Volkshochschule: Einnahmen brachen wegen Corona drastisch ein
Investition in digitale Angebote

Greven/Saerbeck -

Die Mitglieder aus Greven, Emsdetten und Saerbeck trafen sich in Emsdetten.

Mittwoch, 02.12.2020, 11:15 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 09:44 Uhr
Frisch gewählt: Oliver Kellner (l., vorne) als Verbandsvorsteher, Thomas Horstmann (r.) aus Greven übernimmt den Verbandsvorsitz und wird vertreten von Klaus-Peter Rensmann aus Saerbeck.
Frisch gewählt: Oliver Kellner (l., vorne) als Verbandsvorsteher, Thomas Horstmann (r.) aus Greven übernimmt den Verbandsvorsitz und wird vertreten von Klaus-Peter Rensmann aus Saerbeck. Foto: Beckschulte

In Corona-Zeiten hat die Volkshochschule Emsdetten-Greven-Saerbeck einen guten Job gemacht. Das betonte Leiter Dr. Kai Lüken bei der jüngsten Sitzung der Verbandsversammlung der Volkshochschule. „Wir haben viel investiert, um die Angebote digital weiterzuführen“, unterstreicht er.

In die Einnahmen hat die Pandemie ein Loch gerissen – „aber das ist zu erwarten gewesen“. Während 2019 822 372 Euro mit den Kursgebühren der Teilnehmer erwirtschaftet werden konnten, sind es bisher in 2020 nur 345 787 Euro. Dem gegenüber stehen die Honorare der Dozenten, die wegen Corona entweder gar nicht, oder nur anteilig bezahlt werden mussten, erklärt Lüken.

Für die Kommunen die wichtigste Nachricht: So wie es aussieht, muss die Verbandsumlage nicht angehoben werden. Zumindest noch nicht. Das richte sich danach, „was man Corona-bedingt abschreiben könnte“, so Lüken. Für 2021 sei eine Erhöhung von rund 70 000 Euro geplant.

Um die Corona-Situation abzufedern hat die VHS 32 digitale Angebote auf die Beine gestellt, sich mit anderen Volkshochschulen vernetzt und auf bereits bestehende digitale Angebote von auswärts zurückgegriffen. Aber auch darüber hinaus: „Wir probieren gerade eine Menge aus, verabschieden uns aber auch von einigen Angeboten“, ordnet Lüken die Situation für die zum Großteil neu zusammengesetzte Verbandsversammlung ein.

Die Mitglieder aus Greven, Emsdetten und Saerbeck trafen sich in Emsdetten. Die Zeit vor der öffentlichen Sitzung nutzten sie, um sich eine mögliche Alternative für die Geschäftsstelle an der Kirchstraße anzusehen – die ehemaligen Räume der Commerzbank am Katthagen. Besprochen wurde das Thema weiter im nichtöffentlichen Teil.

Zu Beginn der neuen Legislaturperiode mussten die Formalien festgelegt werden: Schriftführer, Versammlungsvorsitzender und Verbandsvorsteher wurden gewählt. Aus Greven sollte der neue Vorsitzende und Nachfolger von Liz Kühlert kommen – einen Vorschlag hatten die Grevener allerdings nicht direkt parat. Schließlich wurde Thomas Horstmann für den Vorsitz vorgeschlagen und einstimmig gewählt. Sein Stellvertreter ist Klaus-Peter Rensmann aus Saerbeck. Das Amt als Verbandsvorsteher übernimmt Emsdettens neuer Bürgermeister Oliver Kellner.

Elmar Leuermann, der Erste Beigeordnete der Stadt Emsdetten, vertritt ihn. Frisch gewählt führte dann auch Thomas Horstmann weiter durch die Sitzung, die natürlich – wie alles derzeit – überwiegend von Corona und seinen Auswirkungen geprägt war.

„Wir sind ganz gut unterwegs“, versicherte der Leiter der VHS. Auch, wenn in 2020 nur 3029 Teilnehmer bei den Angeboten dabei waren – im Vergleich: 2019 waren es knapp 1500 mehr.

Aber durch Corona mussten die Teilnehmerzahlen begrenzt, einige Angebote sogar eingestampft werden. Denn: Alles auf digital umzustellen, funktioniert nicht. Dennoch: „Die VHS muss da am Ball bleiben. Was wir da aufgebaut haben, sollten wir nicht fallen lassen“, betonte Verwaltungsleiter Sebastian Husken. Anfang Februar trifft sich die Versammlung das nächste Mal. Ein Thema, das dann auf den Tisch kommen soll: Bietet die VHS künftig vielleicht wieder Schulabschlüsse an.

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