Wie die Jugendarbeit Reckenfeld in der Pandemie arbeitet
Kontakt halten über digitale Kanäle

Reckenfeld -

„Ich bin ganz froh, dass ich junge Kollegen habe“, sagt Jessica Böker lachend. Die Leiterin des Teams Jugendarbeit Reckenfeld profitiert in Corona-Zeiten besonders davon, dass viele ihrer Kollegen sehr nah dran sind an der Welt der Kinder und Jugendlichen. Vor allem, weil sie die digitalen Kanäle kennen, über die derzeit fast alles läuft.

Freitag, 22.01.2021, 06:49 Uhr aktualisiert: 22.01.2021, 09:48 Uhr
Jugendarbeit Reckenfeld (von links): Aleeza Hämmisch, Paul Middendorf und Jessica Böker als Leiterin
Jugendarbeit Reckenfeld (von links): Aleeza Hämmisch, Paul Middendorf und Jessica Böker als Leiterin Foto: oh

„Der Kontakt ist anders. Wir mussten da schon sehr kreativ werden.“ Zusammen mit den Kids habe man Formate entwickelt und Plattformen geschaffen, um weiter Kontakt halten zu können. Denn offene Treffs können derzeit nicht stattfinden. Also verlagert sich sehr viel in die digitale Welt.

Per Instagram werden Termine kommuniziert, aber auch Gewinnspiele und Challenges laufen dort. Zudem wird Discord genutzt, eine Plattform, auf der man schreiben und reden kann, und zudem digitale Räume bilden kann, in denen man sich virtuell trifft – so wie sonst im „echten“ Jugendzentrum. Um die Einrichtung dieser App hat sich ein fitter Praktikant gekümmert, freut sich Bröker. „Personell sind wir super aufgestellt.“ So kann etwa mittwochs der Cliquentreff und „nebenan“ die Mädchengruppe stattfinden, so wie sonst auch. „Das hat irgendwie auch einen gewissen Charme“, sagt die Chefin.

Zum hauptamtlichen Team zählen neben Jessica Böker Paul Middendorf und Aleeza Hämmisch . Letztere sagt, man versuche auch in den virtuellen Räumen, die man als Treffpunkt schaffe, „möglichst nah an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen zu bleiben.“ Nicht leicht, denn die Alters-Bandbreite der Zielgruppe ist hoch: offiziell zwischen sechs und 27. Man nutze jene Kanäle, die den jungen Leuten vertraut seien. Man telefoniert ganz klassisch, nutzt aber auch Facetime oder zockt online via Playstation. Alles mit dem Ziel, herauszuhören: Wie geht es den Jugendlichen gerade?

Zudem gibt es auch gezielte Aktionen gegen die Langeweile. „Das ist glaube ich sogar das größte Problem momentan“, so Hämmisch. Also fordert man zu Challenges auf, macht Gewinnspiele und ähnliches mehr. Es gibt auch einen (kontaktlosen) Spieleverleih. An die jüngsten habe man schon mal „Mitmachtüten“ verteilt, mit Rezeptvorschlägen, Bastel-Tipps, Sportübungen und anderen Vorschlägen für die Freizeitgestaltung. „So etwas werden wir demnächst wieder anbieten“, sagt Aleeza Hämmisch.

Und nicht zuletzt nutzen die Sozialpädagogen die sozialen Medien auch, um ihre Zielgruppe über die gerade geltenden Corona-Vorschriften auf dem Laufenden zu halten.

Viele der laufenden Angebote sind zusammen mit den Kindern und Jugendlichen entwickelt worden, erläutert Jessica Böker. Auch in die zuletzt verwirklichte Umgestaltung des Jugendheimes waren die jungen Leute ganz bewusst aktiv eingebunden. Weil jede helfende Hand willkommen war, aber natürlich auch, um die Räume so zu gestalten, dass sich die Zielgruppe darin wohlfühlt. „Wir sind im Dezember fertig geworden und würden natürlich gern Einweihung feiern“, sagt die Leiterin. Doch war die Sanierung noch unter Einhaltung von Coronavorschriften möglich, so muss derzeit im Grunde alles ruhen, was mit direktem Face-to-Face-Kontakt zu tun hat. Also wird die Eröffnung nachgeholt, sobald es die Situation zulässt.

Auch wenn derzeit alles ins Digitale verlagert wird: Irgendwann werden auch wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden können, Gruppentreffen, Cliquentermine, offene Treffs und mehr. Spätestens dann wird auch wieder der Wunsch der Jugendarbeit nach mehr Platz auf den Tisch kommen. Man sei, sagt Jessica Böker, in der glücklichen Lage, dass man zwei Räume dazubekommen habe. Doch die Orte, an denen das Team die Kinder und Jugendlichen treffe und betreue, seien über den ganzen Ort verteilt. „Alles an einem Ort wäre natürlich schöner. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau“, betont die Sozialpädagogin.

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