Ehrenamtliche kümmern sich um Fahrdienst zum Impfzentrum
Praktische Hilfe und Sorgentelefon

Greven -

Jeden Tag kommen derzeit so um die 20 bis 30 Anrufe bei der Hotline an - am Anfang waren es bis zu 70 am Tag.

Freitag, 26.02.2021, 11:00 Uhr
Drei Damen von der Hotline (von links): Nahed Alkhaled aus Syrien, Asmaa Elansary aus Ägypten und Sümeyra Felek aus der Türkei. Normalerweise arbeiten sie höchstens zu zweit an der Hotline, nur für dieses Foto sind sie ausnahmsweise etwas näher zusammengerückt.
Drei Damen von der Hotline (von links): Nahed Alkhaled aus Syrien, Asmaa Elansary aus Ägypten und Sümeyra Felek aus der Türkei. Normalerweise arbeiten sie höchstens zu zweit an der Hotline, nur für dieses Foto sind sie ausnahmsweise etwas näher zusammengerückt. Foto: Stadt Greven

„Es ist schön, Menschen zu helfen und am Telefon Mut zu machen“, sagt Cornelia Lipkow über ihren Dienst an der städtischen Fahrdienst-Hotline in der Begegnungsstätte Hansaviertel. Zusammen mit anderen freiwilligen Helferinnen und Helfern sorgt sie dafür, dass Menschen über 80 zum Impfzentrum am FMO kommen können.

Wer einen Impftermin hat, aber nicht die Möglichkeit, selbst zum Impfzentrum zu kommen, kann sich telefonisch (unter  02571/920-846) bei der städtischen Hotline in der Begegnungsstätte melden. Seit Anfang Februar sitzen dort Cornelia Lipkow und ihre ehrenamtlichen Kolleginnen, nehmen die Anfragen auf und leiten sie an die Männer im Fahrdienst weiter.

Jeden Tag kommen derzeit so um die 20 bis 30 Anrufe bei der Hotline an – am Anfang waren es bis zu 70 am Tag. Und bis heute geht es oft gar nicht „nur“ darum, Fahrten zum FMO zu organisieren. „Wir sind auch ein großes Sorgen-Telefon“, sagt Beate Tenhaken, deren städtischer Fachbereich Soziales die Hotline organisiert hat und fachlich betreut. Besonders in den ersten Tagen der Impfterminvergabe haben auch viele verzweifelte Menschen angerufen, weil sie bei der Terminbuchung einfach nicht mehr weiterwussten. Die Damen an der Hotline waren auf solche Fälle nicht unbedingt vorbereitet. Häufig hilft es aber schon, dass sie zuhören und Tipps geben, was die Anruferinnen und Anrufer vielleicht noch versuchen könnten. Dabei ist es manchmal auch ein Vorteil, dass viele der Helferinnen an der Hotline Geflüchtete aus dem Kreis der „Begegnungsfrauen“ im Hansaviertelzentrum sind. „Wir kennen diese Gefühle der Menschen, weil wir wissen, wie es ist, irgendwo anzurufen und zu fragen und Angst zu haben, dass man etwas nicht richtig versteht“, sagt Sümeyra Felek , die aus der Türkei stammt und jetzt für zwei Stunden am Tag ehrenamtlich an der Fahrdienst-Hotline sitzt.

Manchmal können Felek und ihre Kolleginnen aber auch beim besten Willen gar nichts tun: „Ein Mann hatte seinen Impftermin vergessen, da konnten wir dann aber auch nicht helfen“, schmunzelt die Ägypterin Asmaa Elansary über einen etwas vergesslichen Anrufer.

Den eigentlichen Fahrdienst zum Impfzentrum und zurück übernimmt ein Kreis von – ebenfalls überwiegend ehrenamtlichen – Helfern vom Reckenfelder Bürgerverein ReBüVe und vom Sportverein Greven 09, außerdem fahren zwei junge Männer, die gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisten.

Einer davon ist Jeremy Bohmert, der sein FSJ eigentlich bei Greven 09 absolviert, aber dort wegen der Corona-Krise wenig zu tun hatte. Jetzt fährt er Menschen zum Impfen – und hat Spaß daran: „Die älteren Leutchen unterhalten sich ja ganz gern, das ist immer sehr nett.“

Fahrer Jürgen Otto vom ReBüVe kann das nur bestätigen: „Ein Fahrgast neulich war ganz begeistert, dass das mit dem Fahren und Impfen alles so gut geklappt hat, der hat mir auf Hin- und Rückfahrt seine ganze Lebensgeschichte erzählt, das war wunderbar.“

Dankbar und voll des Lobes für die Leistung der Ehrenamtlichen in Hotline und Fahrdienst ist auch Grevens Bürgermeister Dietrich Aden: „Es ist schön zu wissen, dass wir als Stadt in solchen Krisensituationen auf ein so großes Netzwerk ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zurückgreifen können. Das macht uns als Stadtgesellschaft unheimlich stark. Daher gilt mein großer Dank allen, die das Netzwerk ehren- oder hauptamtlich tatkräftig unterstützen.“

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