Stadt muss und will modernisieren - kann aber noch nichts zum Zeitpunkt sagen
Lange To-Do-Liste fürs Gerätehaus

Reckenfeld -

Rein in die Klamotten und direkt in die Fahrzeuge. Das ist heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr gewünscht und soll sich ändern.

Freitag, 11.09.2020, 11:30 Uhr aktualisiert: 14.09.2020, 08:48 Uhr
Das Gerätehaus an der Bahnhofstraße ist in die Jahre gekommen.
Das Gerätehaus an der Bahnhofstraße ist in die Jahre gekommen. Foto: Oliver Hengst

Das Reckenfelder Feuerwehrgerätehaus ist in die Jahre gekommen. Das Gebäude aus dem 1988 entspricht zum Teil nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Das soll sich ändern.

Unter anderem dies: Lange Zeit war es normal, dass sich Feuerwehrleute in der Fahrzeughalle umziehen – rein in die Klamotten und direkt in die Fahrzeuge. Das ist heute aus verschiedenen Gründen nicht mehr gewünscht. „Das stellt natürlich auch eine Unfallgefahr dar“, erläutert Grevens Feuerwehrchef Sebastian Greufe . In Schmedehausen, wo eine neue Wache entstand, habe man das baulich vorbildlich gelöst: Hinter dem Haus parken, dann direkt in die Umkleiden und von dort in die Fahrzeughalle, aus der die Fahrzeuge nach vorne herausfahren. „Da kreuzen sich keine Wege mehr.“ Und noch aus einem anderem Grund sind Umkleiden heute nötig: weil sich immer mehr Frauen in der Feuerwehr engagieren, auch in Reckenfeld. Die Einrichtung von separaten Umkleidemöglichkeiten und ggf. Duschen steht daher für Reckenfeld im Brandschutzbedarfsplan.

Zudem soll das Gerätehaus eine modernere Abgasabsauganlage erhalten, die die Kontamination der Halle mit Fahrzeugabgasen minimiert.

Auch der Einbau von automatischen Toren steht auf der To-Do-Liste. „Die Reckenfelder ziehen die Tore jetzt noch von Hand hoch“, erläutert Greufe. Das dauere nicht nur länger, sondern stelle auch eine Gefahr dar: Einmal nicht aufgepasst, schon hat man sich die Finger in den Ketten gequetscht.

Auch eine Erweiterung der Lagermöglichkeiten steht seit langem auf der Wunschliste. Überhaupt lässt die Ausstattung bisweilen zu wünschen übrig. So soll es dem Vernehmen nach nicht mal genug Stühle geben, um bei Generalversammlungen alle Besucher unterbringen zu können.

Apropos zu wenig: Auch die Parkplätze für die Feuerwehrleute reichen nicht aus. Laut Greufe müsse für jeden Mann / jede Frau in einem Feuerwehrfahrzeug ein Parkplatz eingeplant werden. Macht bei der Fahrzeugausstattung der Reckenfelder Wehr 26 Parkplätze – die gibt es in Reckenfeld aber nicht. Ebenfalls besteht Bedarf, bei der so genannten Schwarz-Weiß-Trennung nachzubessern. Das bezieht sich auf Kleidung, die im Einsatz durch Rauch und andere Schadstoffe kontaminiert wird. Diese Schadstoffe sollen die Einsatzkräfte verständlicherweise nicht mit nach Hause nehmen. Nötig ist dafür unter anderem eine klare räumliche Trennung zwischen Einsatz- und Sozialbereich.

Im Bezirksausschuss erkundigte sich kürzlich Anika Stöcker (CDU) nach Möglichkeiten, für die Modernisierung des Gerätehauses Landesfördermittel in Anspruch zu nehmen. Nach ihrer Kenntnis laufe das Förderprogramm Ende September aus. Nach Auskunft von Bürgermeister Peter Vennemeyer soll das Programm jedoch verlängert werden. „Das lässt mich hoffen“, sagte Anika Stöcker dazu. Nach ihrer Recherche sei das Programm zugeschnitten auf Orte oder Ortsteile bis 10 000 Einwohner, also für Reckenfeld genau passend.

Die Chancen, zum Zuge zu kommen, sind laut Vennemeyer allerdings überschaubar. „Das was zur Verfügung stand, reicht für zwölf Feuerwehrgerätehäuser im Land – bei weit über 400 Kommunen.“ Um da berücksichtigt zu werden, müsse man „schon einen fertigen Plan in der Tasche haben, den haben wir nicht“, sagte Vennemeyer. In einer früheren Sitzung hatte er erläutert, dass die Planungen „noch nicht antragsreif“ seien, so dass ein Förderantrag wohl frühestens im Jahr 2021 gestellt werden könne.

Nach Informationen unserer Zeitung hat es gleichwohl schon zwei Ortstermine von Verwaltung und Feuerwehr im Gerätehaus Reckenfeld gegeben. Einen genauen Zeitplan gibt es allerdings noch nicht. Und auch die Höhe der Investitionen steht noch nicht fest. „Reckenfeld liegt an“, sagt Stadt-Pressesprecher Wolfgang Jung auf Anfrage. „Aber in konkreten Planungen sind wir noch nicht.“ Gimbte genieße aktuell Priorität, weil die Mängel dort größer seien – aber auch, weil die Planungskapazitäten im Rathaus begrenzt seien. Und es sei nicht auszuschließen, dass weitere Projekte im Kita- oder Schulbereich für weiteren Zeitverzug beim Reckenfelder Gerätehaus sorgen könnten.

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