TBG warnen vor Kanal-Verzopfung
Müll fließt in die Kläranlage

Greven -

Eine ungewöhnliche Aktion: „Es geht uns um Müll, den Menschen achtlos in ihre Toiletten werfen und runterspülen, den das Abwassersystem aber gar nicht verkraften kann“, sagt Klaus Rading.

Freitag, 20.11.2020, 16:00 Uhr
Die TBG wollen am Tag der Abfallvermeidung auf Müll im Wasser aufmerksam machen.
Die TBG wollen am Tag der Abfallvermeidung auf Müll im Wasser aufmerksam machen. Foto: TBG

„Invisible Waste“ – unsichtbarer Müll: Auf dieses Problem wollen die Technischen Betriebe Greven (TBG) am Dienstag, 24. November, im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung aufmerksam machen.

Mit bunter Sprühkreide wollen Klaus Rading und sein Team vom Geschäftsbereich Abwasser der TBG es auf Kanaldeckel schreiben: „Ich sehe was, was Du nicht siehst“.

„Es geht uns um Müll, den Menschen achtlos in ihre Toiletten werfen und runterspülen, den das Abwassersystem aber gar nicht verkraften kann“, sagt Klaus Rading. „Feuchttücher, alle Arten von Hygieneartikeln, Wattestäbchen, Speisereste, Katzenstreu, das sind alles so Dinge, die fälschlicherweise ins Klo und damit in die Kanalisation gelangen.“

Und dort lagern sich die Bestandteile dieser Abfälle dann eben ab und machen Schwierigkeiten. Es entstehen zum Beispiel sogenannte „Verzopfungen“, so heißt das in der Sprache der Fachleute, wenn sich in einer der Abwasserpumpen im Stadtgebiet so viel Müll verfangen hat, dass die Pumpe nicht mehr arbeiten kann.

Ein weiteres Problem ist, dass viele Stoffe, die über die Toiletten in die Kanalisation kommen, auch in den Kläranlagen nur schwer aus dem Abwasser herauszukriegen sind: Mikroplastik-Partikel und viele Chemikalien zum Beispiel, die nur von wenigen Anlagen und mit großem technischen Aufwand herausgefiltert werden können.

„Am besten ist es, das Abwasser so wenig wie möglich mit solchen Stoffen zu belasten, indem der Abfall einfach richtig entsorgt wird – und nicht in der Toilette“, so Rading.

Und dafür wollen er und seine Mitarbeiter am kommenden Dienstag auch mit Infopunkten in der Innenstadt sensibilisieren. Begleitet wird die Aktion durch die Verbraucherzentrale NRW, die eigene Infomaterialien beisteuert.

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