Verfahren wegen Einbruchs in Gimbte und Ibbenbüren
Gold geklaut statt Ferkel gekauft

Gimbte -

In reichlich Widersprüche verstrickten sich Mutter und Tochter vor Gericht. Sie sollen unter anderem in Häuser in Gimbte eingebrochen sein.

Mittwoch, 28.10.2020, 17:12 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 10:36 Uhr
Verfahren wegen Einbruchs in Gimbte und Ibbenbüren: Gold geklaut statt Ferkel gekauft

Mutter und Tochter im Alter von 42 und 25 Jahren aus Hamburg und Oberhausen wurden am Dienstag in Handschellen aus der Untersuchungshaft beim Schöffengericht in Rheine vorgeführt. Sie sollen gemeinsam mit einer dritten unbekannten Person im Juli in Gimbte und Ibbenbüren in abgelegene Häuser eingebrochen sein.

Während sie in Gimbte von einem Beobachter offensichtlich gestört wurden, zwar in das Haus durch Aufhebeln der Terrassentür eingedrungen seien, aber dann flüchteten, vollendeten sie den Einbruch in Ibbenbüren mit dem Diebstahl von Schmuck im Wert von 2130 Euro, so warf es der Staatsanwalt den beiden Frauen vor. Am Ende wurde die Mutter wegen besonders schweren Diebstahls in zwei Fällen zu zwei Jahren ohne Bewährung, die Tochter wegen derselben Tat zu zwei Jahren mit Bewährung verurteilt.

Der Staatsanwalt hatte gegen die Mutter ein Jahr und elf Monate, gegen die Tochter zwei Jahre, jeweils ohne Bewährung beantragt. Beide waren wegen Diebstahls vorbestraft, die Tochter mehr als die Mutter.

Während die Tochter auf Anraten ihres Anwalts von ihrem Schweigerecht Gebrauch machte, sagte die Mutter aus. Sie bestritt über eine Dolmetscherin die Tat und sagte: „Mir gefällt nicht, dass man mir den Diebstahl unterstellt. Ich habe kein Gold genommen und kein Gold gesehen“.

In Ibbenbüren wurden die Frauen festgenommen, weil die Mutter den schwarzen Golf fuhr und in einem Waldstück in Uffeln steckenblieb. Ein Mann habe ihr Hilfe angeboten, tatsächlich aber die Polizei gerufen. Er hatte, wie er als Zeuge sagte, gesehen, dass die junge Frau mit einer großen „gefüllten“ Tasche unter dem Arm in das Auto geflüchtet war. Kurz darauf hätte sich der Pkw festgefahren.

Auf die Frage der Richterin, was Mutter und Tochter in der abgelegenen Gegend gewollt hätten, antwortete die Mutter: „Wir wollten ein Ferkel, Tomaten und Kartoffeln für ein Fest in Oberhausen bei der Tochter kaufen“. Sie sei nur gefahren, die Tochter habe ihr den Weg über das Handy gewiesen. Das Mobiltelefon wurde ihnen zum Verhängnis, weil die Polizei ihre Anwesenheit in Gimbte und Ibbenbüren anhand der Daten nachwiesen konnte, wenngleich der Verteidiger der jungen Frau die Genauigkeit der „Funkzellenortung“ anzweifelte.

Ein 37-jähriger Kraftfahrer und Anwohner in Gimbte hatte die Mutter an dem schwarzen Golf gesehen: „Sie lief hektisch um den Pkw herum mit einem Handy am Ohr, das stank zum Himmel“, sagte er als Zeuge. Er habe das Kennzeichen fotografiert und die Polizei informiert. Auch die Tochter habe er gesehen und erkannte beide zu „hundert Prozent“ wieder. An dem Haus einer 70-jährigen Frau wurden erhebliche Einbruchspuren an der Haus- und Terrassentür festgestellt. Sie sei bei der Heimkehr schockiert gewesen und fühlte sich nachhaltig belastet, sagte sie als Zeugin.

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