Felix Froning stellt zweites Buch vor
„Der Stil ist schon erwachsener“

Greven -

Die Ideen gehen dem 18-Jährigen nie aus, auch jetzt gibt es schon Überlegungen für ein drittes Werk.

Dienstag, 08.09.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 10:20 Uhr
Felix Froning erzählt in „Auf halbem Weg ins Nirgendwo“ die Geschichte eines namenlosen Ich-Erzählers, der auf der Flucht aus der Gesellschaft unterschiedlichste Situationen erlebt.
Felix Froning erzählt in „Auf halbem Weg ins Nirgendwo“ die Geschichte eines namenlosen Ich-Erzählers, der auf der Flucht aus der Gesellschaft unterschiedlichste Situationen erlebt. Foto: Luca Pals

„Auf halbem Weg ins Nirgendwo.“ Eine Sache gleich zu Beginn: „Mit mir ist alles okay“, schmunzelt Felix Froning . Zwar könnte man beim Titel seines neuen Buches etwas anderes denken, der 18-jährige Grevener beteuert aber: „Das ist überhaupt nichts Biografisches.“

In seinem neuen Buch geht es um einen namenlosen Ich-Erzähler, der sich selbst in der Gesellschaft und dem Leben an sich nicht wiederfinden kann und auf der Suche nach Neuem ist: Nach dem Nirgendwo.

Die Novelle aus der Feder des zukünftigen Studenten – am 1. August im Selbstverlag erschienen – ist für ihn nicht das Debüt. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres erschien der Fantasy-Roman „Prisma“ auf 360 Seiten.

Nun – mit 54 Seiten um einiges dünner und leichter – liegt „Auf dem halben Weg ins Nirgendwo“ aus. Das Cover ziert neben dem Autorennamen und dem Titel eine aufrecht stehend abbrennende Zigarette.

„Ich bin ein wenig stolz auf das Buch“, gibt der 2020er-Abiturient im Gespräch mit unserer Zeitung zu: „Die Geschichte ist erwachsener als der erste Roman. Es ist anspruchsvoller zu lesen und ich habe viel mit sprachlichen Mitteln gespielt.“

In sieben Kapiteln wird die Reise des Ich-Erzählers ins Nirgendwo beschrieben. Ob er dieses erreicht, das will Froning nicht verraten: „Das wäre ja ein Spoiler.“

Zu viel vorweggreifen will er selbstverständlich nicht. Dass in jedem der sieben Kapitel der Ich-Erzähler einem neuen Charakter begegnet, der ihm zeigt, dass er sich nicht aus Gesellschaft und dem Leben herausziehen kann, kann dennoch erzählt werden. „Die Psychologie des Menschen, der Gedanke von Verlust – das sind alles Themen, die mich sehr interessieren“, sagt der zukünftige Lehramtsstudent für Englisch und Politikwissenschaften.

Froning gibt zu: „Es ist doch etwas ungewöhnlich, 2020 eine Novelle zu schreiben.“ Die Idee sei ihm zu Beginn des Jahres gekommen – damals noch im Deutsch-Unterricht: „Wir haben gerade moderne Literatur besprochen.“

Das war „kurz vor Corona“, im März, April setzte er sich ans schreiben: „Da hatte man sowieso sehr viel Zeit.“ Trotz Abiturklausuren sei er sehr gut vorangekommen, Ende Juni waren die 54 Seiten fertig. Beim Schreiben bestärkte ihn die Resonanz von Freunden auf den ersten Roman: „Prisma kam durch die Bank sehr gut an. Viele haben mir gesagt, dass die Charaktere sehr gut geschrieben seien und die Story gut aufeinander aufgebaut habe.“

Feedback, das ihn weiter schreiben lässt. Die Ideen gehen sowieso nie aus, auch jetzt gibt es schon Überlegungen für ein drittes Werk: „Vielleicht dann ja mal eine Trilogie“, überlegt er.

„Auf halbem Weg ins Nirgendwo“ gibt es überall, wo es Bücher gibt. Zum Beispiel bei Cramer und Löw in Greven.

Der Kreativität sind ja generell nie Grenzen gesetzt und so gibt es neben der neuen Erzählung nun auch einen Podcast. Zusammen mit Fabian Buschen, ebenfalls aus Greven, wird unter dem Titel „Guckreiz“ geplaudert, was das Zeug hält. In bereits 15 Folgen reden die beiden Grevener über Filme und Serien aus allen Genres.

„Wir schauen beide gerne Filme und es macht uns sehr viel Spaß, darüber zu reden“, sagt Froning, „Wir hatten schon öfters gedacht: Wenn das jetzt jemand aufnehmen würde.“

Der Konjunktiv ist Realität geworden, auf Plattformen wie Spotify kann man den beiden zuhören – meist gehen die Folgen 1,5 Stunden lang. „Wir haben ein gutes Feedback bekommen, weil es sehr authentisch ist. Manche sagen aber auch, dass es zu lang sei“, sagt Froning.

Aber: „Wir machen das in erster Linie für uns. Weil es uns Spaß macht.“ Zurzeit produzieren sie viel vor, in Zukunft wollen sie wöchentlich eine Folge herausbringen: „Wir bereiten uns jeweils darauf vor, in dem wir andere Serien schauen.“

Das Studium würde eh erst im November beginnen, bis dahin habe man noch sehr viel Zeit. Zeit für eine Menge Kreativität.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7572581?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker