Kirchweihe der neuen Josefkirche an vier Tagen im Oktober
Die Kirche der Zukunft

Greven -

Die neue Josefkirche ist ein Meilenstein für Greven. Kirche und Gemeindezentrum in einem soll sie neuen Schwung ins Gemeindeleben bringen. Ein Baustellenbesuch mit Pfarrer Klaus Lunemann.

Freitag, 18.09.2020, 15:52 Uhr aktualisiert: 23.09.2020, 11:16 Uhr
Pfarrer Klaus Lunemann im neuen Kirchenraum: Rechts eine große Fensterfront. Im Hintergrund der Lichtschein der Rosette aus der alten Josefkirche, der morgens an der Wand entlang wandert.
Pfarrer Klaus Lunemann im neuen Kirchenraum: Rechts eine große Fensterfront. Im Hintergrund der Lichtschein der Rosette aus der alten Josefkirche, der morgens an der Wand entlang wandert. Foto: Günter Benning

Jetzt haben die Maler und Tischler das Sagen. In der neuen Josefkirche wird Weiß aufgetragen. Und Pfarrer Klaus Lunemann zeigt auf die Wand, vor der einmal Altar und Ambo stehen werden: „Da ist das Licht der alten Rosette.“ Tatsächlich, die farbigen Gläser, die vor dem Abriss der alten Josefkirche abmontiert wurden, werfen bunte Muster an die Wand. Im Laufe des Morgens wandern sie – ein Anhaltspunkt zum Meditieren.

„Hier sehen wir jetzt auch, dass die Kirche innen ähnlich hoch ist wie der Chorraum der alten Kirche“, erklärt Lunemann. Spitz läuft das Dach zusammen, die Kirche ist hell und offen. Am Boden schützt noch eine weiße Folie den Sandstein, der darunter bereits verlegt ist.

Ende September wird die Künstlerin Sabine Straub Altar, Ambo, Taufbecken und Tabernakel in der Kirche platzieren. Sie ist die Gewinnerin eines Künstlerwettbewerbs, der während der Bauphase durchgeführt wird.

„Kann man die bewegen?“, fragt ein Maler im Hintergrund. Er meint die Schiebewand, die jetzt noch zur Seite gerückt ist. Mit einigen Handgriffen werden die Wandelement an Schienen vorgezogen. Im Normalbetrieb wird der Kirchenraum abgetrennt sein. Zwei Gruppenräume können bei Bedarf einzeln „zugeschaltet“ werden.

Ein Blick in die Sakristei. Sie ist hinter der Altarwand, an ihrem Ende führt eine steile Treppe in den Glockenraum. Die neue Josefkirche hat zwar keinen Glockenturm, aber sie wird trotzdem klingen. Zwei der alten Josefglocken sind hier aufgehängt und gestimmt. Die Schalllöcher sind die vielen kleinen Kreuze über der Kreuznische an der Frontseite.

Eingeweiht wird die neue Josefkirche gleich an vier Tagen. „Wir wollten eigentlich ein großes Fest für alle feiern“, sagt Pastoralreferent Matthias Brinkschulte, der den Bau die ganze Zeit begleitet hat. Doch Corona machte das unmöglich. Stattdessen finden an vier Tagen vom 9. bis 12. Oktober viele einzelnen Veranstaltungen für Gruppen, Familien, Jugendliche in der Gemeinde statt. Am Montag treffen sich die Seelsorger der Region zu einem Konveniat in der Kirche, die im ganzen Bistum die einzige Neubaukirche ist. In einer Zeit, in der mehr von Rückbau die Rede ist.

Die Eröffnung der neuen Kirche läutet übrigens auch die Schließung der Marienkirche ein. Am vergangenen Wochenende fand der letzte Jugendgottesdienst dort statt. Ende Oktober soll dann über die Entwürfe eines Architektenwettbewerbs entschieden werden. Sieben Büros haben ihre Entwürfe eingereicht. „Jedes Büros“, sagt Michael Hüttermann, Verwaltungsreferent der Kirchengemeinde, „musste einen Investor mitbringen.“ Eines steht fest: Eine Kirchennutzung wird es nicht mehr geben.“

Doch in einem der entstehenden Gebäude hat sich die Gemeinde Platz für die Bücherei und Gemeinderäume ausbedungen.

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