf und was muss. „Routine ist es noch nicht, aber wir können auf gewisse Erfahrungen zurückgreifen“, sagt die Schulleiterin. In der Präsenzzeit vor den Sommerferien habe man bereits wichtige Regeln eingeübt. „Es war so, dass Eltern und Kinder gut mitgezogen haben.“ Insofern erwarte sie auch einen vergleichsweise reibungslosen Schulstart in dieser Woche. Man habe natürlich den Hygieneplan fortgeschrieben. „Das entscheidende ist die Maskenpflicht“, sagt Agnes Langenhoff. Zwar dürften Grundschüler an ihrem Platz die Maske ablegen. Überall sonst sei das Tragen aber nun zwingend vorgeschrieben. „Die offizielle Pflicht hilft uns. Wir müssen nun nicht mehr diskutieren.“ Mit entsprechendem Personal werde man kontrollieren, wer sich an die Vorgaben hält und wer nicht.

Wichtig ist auch, dass die Kinder weiter nur in festen Lerngruppen zusammenarbeiten. „Die Klasse bleibt als Klasse zusammen.“ Heißt auch: AGs und Angebote, an denen Jungen und Mädchen sonst klassen- oder jahrgangsübergreifend teilnehmen, finden bis auf Weiteres nicht statt.

Speziell für den Donnerstag, an dem die neuen Erstklässler begrüßt werden, hoffen die Grundschulen auf gutes Wetter, weil natürlich ein Großteil der Feierlichkeiten draußen stattfinden sollen, nicht nur, aber auch wegen Corona. Nicht nur an der Josefschule hat man sich dafür entschieden, die neuen Erstklässler jeweils klassenweise und nacheinander zu begrüßen, um allzu große Menschenansammlungen zu vermeiden.

Die Stadt als Schulträger wird im Übrigen nicht mehr Schulbusse einsetzen als in Vor-Corona-Zeiten. „Dadurch, dass in den Bussen grundsätzlich Maskenpflicht besteht, gehen wir davon aus, dass der Infektionsschutz gewährleistet ist“, sagt der städtische Pressesprecher Wolfgang Jung auf Anfrage unserer Zeitung. Sollte sich herausstellen, dass die Busse zu bestimmten Zeiten wirklich „gestopft“ voll seien, müsse „gegebenenfalls nachgesteuert“ werden.

Die Schüler (und im Übrigen auch die Lehrer) müssen sich darauf einstellen, heute selbst eine Maske mit in die Schule zu bringen. „Die Stadt als Schulträger gibt keine Masken an die Schulen aus“, stellt Jung klar. Es sei, wie in anderen Lebensbereichen und Alltagssituationen auch, in denen eine Maskenpflicht besteht (Supermarkt, Arzt, Einzelhandel etc.). Familien und auch den Lehrerkollegien sei es selbst überlassen, dafür zu sorgen, „dass jede/r, der oder die am Schulbetrieb teilnimmt, eine Maske trägt, wenn es gefordert ist. Die Maske ist ja in so vielen Situationen vorgeschrieben, dass auch nach unserer Einschätzung eigentlich jede und jeder über mindestens eine (waschbare) Maske verfügen müsste“, sagt Jung.

Dass nur die älteren Schüler auch in den Klassen Maske tragen müssen, hält eine Leserin für „diskriminierend“. Sie argumentiert: „Vor allen sind die älteren Kinder vernünftiger, um den Abstand zu anderen einzuhalten, während die jüngeren meist weniger aufpassen. Ich finde es für die Kinder, die teilweise die Masken acht Stunden tragen müssen, unmöglich.“

Die Nelson-Mandela-Gesamtschule hat die Schüler via Elternbrief gebeten, auf jeden Fall mehrere Masken mitzubringen, da die Schüler im Bus und während der gesamten Schulzeit eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssen. „Auch die Pausen auf dem Schulhof sind von dieser Regel nicht ausgenommen“, heißt es im Elternbrief. Nur auf Weisung einer Lehrkraft könne im Einzelfall die Maske abgelegt werden, falls es pädagogisch erforderlich sei (etwa bei Referaten). Für jede Jahrgangsstufe gibt es einen eigenen Pausenbereich, zudem werden den Schülern Toilettenanlagen zugewiesen.

Das Gymnasium Augustinianum erinnert die Schüler daran, für ein ausreichendes Frühstück zu sorgen und genug zu trinken. Was banal klingt, hat Gründe: Das Schülercafé kann momentan noch nicht geöffnet, der Wasserspender nicht zur Verfügung gestellt werden. Auch am Gymnasium wird jedem Jahrgang ein fester Ein- und Ausgang zugewiesen. Ausnahmen von der Pflicht, auf dem gesamten Schulgelände und in allen Gebäuden eine Maske zu tragen, gibt es nur beim Essen und Trinken (nur im Freien erlaubt) und beim Sport im Freien. In den Klassen gelten feste Sitzordnungen. Die Garderoben in den Fluren dürfen nicht verwendet werden. Jacken werden über den eigenen Stuhl im Unterrichtsraum gehängt. Wegen der Durchlüftung bleiben die Klassen in den Pausen geöffnet, Wertsachen sollten daher nicht in den Klassen verbleiben. Und auch dies ist im Hygieneplan, der allen Eltern und Schülern zur Verfügung gestellt wurde, geregelt: Auf allen Fluren herrscht wie im Straßenverkehr das „Rechtsfahrgebot“, um den Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten.

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