Arme Länder – tolle Mützen
Herbert Kortmann hat über 500 Polizeimützen und Uniformen gesammelt

Greven -

Herbert Kortmann wäre fast Polizist geworden. Aber als Busfahrer konnte er viel besser Polizeimützen sammeln.

Sonntag, 06.09.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.09.2020, 15:20 Uhr
Herbert Kortmann in seiner Kellerwelt voller Polizeimützen und Uniformen.
Herbert Kortmann in seiner Kellerwelt voller Polizeimützen und Uniformen. Foto: Günter Benning

Herbert Kortmann hatte immer seinen Traumberuf. Busfahrer. „Ich bin ständig zu Orten gefahren, für die andere Menschen das ganze Jahr lang sparen mussten“, lacht der Senior. Aber um echte fremde Kulturen zu erleben, da muss er schon in seinen Keller gehen.

Über 500 Polizeimützen aus aller Welt hat er dort ordentlich auf Regalen sortiert. Von Afrika bis nach Kanada, von Nordrhein Westfalen bis nach Neu Delhi. „Interessant“, sagt er, „ist, dass die ärmsten Länder der Welt die schönsten Polizeimützen haben.“

Kortmann – mittlerweile über 80 und immer noch als agiler Chef und Berater des LAS-Seniorenbüros Greven aktiv –, hatte die Leidenschaft für die Polizei schon früh im Blut.

Herbert Kortmann – der Herr der Mützen

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  • Herbert Kortmann und seine Mützensammlung

    Foto: Günter Benning
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Wenn er nicht Busfahrer geworden wäre, hätte er die Polizeilaufbahn eingeschlagen, sagt er. „Ich war auch schon zur Vorstellung in der Carl-Severing-Kaserne in Münster, aber die Kondition und die Zähne waren nicht gut genug.“ Für die Ganovenjagd, wurde ihm gesagt, reiche das nicht.

Dafür hat er in seinem Grevener Einfamilienhaus ein kleines Polizeimuseum eingerichtet.

Polizist an der Tür

Schon an der Haustür begrüßt ein uniformierter Pappkamerad die Gäste. Im Keller erwartet die Besucher dann eine sehr gemischte Wachmannschaft mit einem grau uniformierten Militärpolizisten und deutschen Polizistinnen.

Alles fing an, als es die DDR noch gab. „Ich bin früher immer nach Berlin gefahren“, erinnert sich Kortmann, „und habe mich über die Kontrollen geärgert.“ Als die Mauer fiel, hat er sich mit Grenzern unterhalten und mal nachgefragt, was sie eigentlich mit ihren alten Uniformen so machen.

Das war der Anfang einer Leidenschaft. „Später bin ich dann mit deutschen Uniformen ins Ausland gefahren“, sagt Kortmann. Mützen, Orden, Uniformen – das wird weltweit gesammelt, gehandelt, getauscht.

Kortmann hat kein Kontaktprobleme. „Manchmal habe ich die Polizeibeamten selbst angesprochen, die auf der Kreuzung standen“, sagt er, „manchmal bin ich zur Wache gefahren.“

Herbert Kortmanns Polizeimuseum in Greven

Außerdem ist er dann Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte geworden. „Die hatten Börsen, wo man viel kaufen und tauschen konnte – eine schöne Sache.“ Heute hat das Internet die Börsen abgelöst.

500 Mützen hat Kortmann in seinem Keller. Sie stammen aus 98 Staaten der Erde. Ordentlich stehen sie auf Styroporköpfen, daneben ein Zettel mit dem Dienstgrad und dem Land, aus dem sie stammen.

Der Sammler steht vor seinen Regalen und zeigt auf das oberste Brett: „Das ist ein Polizeidirektor der Bundespolizei.“ Nah daneben ein Polizeidirektor der ehemaligen DDR. Eine Etage darunter firmiert ein Polizeiarzt: „Die haben ganz andere Schulterklappen“, zeigt er auf die sternenbenähten Stoffstücke neben der Mütze.

Neben ihm patrouilliert ein junger Mann in grauer Uniform. Am Ärmel eine Binde, auf der „MP“ steht. „Das war einer der ersten Polizisten, die es bei uns nach dem Krieg gab“, sagt Kortmann.

Sohn fährt US-Car

Sein Sohn übrigens ist ein US-Car-Fan und besitzt ein US-Polizeiauto. „Wenn dann in den Städten ein Blaulichttag veranstaltet wird“, sagt Kortmann, „dann fahren wir zusammen hin. Beide in gleicher US-Uniform.“

Sehr farbenfroh sind auch die afrikanischen Polizeimützen. „Ich kannte jemanden aus dem Bundestag“, erklärt das Kortmann. Der fuhr nach Afrika und besuchte mal diese, mal jene Botschaft. Am Ende erhielt der Grevener ein Paket mit schönen Polizeikäppis vom schwarzen Kontinent.

Die Welt ist voller Sammler. „Viele Polizeidirektionen und -inspektionen haben ein eigenes Polizeimuseum“, sagt Kortmann, „da kommt aber nicht jeder rein.“

Er zieht aus einem Kleiderständer ein Polizeihemd der New Yorker City Polizei heraus. „Sowas habe ich auch schon auf Wachen bekommen, aber die Bedingung war, dass ich eine deutsche Mütze schicke.“ Wer Interesse an der Schau hat, kann Herbert Kortmann direkt ansprechen: „Wir hatten schon viele Besucher hier.“

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