Christian Hell gibt Yoga-Kurse
„Für mich gibt es kein Limit“

Greven/Ladbergen/Lengerich -

Christian Hell erläutert, worauf es beim Yoga ankommt. Der 85-Jährige leitet acht Kurse in der Woche, muss aktuell wegen Corona aber pausieren.

Sonntag, 17.01.2021, 18:17 Uhr aktualisiert: 17.01.2021, 18:20 Uhr
Christian Hell, hier vor der heimischen Bücherwand, leitet noch im Alter von 85 Jahren
Christian Hell, hier vor der heimischen Bücherwand, leitet noch im Alter von 85 Jahren Foto: Luca Pals

Beide Arme sind in der Luft, die Beine gerade auf dem Teppichboden. Dann das linke Bein einknicken und an das rechte führen. Einmal tief ein- und wieder ausatmen. Für Christian Hell bedeutet diese Übung Entspannung für Körper, Geist und Seele. Der 85-Jährige ist Yoga-Experte und erläutert worum es dabei geht.

In normalen Zeiten, wenn ihm nicht gerade eine weltweite Pandemie einen Strich durch die Rechnung macht, leitet er wöchentlich acht Kurse im Bildungs- und Gesundheitszentrum des Grevener Krankenhauses, in Ladbergen, Lengerich und Lienen. Jeder Kursus dauert eineinhalb Stunden, das heißt, Hell war vor Corona ein Rentner im Unruhestand, seine Woche gut gefüllt.

Aktuell pausieren die Kurse. „Nur im Herbst war kurz ein Zusammenkommen möglich“, erinnert er sich. Zwar könne man Yoga auch im kleinen Kreis oder ganz alleine zu Hause machen, „aber in der Gemeinschaft ist es natürlich trotzdem etwas anderes“, räumt Hell ein.

Inzwischen habe er einen festen Stamm an Teilnehmern, doch immer wieder kämen Neueinsteiger dazu. Der größte Teil seiner „Schüler“ sind zwischen 30 und 80 Jahren alt.

Warum Yoga? Hell kennt einige Gründe: „Man lernt, sich zu entspannen. Nur fünf Minuten richtige Übungen reichen für die Entspannung eines ganzen Wochenendes.“ Außerdem bedeute Yoga, gelassener, leichter und freundlicher zu werden. Und ganz wichtig: „Man lächelt oft.“ Kurzum: „Mit Yoga fühlt man sich 20 Jahre jünger.“

Der 85-Jährige muss es wissen. Dabei ist er ein Quereinsteiger. Bis 2000 war er 22 Jahre lang Pastor in Brochterbeck, arbeitet viel im Sitzen. „Mit ungefähr 48 Jahren erwischte mich die Midlife-Crisis“, erinnert er sich. Wenig Bewegung, viel Arbeit am Schreibtisch – dazu das eine oder andere Törtchen auf Geburtstagen.

Das Buch „Yoga in 28 Tagen“ von Richard Hittlemann machte den Theologen neugierig. Viel üben, viel ausprobieren und die Lust auf Neues trieben ihn an. Weitere Ausbildungs- und später sogar erste Vertretungsstunden für Kurse im Tecklenburger Land kamen hinzu. So sagt er: „Mit dem Beginn der Rente ging es erst richtig los.“

Er baute seine Kurse auf, machte sich weiter Gedanken zu Methoden, Theorien und Übungen in den Stunden. Heute stellt er zufrieden fest: „Mir macht das alles immer noch sehr viel Spaß.“ Ein Alterslimit habe er sich nicht gesetzt. „Es funktioniert ja noch alles sehr gut“, zieht er sein persönliches Fazit.

Die Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene haben ein festes Muster. „Entspannung am Anfang und am Ende. Dazwischen ein theoretischer und ein praktischer Teil“, fasst er die grobe Struktur zusammen.

Christian Hell hofft, dass seine Kurse bald wieder starten können. „Darauf freue ich mich schon sehr, denn ohne die Kurse fehlt aktuell schon sehr viel“, macht der Rentner im Unruhestand deutlich.

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