Zweifache Mutter beklaut ehemaligen Lebensgefährten
Zwei Jahren und drei Monate ohne Bewährung

Greven -

Die Angeklagte ist mehrfach vorbestraft und hatte bis 2012 bereits ein Jahr und neun Monate im Gefängnis wegen elf Betrugstaten und weiterer Delikte verbüßt.

Dienstag, 13.10.2020, 12:15 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 10:14 Uhr

Am vergangenen Freitag wurde zum zweiten Mal gegen eine 29-jährige zweifache Mutter, die zur Tatzeit in Greven wohnte, beim Schöffengericht in Rheine verhandelt. Bereits am 13. März endete die Verhandlung mit einem Urteil von zwei Jahren und drei Monate ohne Bewährung wegen Betrugs in sechs Fällen, das am Freitag bestätigt wurde. Auf Nachfrage bei der Richterin erklärte sie, dass der Prozess aus „formalen Gründen“ wiederholt werden musste.

Die Angeklagte hatte im vergangenen Jahr sechsmal von dem Konto ihres Lebensgefährten mit seiner Scheckkarte und PIN insgesamt 3725 Euro abgehoben, wie sie vor Gericht auch freimütig einräumte. „So ist es, ich will dazu keine näheren Angaben machen.“ Die Staatsanwältin hatte jetzt allerdings mit zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung deutlich mehr als im März beantragt. Sie lastete der Angeklagten erheblich an, dass sie nach dem ersten Urteil bis zur Verhandlung am Freitag nicht einen einzigen Cent an ihren Ex-Freund zurückgezahlt hatte, wie diese auf Anfrage erklärte mit der „lapidaren“ Entschuldigung: „Ich hatte seine Kontaktdaten ja nicht“. Das Gericht legte der Frau mit dem Urteil auf, die 3725 Euro an ihren Lebensgefährten zu erstatten.

Die Angeklagte ist mehrfach einschlägig vorbestraft und hatte bis 2012 bereits ein Jahr und neun Monate im Gefängnis wegen elf Betrugstaten und weiterer Delikte verbüßt. Sie ist Mutter von zwei Kindern, von denen eines in einer Pflegefamilien lebt. Inzwischen wohnt sie wieder in Meppen, wo sie auch aufgewachsen ist, wie sie sagte. Ihr 29-jähriger Ex-Freund aus Greven erklärte als Zeuge, dass sie seit 2014 ein Paar waren, aber nicht zusammen gewohnt hätten. Er erstattete am 24. Juni 2019 Anzeige, nachdem sie ihn wortlos verlassen hätte. Zuvor hätte sie sein Konto leergeräumt. „Ich wäre fast obdachlos geworden ohne Krankenversicherung“, berichtete er von den Folgen. Um die Schulden auszugleichen, lieh er sich 2500 Euro.

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