Heute ist Warntag
Sie heulen wieder im neuen Design

Greven -

Der Bund, das Land und der Kreis wollten, dass die Kommunen (wieder) über Sirenen verfügen, um die Bürger im Katastrophenfall warnen zu können.

Donnerstag, 10.09.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 08:48 Uhr
Irgendwie hat man sich eine Sirene anders vorgestellt. Aber das hohe Ding an der Stange mit den Trichtern ist wirklich eine – allerdings hochmoderne – Sirene, die auf dem Rathausdach steht.
Irgendwie hat man sich eine Sirene anders vorgestellt. Aber das hohe Ding an der Stange mit den Trichtern ist wirklich eine – allerdings hochmoderne – Sirene, die auf dem Rathausdach steht. Foto: Peter Beckmann

Pieper, Funk – dieses neumoderne Zeugs gab es früher nicht. Und so wurden die Feuerwehrleute mit Hilfe von Sirenen alarmiert, wenn es irgendwo brannte. 29 Stück gab es davon, so dass auch auf jedem Bauernhof der Alarm zu hören war. Anfang der 90er Jahre wurden sie allerdings alle abgebaut – um jetzt wieder installiert zu werden. In Greven gibt es wieder zwei davon, und diese werden heute um 11 Uhr ausgelöst, um deren Funktion zu überprüfen.

An diesem Tag findet nämlich der erste bundesweite Warntag seit der Wiedervereinigung statt. Das Signal zur Warnung soll dieses Jahr um 11 Uhr und das zur Entwarnung um 11.20 Uhr erfolgen. Zur Warnung der Bevölkerung nutzen Bund, Länder und Kommunen alle verfügbaren Kommunikationskanäle: so etwa das vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betriebene Modulare Warnsystem mit der schönen Abkürzung MoWaS und die Warn-App NINA, eine Vielzahl von Medien und Rundfunksendern bis hin zu Sirenen vor Ort.

Wie gesagt: In Greven gibt es seit kurzem wieder zwei Sirenen. Die eine ist auf dem Dach des Rathauses befestigt, die andere auf dem Dach der Anne-Frank-Realschule im Westen der Stadt. Diese Sirenen sollten eigentlich schon wesentlich früher installiert werden. „Aber da alle Kommunen wieder Sirenen bestellt haben, gab es Lieferschwierigkeiten“, erklärte Wolfgang Jung , Pressesprecher der Stadtverwaltung.

Der Bund, das Land und der Kreis wollten, dass die Kommunen (wieder) über Sirenen verfügen, um die Bürger im Katastrophenfall warnen zu können. Und so bezahlt das Land die Sirenen komplett, was fast alle Kommunen dankbar annahmen.

Früher wurden die Sirenen häufiger getestet, oft samstags um 12 Uhr. Die 29 Sirenen in Greven gehörten damals dem Bund. Der bot sie dann der Stadt an, die lehnte aber dankend ab. Nicht ohne Grund: Die alten Schätzchen stammten teilweise noch aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Und deshalb wurden sie dann Anfang der 90er-Jahre abgebaut.

Heute ab 11 Uhr wird jedenfalls ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton zu hören sein, der „potenziell betroffene Menschen“ vor einer möglichen Gefahrenlage warnen soll. Mit der Alarmierung der Feuerwehr haben die Sirenen natürlich nichts mehr zu tun. Da gibt es inzwischen andere effizientere Wege. Und nach dem Auf und Ab folgt ein einminütiger Dauerton zur Entwarnung.

Das Prozedere wird künftig jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September durchgeführt. Auch in Greven, damit die Bevölkerung im Westen und in der Stadtmitte gewarnt werden kann. Der Kauf weiterer Sirenen – zum Beispiel für den Grevener Osten oder Reckenfeld – ist derzeit nicht geplant. „Die Sirenen müssen auf städtischen Gebäuden stehen, aber das Feuerwehrhaus in Reckenfeld ist nicht hoch genug“, erklärt Jung. Aber zur Not gibt es noch vier mobile Sirenen, die bei der Feuerwehr liegen.

Krach machen die beiden Sirenen, die pro Stück 13 400 Euro kosten, jedenfalls reichlich. Die Sirene auf dem Rathaus bringt es auf 121 dB A, die auf der Anne-Frank-Realschule auf 115 dB A, was dann einem Schalldruckpegel von zwischen 50 und 90 dB A entspricht.

Und das ist ganz schön laut . . .

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