Kulturinitiative stellt neues Halbjahresprogramm vor – trotz großer Ungewissheit zu Corona-Vorgaben
KI und Künstler stehen bereit

Greven -

Sie würden gerne – wenn man sie lässt. Die Aktiven der Kulturinitiative haben ein neues Halbjahresprogramm erarbeitet, das Mitte Januar starten soll. Ob die dann geltenden Corona-Vorschriften das zulassen – derzeit offen. Unter anderem soll Heinz Rudolf Kunze nach Greven kommen.

Donnerstag, 29.10.2020, 10:45 Uhr aktualisiert: 29.10.2020, 10:50 Uhr
Was tatsächlich in welchem Rahmen stattfinden kann, müssen Ulrich Reske, Peter Hamelmann und Werner Jacobs (von rechts) abwarten. Sie hoffen aber, dass die Arbeit, die schon ins neue Programm floss, nicht umsonst war.
Was tatsächlich in welchem Rahmen stattfinden kann, müssen Ulrich Reske, Peter Hamelmann und Werner Jacobs (von rechts) abwarten. Sie hoffen aber, dass die Arbeit, die schon ins neue Programm floss, nicht umsonst war. Foto: Oliver Hengst

Die Vorfreude auf das neue Halbjahresprogramm ist bei den Machern der Kultinitiative (KI) groß. Mindestens genauso groß sind aber auch die Fragezeichen. Wird alles wie geplant stattfinden können? Oder müssen Verstaltungen reduziert oder abgesagt werden? Und was würde das für die Finanzen des Vereins bedeuten?

Gewichtige Fragen, denen sich der neu formierte Vorstand der KI stellen muss. Doch Werner Jacobs , Ulrich Reske und Peter Hamelmann sind zuversichtlich, dass trotz problematischer Rahmenbedingungen ein Kulturangebot möglich ist. Irgendwie. Und so haben sie ein neues Halbjahresprogramm geplant, Flyer gedruckt, lassen Werbung und Vorverkauf anlaufen. Alles Weitere muss man dann sehen und entscheiden, wenn es soweit ist – also in der Regel kurz vor den jeweiligen Auftritten. Jacobs rechnet damit, dass bis Mitte Januar – dann startet das Halbjahresprogramm – neue Vorgaben aus Berlin und/oder Düsseldorf kommen werden, die die KI und ihre Veranstaltungen betreffen. „Da müssen und werden wir uns natürlich dran halten“, sagt Jacobs. Wie es dann um die am Mittwoch in Berlin beschlossenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens stehen wird – derzeit noch völlig offen.

Ulrich Reske: „Wir werden den Künstlern entgegen kommen müssen. Die Künstler sind in einer schwierigen Situation, wir sind in einer schwierigen Situation.“ Gemeinsam werde man – unter Beachtung der jeweils geltenden Regeln – Lösungen finden. So habe man sich beispielsweise, erläutert Hamelmann, für viele geplante Veranstaltungen die Option offenhalten, in die Kulturschmiede oder ins Ballenlager zu gehen. Im Ballenlager wären Abstandsregeln leichter einzuhalten, falls nötig. „Aber das ist natürlich auch mit Kosten für die KI verbunden. Das Ballenlager kostet nun mal mehr“, macht Reske deutlich.

Angesichts der vielen Probleme sind die Kultur-Arbeiter umso dankbarer für treue Kunden, die trotz Corona-Unsicherheit Karten ordern. „Es gibt einen harten Kern. Aber die Gelegenheitskäufer bleiben aus“, hat Hamelmann festgestellt. Klar ist: Es gibt Kunden, die nach Kultur-Veranstaltungen regelrecht dürsten, aber eben auch jene, die sich zurückhalten, weil sie vorsichtig sind oder die Umstände scheuen – etwa eine drohende Maskenpflicht nicht nur im Umfeld, sondern während der gesamten Veranstaltung.

Die Künstler jedenfalls, die zum Teil schon lange vor Corona gebucht worden sind, stehen bereit. Bei den jüngsten Veranstaltungen hat Jakobs festgestellt: „Alle sind heilfroh, dass sie spielen dürfen. Viele hatten ein halbes Jahr lang keinen Auftritt, keine Einnahmen.“

Eine Besonderheit ist zu beachten: Das Kabarett-Trio „Storno“ hat storniert und wird den im Flyer genanten Termin nicht wahrnehmen. Kein Grund zum Grollen, findet Reske, der die Absage durch die Künstler „verantwortungsvoll“ nennt. Alle eint die Hoffnung, den Auftritt eventuell im Sommer nachholen zu können.

Was die KI vorbereitet habe, sei ein „bärenstarkes Programm“, sagt Jacobs, eine sehr breite und gelungene Mischung aus etablierten und bekannten Künstlern, und solchen, die ebenfalls für hochwertige Kultur stehen, gleichwohl noch nicht so bekannt sind.

Ein „absolutes Highlight“ ist für Jackobs der Besuch von Vatikan-Experte Andreas Englisch, den noch Ex-Vorsitzender Egon Koling nach Greven lotste. Sicher der bekannteste Name: Heinz Rudolf Kunze, den die KI erstmals in Greven begrüßen kann. Auf Andres Krümmert freut sich Jakobs „riesig“. Gleiches gilt für die Nighthawks, die Reske schon in Berlin, aber eben noch nie in Greven spielen hörte. „In ihrem Genre sind sie absolute Spitze“, sagt er. Zed Mitchel, die Bullemänner und die 6-Zylinder muss man nicht mehr vorstellen. Weitere Veranstaltungen runden das Programm hochwertig ab.

Unterdessen reagiert die KI kurzfristig: Das für den 30. Oktober geplante Konzert (Berlin 21) wird verlegt. Es findet nun am Freitag, 5. November 2021, ab 20 Uhr in der Kulturschmiede statt. Tickets behalten ihre Gültigkeit. Alternativ können die Tickets bei Greven Marketing zurückgegeben und der Eintrittspreis erstattet werden.

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