Familie streitet mit Krankenkasse über einen Kommunikationscomputer für den schwerbehinderten Sohn
„Das ist keine faire Chance“

Reckenfeld -

Seit zwei Jahren kämpft eine Familie aus Reckenfeld dafür, dass die Krankenkasse für ihren schwerstbehinderten Sohn einen Kommunikationscomputer bezahlt. Doch es gibt Streit darüber, welches Gerät geeignet ist. Nun muss ein Gericht entscheiden, ob die Kasse dem neunjährigen Efraim den Computer zur Verfügung stellen muss. Von Oliver Hengst
Dienstag, 02.03.2021, 06:53 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.03.2021, 06:53 Uhr
Der neunjährige Efraim Lachowski (vorne, im Rollstuhl) braucht ein Gerät, um kommunizieren zu können. Seine Familie und Marita Dirks-Kortemeyer von der Lebenshilfe (rechts) kämpfen für ihn.
Der neunjährige Efraim Lachowski (vorne, im Rollstuhl) braucht ein Gerät, um kommunizieren zu können. Seine Familie und Marita Dirks-Kortemeyer von der Lebenshilfe (rechts) kämpfen für ihn. Foto: Oliver Hengst
„Ein Drama“, sagt Kornelia Lachowski immer wieder. „Für uns ist das ein echtes Drama.“ Was sie meint: eine lange und nervenzehrende Auseinandersetzung mit der Krankenkasse. Dort hatte die Familie vor zwei Jahren einen Kommunikationscomputer für ihren schwerbehinderten Sohn Efraim beantragt. Vergeblich. Auch Widersprüche halfen nicht. Inzwischen liegt die Sache beim Sozialgericht. Das Verfahren kostet weitere Zeit. Dabei hat Efraim schon zu viel Zeit verloren. Efraim, neun Jahre, ist „ein echter Sonnenschein“, sagt seine Mutter stolz. Er kam gesund auf die Welt. Alles schien okay. Bis er eines Tages auf dem Spielplatz zusammenbrach. Herzinfarkt, da war er nicht mal zwei. Er wurde 40 Minuten lang reanimiert, die Sauerstoffunterversorgung zog massive Schäden nach sich. Und ab diesem Tag war nichts mehr, wie es vorher war. Ins Leben zurückgekämpft Efraim sitzt seitdem im Rollstuhl, ist auf viel Unterstützung angewiesen. Etliche Defizite hat er inzwischen wieder aufgeholt. „Er ist wieder voll dabei“, sagt seine Mutter. Viele Dinge, die anfangs gar nicht klappten, hat er sich wieder erkämpft. Ein großes Problem aber bleibt die Kommunikation. „Wie alt bist Du denn“, will der Reporter wissen. Efraim schaut etwas ratlos. „Das ist genau das Problem“, sagt Kornelia Lachowski. „Er kann das nicht sagen.“ Efraim kann Ja und Nein zum Ausdruck bringen und viel über seine Mimik transportieren.
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