Die Mensa der Vergangenheit – Schulspeisung nach 1946
Pappbrot und Schokolade

Greven/Reckenfeld -

Die „Schulspeisung“ nach dem Kriege ist nicht vergleichbar mit der Mittagsverpflegung in heutigen Ganztagsschulen. Aber auch damals waren die Familien glücklich über die Ernährungshilfe Von Hans-Dieter Bez
Samstag, 10.04.2021, 08:20 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 10.04.2021, 08:20 Uhr
Ein Architfoto von der Schulspeisung im Jahr 1947
Ein Architfoto von der Schulspeisung im Jahr 1947 Foto: LHAko Bestand 710
Die „Schulspeisung“ nach dem Kriege ab 1946 ist nicht vergleichbar mit der Mittagsverpflegung in heutigen Ganztagsschulen, die dafür über eigene Küchen und Mensen verfügen. Aber auch damals waren die Familien glücklich über die einfache Ernährungshilfe für ihre Kinder. Schulspeisung gab es in allen vier Besatzungszonen. Dabei war die Not in den Städten viel größer als auf dem Lande. Täglich fuhren Menschen von der Stadt aufs Land, um Nahrung zu erbetteln oder gegen Wertsachen einzutauschen, um zu „hamstern“, wie man damals sagte. Die Schulspeisung begann in den Schulen der britischen Zone, zu der auch Greven und Saerbeck gehörten, im März 1946 aus Versorgungsbeständen der britischen Armee. Auch Hilfsorganisationen stellten Suppe, Milch und Brot in Schulen bereit. Ab dem 1. Januar 1947, mit dem wirtschaftlichen Zusammenschluss der britischen und der amerikanischen Zone („BI-Zone“), lieferten die USA Nahrungsmittel auch in die hiesige Region. Wegen eines sprachlichen Irrtums („corn“ wurde in den USA der Mais, nicht das Getreide genannt) lieferten sie vor allem Mais, aus dessen Mehl dann hier Brot gebacken wurde. „Mit Butter schmeckte es mir ganz gut“, erzählte mir ein Bekannter. Aber wer verfügte damals schon über Butter? Viele Kinder und Erwachsene aßen das pappige Maisbrot nicht gerne. Der Tausch der Butterbrote auf den Schulhöfen war deshalb damals überall üblich. In der Schul-Chronik eines Dorfes des Münsterlandes liest man, bei einer Untersuchung der Schulkinder sei festgestellt worden, dass fast zwei Drittel aller Kinder unterernährt seien.
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