Freispruch für 37-jährigen Grevener
Marihuana-Deal nicht nachweisbar

Greven -

„Wir können Ihnen die Tat nicht nachweisen und sprechen Sie infolgedessen von dem Tatvorwurf frei“, sagte die Vorsitzende des Schöffengerichts.

Mittwoch, 14.10.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 16.10.2020, 10:15 Uhr
Freispruch für 37-jährigen Grevener: Marihuana-Deal nicht nachweisbar
Foto: Jürgen Peperhowe

Wegen des Verkaufs von einem Kilogramm Marihuana für 5800 Euro in einer Pizzeria in der Nähe des Rathauses von Greven saß gestern ein 37-jähriger Angeklagter aus Greven in Rheine vor Gericht. Der wies den Vorwurf weit von sich, gab zu, sich mit Kollegen, die bei den Bandidos waren, dort getroffen zu haben, „aber über Drogen haben wir nicht gesprochen“, behauptete er. Zu widerlegen war das nicht, so dass der Prozess mit einem Freispruch auf Antrag der Staatsanwältin und des Verteidigers endete.

Die Vorsitzende des Schöffengerichts sagte in der Urteilsbegründung: „Es gab Hinweise im Rahmen einer Telefonüberwachung, aber wir können Ihnen die Tat nicht nachweisen und sprechen Sie infolgedessen von dem Tatvorwurf frei.“

Ein 33-jähriger Zeuge wurde aus der Haft vorgeführt, hatte aber erhebliche Erinnerungslücken, als es um seine Drogengeschäfte ging. Erschwerend kam hinzu, dass seine Beteiligung an der Tat – er soll den Kontakt dazu hergestellt haben – in seinem Prozess im Hinblick auf andere schwerwiegendere Straftaten eingestellt worden war. Deswegen fürchtete der Häftling auch, dass das Verfahren bei seiner Aussage wieder aufgenommen werden könnte.

Der zweite 29-jährige Zeuge erklärte, dass er das Kilogramm Marihuana gekauft hätte, „ich glaube in Greven“, aber sicher war er sich nicht. Er sei mit dem vorherigen Zeugen in Greven gewesen und hätte dort den Verkäufer getroffen. Ob es in einer „Döner-Bude oder Pizzeria“ gewesen sei, wusste er angeblich nicht mehr. Für das Geschäft hätten sie sich in einer Sackgasse getroffen. Den Angeklagten erkannte er nicht, wie er sagte. „Wir haben uns aber auch nur zwei Minuten gesehen“. Er habe 5800 Euro für ein Kilogramm Marihuana bezahlt.

Die Richterin verlas aus der Telefonüberwachung der Haupttäter, deren Prozess am Landgericht verhandelt wurde. In diesem Zusammenhang kam es zu den Ermittlungen gegen den Angeklagten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7631479?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker