Integrationsrat wird erstmal verschoben
„Nicht bis St. Nimmerlein“

Greven -

In Greven wird es vorerst keinen Integrationsrat für die 4381 Grevener geben, die über einen ausländischen Pass verfügen. Der Hauptausschuss jedenfalls stimmte für eine Verschiebung des Themas.

Freitag, 19.02.2021, 12:13 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 12:20 Uhr
Kunstprojekt des Integrationsrates der Nachbarstadt Münster.
Kunstprojekt des Integrationsrates der Nachbarstadt Münster. Foto: Günter Benning

Münster hat einen. Ahlen auch. Rheine ebenfalls. In Greven wird es vorerst keinen Integrationsrat für die 4381 Grevener geben, die über einen ausländischen Pass verfügen. Der Hauptausschuss jedenfalls stimmte für eine Verschiebung des Themas. Womit sich auch die Fraktionen einverstanden zeigten, die auf die Wahl eines solchen Rates drängten.

Zuletzt waren es die Grünen , die den Antrag stellten. Aber schon 2013 hatten die Linken die Initiative ergriffen, die aber dann im Zuge der Flüchtlingswelle erst einmal ad acta gelegt wurde.

Für die Verwaltung ist das, was das Integrationsnetzwerk Greven liefert, ein guter Erfolg. „Wir haben schon viel mehr erreicht, als ein Integrationsrat erreichen könnte“, meinte Erster Beigeordneter Cosimo Palombo. Wenn auch Fachbereichsleiterin Beate Tenhaken zugegeben musste, dass ein Netzwerk keinen Integrationsrat ersetze: „Es müssen Leute vorbereitet und gestärkt werden, um sich einem solchem Gremium zur Verfügung zu stellen.“

Das ist wohl ein Knackpunkt des Themas. Wer einen Blick über die Stadtgrenze wirft, findet in Münster einen sehr aktiven Integrationsrat. Allerdings war in der Unistadt der Anteil sehr gut ausgebildeter und politisch aktiver Migranten seit Jahrzehnten groß.

In der Bergmannstadt Ahlen wurden 2020 zehn Bewerber aus unterschiedlichen aktiven Migrantengruppen in den Rat gewählt.

In Greven treten Migranten öffentlich wenig in Erscheinung. Zudem gibt es bei wichtigen Akteuren Rivalitäten. So hört man, dass sich Mitglieder des Ditib-Vereins, der vom türkischen Staat unterstützt wird, nicht mit dem Webikul verstehen, das der Hizmet-Bewegung nahe steht.

Für den SPD-Fraktionschef Dr. Christian Kriegeskotte bleibt es wichtig, „dass wir uns auf den Weg zum Integrationsrat machen, damit Bürger mit ausländischen Pass an demokratischen Prozessen teilhaben können.“

Der Linke Thomas Hudalla hofft nun auf eine Lösung „in zwei, drei Jahren, dann bin ich zufrieden.“ Und die Grüne Lore Hausschild will im kommenden Jahr Perspektiven: „Keine Verschiebung auf St. Nimmerlein.“

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