Debatte über Straßennamen im künftigen Baugebiet Ortsmitte
Bürger sollen entscheiden

Reckenfeld -

Wie sollen die Straßen im künftigen Baugebiet heißen? Im Bezirksausschuss wird diskutiert.

Freitag, 21.08.2020, 10:30 Uhr aktualisiert: 27.08.2020, 09:19 Uhr
Ein Vorschlag der SPD, Straßen nach Reckenfelder Persönlichkeiten zu benennen, kommt nicht zum Tragen – zumindest nicht an dieser Stelle.
Ein Vorschlag der SPD, Straßen nach Reckenfelder Persönlichkeiten zu benennen, kommt nicht zum Tragen – zumindest nicht an dieser Stelle. Foto: SPD Reckenfeld

Straßen, die nach Elsbeth Schlick, Inge Gradel und Gerd Strotmann benannt werden, wird es in der Reckenfelder Ortsmitte voraussichtlich nicht geben. Die SPD Reckenfeld hat für einen entsprechenden Vorschlag jedenfalls keine Mehrheit im Bezirksausschuss bekommen. Stattdessen könnten Straßen in einem (möglichen) Baugebiet südlich des Jägerweges nach den Reckenfelder Persönlichkeiten benannt werden.

Die SPD hatte angeregt, die in der Ortsmitte neu entstehenden Straßen nach verdienten Reckenfeldern zu benennen. Laut Fritz Hesse (SPD) habe man „Bürgerinnen und Bürger ausgesucht, die einiges für Reckenfeld getan haben“.

„Aufgrund der räumlichen Nähe zum Lothar-Fabian-Weg und dem Scharpenbergweg bietet es sich aus unserer Sicht an, auch im neuen Baugebiet die Straßen nach Personen zu benennen, die sich für unseren Ortsteil verdient gemacht haben“, begründete die SPD ihren Vorschlag. Elsbeth Schlick habe sich als FDP-Politikerin und Unternehmerin für den Ortsteil im hohen Maße eingesetzt. SPD-Ratsfrau Inge Gradel habe sich mit hoher sozialer Kompetenz für die Sorgen und Nöte der Menschen in Reckenfeld eingesetzt. Und Gerhard (Gerd) Strotmann habe als als langjähriger Vorsitzender der CDU-Ortsunion das stetige Wachsen Reckenfelds entscheidend mit begleitet und sei als Gestalter und Verwalter des Friedhofes noch vielen in Erinnerung. „Diese drei Namen sind unwiderruflich mit der Geschichte unseres Ortsteiles verbunden und sind nach unserer Auffassung würdig, als Namensgeber für die neuen Straßen zu dienen“, so die SPD.

Die CDU fand den Vorschlag grundsätzlich nicht schlecht. „Der Vorschlag ist gut, die Namen sind schon okay“, sagte Franz-Josef Holthaus. Aber: Man solle doch lieber die Bürger befragen, welche Namen diese sich für das Wohngebiet auf dem früheren Sportplatz vorstellen können. „Wir sollten mit den Bürgern reden und nicht einfach beschließen“, argumentierte Holthaus. Schlick, Gradel und Strotmann könne man dann gerne bei Straßen berücksichtigen, die in einem möglichen Baugebiet südlich des Jägerweges entstehen könnten. Ein solches hatte vor einiger Zeit Ernst Reiling für „Reckenfeld direkt“ angeregt. „Es gibt sehr viele Familien, die bauen wollen, diese Fläche dort wäre sehr attraktiv“, sagte Reiling.

Für die CDU bieten sich die drei Namen auch deshalb für Straßen am Jägerweg an, da in der Nähe schon einige Straßen nach Reckenfelder Persönlichkeiten benannt sind, zum Beispiel die angrenzende Heinrich-Wildemann-Straße.

Annika Stöcker (CDU) erinnerte daran, dass es in Reckenfeld viele Viertel gebe, die namentlich zusammenhängen: Pfarrer-, Flüsse-, Bäume-Viertel zum Beispiel. Daher fände sie es passend, die Persönlichkeiten nahe des Jägerweges zu „sammeln“ und für die Ortsmitte ein „anderes Thema“ zu finden. Reiling schlug der SPD vor, sich doch lieber für Straßen stark zu machen, die an August Bebel oder Ferdinand Lassalle und somit an die Arbeitbewegung erinnern – auch als Kontrast zu Industriestraße und anderen Straßen, die in Reckenfeld nach Industriellen benannt worden sind.

Dominik Uhlenhake (Linke) sprach sich dafür aus, neutrale Namen zu vergeben oder in der Ortsmitte eher Persönlichkeiten zu berücksichtigen, die bundes- oder gar weltweite Bedeutung haben – so wie es die Grevener Gesamtschule mit der Würdigung von Nelson Mandela vorgemacht habe.

Die SPD zog nach diesen vielfältigen Rückmeldungen ihren Antrag zurück. Eine Elsbeth-Schlick-Straße, einen Inge-Gradel-Weg und einen Gerhard-Strotmann-Weg wird es also vorerst nicht geben. Zusammen mit der CDU wollen die Sozialdemokraten nun eine Bürgerbeteiligung organisieren, um Straßennamen für das künftige Baugebiet in der Ortsmitte (ehemaliges Sportgelände) zu finden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7544611?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker