Reisebüros ohne Arbeit
Kreis lehnt Unterstützungs-Angebot ab

Greven -

Die Einnahmen der Reisebüros sind auf einen Bruchteil des „Normalen“ gesunken und das Geschäft wird immer schwieriger.

Donnerstag, 19.11.2020, 10:30 Uhr
Daniel Rosendahl hat eine Absage bekommen, andere Kollegen hatten da mehr Glück und unterstützen das
Daniel Rosendahl hat eine Absage bekommen, andere Kollegen hatten da mehr Glück und unterstützen das Foto: Jussra Zamani

Es gibt Branchen, die sind wenig von Corona betroffen und andere, die hat es härter erwischt (siehe auch oben). Inhaber Daniel Rosendahl und seine Mitarbeiter vom Reisebüro Weischer, beheimatet am Marktplatz, haben es knüppeldick abbekommen. Reisen ist zu Zeiten der Corona-Pandemie nicht gerade nachgefragt. Und da hatten die Mitglieder der Reisebüro-Kooperation West-Reisen mit 600 Mitgliedern, zu der auch Rosendahls Büro gehört, eine Idee. „Wir haben den Gesundheitsämtern unsere Mitarbeit bei der Rückverfolgung von Kontaktpersonen von bestätigten Covid-19-Fällen angeboten.“

Eigentlich eine gute Idee. Denn da, wo Corona-Fälle gehäuft auftreten, haben die Ämter Probleme diese Infektionsketten nachzuverfolgen. Nur: Rosendahl bekam eine Absage vom Kreis Steinfurt. „Wir rekrutieren unser Personal aus Stellenausschreibungen für Containment Scouts“, heißt es in dem Schreiben. Anderen Reisebüros der Kooperation erging es anders, sie bekamen Zusagen und damit die Möglichkeit, ein bisschen Geld zu verdienen.

Aber: Wie kommt die Reisebüro-Kooperation auf so eine Idee? „Wir sind geschult in Telefonberatung und gehen jeden Tag mit sensiblen Kundendaten um“, erklärt Rosendahl. „Wir haben schlicht das nötige Know-how.“ Ihm ist die Enttäuschung über die Absage anzumerken.

Kein Wunder: Denn die Einnahmen der Reisebüros sind auf einen Bruchteil des „Normalen“ gesunken. „Und das Geschäft wird immer schwieriger.“ So hatte man nach dem ersten Lockdown fast ausschließlich mit Stornierungen zu tun. „Aber wir haben auch einen sehr großen Kundenstamm an reiselustigen Menschen und konnten für Juli und August sogar einige Reisen verkaufen“, erzählt Rosendahl. Aber seit Beginn der Herbstferien sei das Aufkommen auf ein Minimum herunter gegangen. Konsequenz: Während Rosendahls Angestellten ab April mit 40 bis 50 Prozent Kurzarbeit beschäftigt waren, musste Rosendahl seine Mitarbeiter auf 0 Prozent setzen. „Es gibt nichts zu tun.“

Und für die nahe Zukunft ist Rosendahl auch nicht gerade optimistisch. „Ich hoffe zwar, dass unsere Kunden demnächst einen ungeheuren Nachholbedarf haben, aber die Buchungen werden zunächst sicherlich auf großer Distanz erfolgen.“ Sprich: Für März oder April hat Rosendahl kaum Hoffnung. „Wenn, dann werden die Reisen für den Sommer gebucht.“ Die Kunden seien im Buchungsverhalten extrem vorsichtig geworden. „Wir haben Kunden, die wir im Verlauf der Pandemie drei Mal umbuchen mussten.“

Natürlich ruht seine Hoffnung auf eine Impfung. „Dann haben die Kunden wieder die nötige Sicherheit.“

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