Marcel Lembeck bester Tischler-Azubi in NRW / Deutsche Meisterschaften in 2021
Mit Eichen-Sideboard an die Spitze

GReven -

Bester Absolvent einer Tischler-Ausbildung im Kreis, im Regierungsbezirk Münster, in ganz NRW: 2021 darf Marcel Lembeck unser Bundesland bei den Deutschen Meisterschaften vertreten.

Mittwoch, 18.11.2020, 10:15 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 10:20 Uhr
Marcel Lembeck wurde zum besten Tischler-Prüfling in NRW gekürt. Sein Sideboard überzeugte auf ganzer Linie.
Marcel Lembeck wurde zum besten Tischler-Prüfling in NRW gekürt. Sein Sideboard überzeugte auf ganzer Linie. Foto: Oliver Hengst / Privat

Dass er mal den Tischlerberuf ergreifen würde – das kam nicht überraschend. „Das wurde mir mehr oder weniger in die Wiege gelegt“, sagt Marcel Lembeck, dessen Eltern eine Tischlerei betreiben. Soweit, so vorhersehbar. Dass er bei seiner Gesellenprüfung allerdings derart gut abschneiden würde, war kaum planbar.

Wobei das mit dem „guten“ Abschluss deutlich untertrieben ist. Lembeck schloss sehr gut ab, sogar hervorragend. Nach drei Jahren Ausbildung im Betrieb „Kreativtischler Lanvers &  Isermann “ in Greven fertigte Lembeck sein Gesellenstück – ein Sideboard aus Eiche mit klassischen Verbindungen. „Alles handgefertigt“, sagt Lembeck.

Die Prüfer waren mehr als angetan. Insgesamt schaffte Lembeck 93,5 von 100 möglichen Punkten – Prüfungsbester Tischler-Azubi im Kreis Steinfurt. Bester unter 60 immerhin. „Das ist schon außergewöhnlich“, sagt Alfred Engeler von der Kreishandwerkerschaft zu der sehr hohen Punktzahl, die Lembeck erreichte. „Das erleben wir nicht jeden Tag. Das zeugt von einer sehr guten Ausbildung im Betrieb.“

Doch damit nicht genug. Lembeck wurde in der nächsten Runde auch zum Besten im Bereich des gesamten Regierungsbezirkes Münster gekürt. Eine Präsenzveranstaltung, bei der die Prüflinge üblicherweise den besten der Besten ermitteln, musste coronabedingt allerdings ausfallen. Also entschied die Jury vor allem durch Beurteilung des Gesellenstückes. Dort wurde nochmals mehr als deutlich, dass dem jungen Mann mit dem Sideboard offenbar ein echtes Kunststück gelungen war.

Die erfolgreiche Reise war aber noch nicht zu Ende. Lembeck wurde nach gleichem Verfahren zum besten Tischler-Azubi auf Landesebene gekürt – was ihm zugleich die Teilnahme am Bundeswettbewerb einbrachte. Dort hätte er bei einem mehrtägigen Präsenz-Wettbewerb sein Land NRW vertreten sollen. Man ahnt es – Corona kam dazwischen. Die deutsche Meisterschaft soll nun 2021 nachgeholt werden. Aber bester Tischler-Azubi in NRW – das ist ihm nicht mehr zu nehmen.

Lembecks weiterer Weg ist vorgezeichnet. Im Januar beginnt er mit der Meisterschule. Perspektivisch zieht es ihn in den elterlichen Betrieb.

Die Tischlerei Lanvers & Isermann an der Schöneflieth legt großen Wert auf Ausbildung. Derzeit beschäftige man zehn Gesellen und immerhin sieben Auszubildende, erläutert Inhaber Andreas Isermann. Etwa die Hälfte der Absolventen ziehe es anschließend ins Studium. Trotzdem bildet er aus. Sein Credo: Die Azubis möglichst früh an selbstständiges Arbeiten heranführen. „Es hilft nichts, die Ausbildung mit dem Gesellenstück nachzuholen.“ Man müsse die Azubis einbinden, sie früh an die Maschinen lassen und ihnen auch Verantwortung für Projekte übertragen. „Sie müssen arbeiten, arbeiten, arbeiten“, fasst es Isermann zusammen. Die Auszubildenden würden als Mitarbeiter ernst genommen und als Mitarbeiter eingesetzt – und nicht als „Wasserträger“. Was erklären könnte, warum bei Lanvers & Isermann nicht nur viel, sondern auch sehr erfolgreich ausgebildet wird. Denn Lembeck ist nicht der erste, der ein „sehr gut“ erzielte.

Lembecks Beispiel zeigt auch, dass Handwerk jungen Menschen reizvolle berufliche Perspektiven bieten kann, sagt Engeler. Nicht immer müsse es das Studium sein. Die Güte der Ausbildung bei „Lanvers & Isermann“ spricht sich offenbar herum. Über einen Mangel ans Bewerbern kann man sich jedenfalls nicht beklagen. Für Isermann macht die Vielfalt des Berufes den besonderen Reiz aus. Man bearbeite unterschiedlichste Materialien, setze dafür neben ganz traditionellen auch sehr moderne Maschinen auch, und auch Technik – etwa LED für in Möbelstücke integrierte Beleuchtung – gewinne immer mehr an Bedeutung. Bei Lanvers & Isermann wird zudem selbst lackiert.

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