Weihnachten in den Kirchengemeinden unter Corona-Bedingungen
Segen to go und Gottesdienst-Stream

Greven -

Die katholische Kirchengemeinde möchte trotz Corona Gelegenheit bieten, Weihnachten zu erleben.

Montag, 30.11.2020, 10:55 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 09:44 Uhr
Bis auf den letzten Platz besetzt: Das wird es in diesem Corona-Jahr bei den Gottesdiensten nicht geben.
Bis auf den letzten Platz besetzt: Das wird es in diesem Corona-Jahr bei den Gottesdiensten nicht geben. Foto: Jannis Beckermann

Gestern war der erste Advent. Es ist nicht mehr lange hin, und Weihnachten steht vor der Tür. Und wenn auch die meisten Katholiken und Protestanten im „Alltag“ eher einen Borgen um die Gottesdienste machen: Am Weihnachtsfest gehört für ganz viele Menschen der Besuch des Gottesdienstes einfach dazu. Aber: Natürlich hat auch hier die Corona-Pandemie ihre Auswirkungen. Gottesdienste mit prall gefüllten Sitzreihen darf und wird es nicht geben. Und sicher werden nicht alle, die am Heiligen Abend und an den Weihnachtstagen möchten, einen Gottesdienst besuchen können. Denn die Zahl der Plätze ist aufgrund der Abstandsregeln stark begrenzt.

Die katholische Kirchengemeinde St. Martinus hat für die Weihnachtstage einen Plan entwickelt:

Heiligabend ohne Krippenspiel? Eigentlich für viele Kinder und Familien undenkbar. Doch Corona und die damit mittlerweile bekannten und vertrauten Abstands- und Hygieneverordnungen machen Proben, Gesang und viele Kinder und Schauspieler auf engem Raum unmöglich. Ja, Weihnachten wird dieses Jahr anders. Die Pastoralreferenten der katholischen Pfarrgemeinde möchten dennoch vielen Kindern und Familien Ort und Gelegenheit bieten, Weihnachten zu erleben. Sie haben daher ein Konzept und Angebot der „Offenen Kirche“ überlegt und geplant. In den drei Kirchen (Josef, Marien und Franziskus) der Pfarrgemeinde kann jeweils am Nachmittag von 14 bis 17 Uhr eine Entdeckungsreise durch die Kirche erlebt werden. An verschiedenen Stationen in der Kirche kann die Krippe bestaunt, das Evangelium als kreative „Sand-Video-Erzählung“ dargestellt, Tannenbäume und Weihnachts-Atmosphäre erlebt, sowie ein „Segen to go“ mitgenommen werden. Der Vorteil dieser Variante wird schnell deutlich. Alle können sich solange und so intensiv in der Kirche aufhalten, wie jede Familie für sich selbst entscheidet. Für diese Entdeckungsreisen durch die Kirche sind keine Anmeldungen notwendig.

Für alle Gottesdienstangebote der Pfarrgemeinde, die am früheren Abend gefeiert werden sind die Plätze sehr begrenzt und eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Abstände untereinander sind einzuhalten, ein Mund-Nasen-Schutz ist mitzubringen. In der Schutzengelkirche in Schmedehausen sind ebenfalls Planungen für den Heiligabend angelaufen. In der Martinuskirche am Marktplatz ist die Kirche geöffnet und die Krippe kann betrachtet werden, es sind jedoch keine inhaltlichen Stationen vorbereitet.

An Weihnachten wird die Geburt Jesu gefeiert. Ein großer Feiertag für alle Gläubigen. Doch aufgrund der aktuellen Corona-Bedingungen sind die Sitzplätze in den Kirchen sehr begrenzt. Abstände und Hygienevorgaben sind einzuhalten. Die Pfarrgemeinde St. Martinus hat sich daher entschlossen, für alle Gottesdienste ein Anmeldeverfahren zu organisieren. Konkret kann man sich für die Gottesdienste am Heiligabend oder für den ersten und zweiten Weihnachtstag ab dem 1. Dezember im Pfarrbüro anmelden. Egal ob persönlich oder per Telefon (nicht per E-Mail) – die Anmeldung kann für jeweils einen Haushalt erfolgen.

Es gilt die zeitliche Reihenfolge der Anmeldungen, es gibt kein Losverfahren. Anmeldeschluss ist der 13. Dezember oder wenn vorher alle Plätze belegt sind. Bei der Anmeldung sind die vollständigen Daten zur Erfassung anzugeben, sowie der gewünschte Gottesdienst und Kirchort (siehe Übersicht aller Gottesdienste). Alle angemeldeten Personen erhalten sogenannte „Platzkarten“. Nur mit einer solchen Platzkarte kann am Heiligabend oder Weihnachten der Platz eingenommen werden. Eine Gottesdienstteilnahme ohne vorherige Anmeldung ist demnach nicht möglich. Platzkarten können direkt bei einer persönlichen Anmeldung mitgenommen oder nach bestätigter Anmeldung im Pfarrbüro abgeholt werden. Letzter Abholtag ist der 21. Dezember.

„Wir bedauern diese Maßnahmen sehr, gerade das Weihnachtsfest so organisieren zu müssen, hoffen jedoch aufgrund der Pandemie auf Verständnis und Zuspruch, so unter diesen Umständen möglichst vielen Gemeindemitgliedern eine Teilnahme zu ermöglichen“, schreibt die Martinus-Gemeinde in der Presseinformation. Für die Teilnahme an den Angeboten der „offenen Kirche“ am Nachmittag ist keine Anmeldung nötig.

Der Gottesdienst am Heiligabend um 16.30 Uhr aus der Martinuskirche wird im Internet gestreamt.

Wenn der Klang vertrauter Weihnachtslieder am Heiligen Abend über den Dächern der Stadt erklingt, wird es sicherlich ein sehr bewegender Moment werden. Eine Bescherung mit Klangfarben – gespielt von Jan Drees auf seiner Trompete hoch oben auf dem Turm der Martinikirche. Die St. Martinus-Gemeinde bedankt sich schon vorab bei Jan für seine Bereitschaft, an Heiligabend gleich zwei Mal bis in die Turmspitze zu klettern. Dort, wo sich die Uhrglocken befinden, wird er ein Fenster öffnen, sodass der festliche Trompetenklang in Nähe der Stadtbibliothek und auf dem Marktplatz und sicherlich auch weit darüber hinaus hörbar sein wird. Das Turmblasen dauert jeweils ungefähr 15 Minuten und beginnt jeweils um 18.15 Uhr und um 21.15 Uhr. Alle Gemeindemitglieder sind eingeladen, die Fenster zu öffnen. „Die Musik verkündet auf wunderbare Weise die Botschaft von Weihnachten“, heißt es in der Presseinfo.

Auch die evangelische Gemeinde in Greven macht sich zur Zeit Gedanken zu den Weihnachtstagen. „Wir laden Sie ein, Weihnachten dieses Jahr ganz anders zu erleben“, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde. Sowohl an der Erlöserkirche als auch an der Christuskirche wird Weihnachten an Stationen gefeiert. Von 15 bis 17.30 Uhr werden ankommende Besucher zu festen Zehner-Gruppen zusammengefasst. Gemeinsam mit der Gruppe werden die Besucher auf das Gelände geführt, wandern miteinander und von weihnachtlicher Musik begleitet von einem Pavillon zum nächsten. An einem Pavillon hören sie die Weihnachtsgeschichte, an einem anderen sehen sie die Krippe oder hören eine kurze Andacht … Alle paar Minuten wechseln sie die Station und erleben Weihnachten draußen, durch Ehrenamtliche begleitet, vielleicht im Regen – „aber an der Krippe war es damals auch nicht so furchtbar gemütlich“ – auf jeden Fall anders. Mund-Nasen-Schutz bitte nicht vergessen!

Nähere Informationen dazu gibt es gegebener Zeit auf der Homepage der Gemeinde, im Schaukasten und der Presse. „Auch wie stark nachgefragt diese oder jene halbe Stunde schon ist, können Sie voraussichtlich digital erfragen“, schreibt die evangelische Gemeinde.

Und für alle, die es traditioneller mögen: „An den Weihnachtsfeiertagen werden die Gottesdienste wie in den Jahren zuvor, aber mit einer Begrenzung von 40 Besuchern stattfinden“, sagte Pfarrer Jörn Witthinrich abschließend.

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