Volker Knapheide über das Lernen in der Förderschule
Live und in Farbe wäre alles besser

Greven -

Die Schüler der Förderschule benötigen eine feste Tagesstruktur und Abläufe, die sie gewöhnt sind.

Montag, 25.01.2021, 11:00 Uhr
Volker Knapheide leitet die Schule an der Ems, Grevens einzige Förderschule
Volker Knapheide leitet die Schule an der Ems, Grevens einzige Förderschule Foto: Günter Benning

In der Schule an der Ems geht es nicht nur um die Vermittlung von Stoff. Wie die Einrichtung mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung mit dem Lernen auf Distanz klar kommt, berichtet Schulleiter Volker Knapheide im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Günter Benning .

 

Eine Förderschule hat außer dem reinen Lernstoffvermitteln noch eine Reihe anderer Aufgaben. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Knapheide: Wir haben tatsächlich die Problematik, dass der Präsenzunterricht für unsere Arbeit durch nichts zu ersetzen ist. Das muss man deutlich sagen. Alles, was wir aktuell machen und stricken, ist nicht schlecht, aber nicht damit vergleichbar, wenn wir live und in Farbe mit unseren Schülerinnen und Schülern vor Ort arbeiten.

Sind denn alle Zuhause?

Knapheide: Wir haben aktuell vier Schüler in der pädagogischen Betreuung. Alle anderen sind Zuhause und werden von meinen Kolleginnen und Kollegen betreut und begleitet. Aber wir machen keinen digitalen Unterricht von Stunde eins bis sechs. Wir haben Pakete für die Schüler zusammengestellt. Die werden persönlich vorbeigebracht und die Kollegen nehmen wenigstens dreimal in der Woche entweder per Video oder Telefon Kontakt auf. Die Frage ist nicht nur, wie kommt ihr mit den Aufgaben zurecht, sondern wie geht es euch sonst? Wie kann ein guter sozialer Kontakt gehalten werden?

Was brauchen Ihre Schüler?

Knapheide: Wichtig ist die feste Tagesstruktur, die Abläufe, die sie gewohnt sind.

Ein wichtiges Element der Förderschul-Arbeit ist ja gerade das soziale Lernen. Braucht man dazu nicht den direkten Umgang mit den Schülern?

Knapheide: Die Beziehungsarbeit schreiben wir auch jetzt groß. Aber natürlich ist der Video- und Telefonkontakt mit dem persönlichen Kontakt nicht zu vergleichen.

Bis vor Weihnachten hatten Sie in der Schule „nur“ die üblichen Kontakteinschränkungen?

Knapheide: Ja, und das muss man deutlich sagen. Das hat mit unseren Schülern und den Eltern richtig gut geklappt. Die Eltern haben sich sehr gut eingebracht.

Kinder, die in Ihre Schule kommen, haben ja mitunter auch häusliche Probleme. Wie halten die Eltern es in der aktuellen Situation durch?

Knapheide: Eine Unterstützungsmöglichkeit von uns aus ist von Anfang der Pandemie an möglich gewesen durch die Klassenlehrer und Sozialpädagoginnen. Wir sind nahe dran, auch dort, wo es schwierig ist.

Wie lange können Sie sich so einen Ausnahmezustand vorstellen?

Knapheide: Ich kann es leider nicht beeinflussen: 14. Februar, das ist der Termin. Der lange Zeitraum, wo die Schüler aus dem Schulalltag raus sind, der wird schon zum Problem. Wir hoffen, dass sich unsere digitale Situation verbessert. Im Februar erhalten die Lehrer ihre iPads. Und ich hoffe, dass der Glasfaseranschluss, der schon gelegt ist, dann auch mal freigeschaltet wird.

 

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