Grüne schlagen Workshop vor
Jugendraum links der Ems auf der Wunschliste

Greven -

Angebote für Kinder und Jugendliche, die links der Ems wohnen? Hier gibt es ein Defizit, meinen die Grünen und fordern daher einen Workshop. Sie wünschen sie eine Anlaufstelle mit verlässlichen Öffnungszeiten, so wie es dies auch an anderen Stellen in der Stadt gibt.

Montag, 22.02.2021, 06:10 Uhr
Anlaufstellen mit verlässlichen Öffnungszeiten – hier ein Beispielfoto aus Lüdinghausen
Anlaufstellen mit verlässlichen Öffnungszeiten – hier ein Beispielfoto aus Lüdinghausen Foto: Stadt Lüdinghausen

Angebote für Kinder und Jugendliche, die links der Ems wohnen? Mangelware. Das haben auch die Grevener Grünen erkannt und sich des Themas angenommen.

In der ersten Sitzung des Jugendhilfeausschusses setzte Lore Hausschild (Grüne), kaum zur Vorsitzenden des Gremiums gewählt, ein erstes Ausrufezeichen, indem sie einen Workshop zum Thema vorschlug. „Wir denken, dass wir die Kinder- und Jugendarbeit links der Ems verstärken müssen“, sagte sie über die Position der grünen Fraktion.

Man müsse in diesem Gebiet etwas ins Leben rufen und etablieren. Dass dies nötig sei, zeige nicht zuletzt die Berichterstattung über Jugendliche, die „Abenteuer“ im Edeka-Markt suchten, so Hauschild . „Da würde ich mir wünschen, dass für Spaß und Unterhaltung ein anderer Ort da wäre.“

Es gebe auch Rückmeldungen von Anwohnern, die beobachteten, dass sich Jugendliche (friedlich) in Tiefgaragen der Stadt träfen und leider Müll hinterließen. „Wo sollen sie auch sonst hin“, hätten die Bürger gefragt. Lore Hauschild: „Diese Frage darf sich einem Ort nicht stellen: Wo sollen sie hin?“ Insofern brauche die Gegend ein verlässliches Angebot, eine Anlaufstelle, ein kleines Jugendheim oder zumindest einen Jugendraum.

In Gimbte und Reckenfeld gebe es etwas in der Art. Im Hansaviertel und in der Innenstadt (Karderie) auch. Aber eben links der Ems nicht.

Einen Impuls, den eine Mutter im Ausschuss dankbar aufgriff: „Ich wohne links der Ems. Wir haben die schlechtesten Spielplätze. Für Kleinkinder ist überhaupt nichts da. Hansaviertel und Reckenfeld werden immer wieder erwähnt, aber wir links der Ems werden nie erwähnt. Im Jugendhilfeausschuss habe ich noch nie gehört: Wir müssen mal was für Greven links der Ems machen.“

Weil für den grünen Vorschlag eines Workshops auch Haushaltsmittel beantragt worden waren, beschäftigte sich im zweiten Schritt auch der Hauptausschuss mit dem Thema. Dort führte Kämmerer Matthias Bücker aus, dass derzeit der Kinder- und Jugendförderplan aktualisiert werde. Dies solle abgewartet werden.

Beigeordneter Cosimo Palomba ergänzte: „Wir wollen den Kinder- und Jugendförderplan schon im ersten Quartal 2021 fertigstellen.“

Lore Hauschild jedoch hätte es gern gesehen, wenn der gewünschte Workshop noch vor der Verabschiedung des Jugendförderplanes stattfinden würde und die Ergebnisse aufgenommen würden. Eine Verschiebung des ohnehin verzögerten Förderplanes (der aktuelle galt bis 2020) ist für Beate Tenhaken, im Rathaus Fachbereichsleiterin Soziales, Jugend, Bildung, jedoch keine wünschenswerte Option. Sie betonte: „Kinder- und Jugendförderung ist für uns ein atmendes System.“ Es mache keinen Sinn, den Jugendförderplan um ein Jahr zu verschieben, weil man erst noch über links der Ems diskutieren wolle. Auch, weil die Förderung durchs Land einen gültigen Förderplan erfordere.

Matthias Bücker schlug vor, den Grünen-Antrag abzuändern: Über einen offenen Jugendtreff links der Ems solle diskutiert werden, jedoch ohne eine zeitliche Fixierung vorzunehmen. Dem Vorschlag folgte der Ausschuss mehrheitlich. Die vier Ausschussmitglieder der Grünen enthielten sich.

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