Laurenz Pieper baut Wiedehopf-Nistkästen
Unterschlupf für den „Stinkvogel“

Greven -

Der Wiedehopf ist ein seltener Vogel, der sich aber wieder in NRW ansiedelt. In der Tischlerei Pieper werden jetzt mit dem Nabu Nistkästen für den Vogel gebaut

Donnerstag, 15.04.2021, 10:00 Uhr
Laurenz Pieper (l.) und Fabian Karwinkel mit Nistkästen für den Wiedehopf (kl. Foto).
Laurenz Pieper (l.) und Fabian Karwinkel mit Nistkästen für den Wiedehopf (kl. Foto). Foto: Jonas Brüggeshemke

Nach 50 Jahren ist der Wiedehopf als Brutvogel nach NRW zurückgekehrt. In der Roten Liste NRW gilt er noch als „ausgestorben oder verschollen“, in der Roten Liste Deutschlands ist die Art als „gefährdet“ markiert.

Um dem seltenen Vogel die Rückkehr zu erleichtern, wird der Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz vom NABU NRW in diesem Jahr ein Pilotprojekt in Münster starten und mehrere Nistkästen im Umfeld militärisch genutzter Flächen aufstellen.

Beteiligt ist dabei auch Tischlermeister Laurenz Pieper aus Greven, der das Material für die Kästen spendete und mit den Vogelschützern zusammen in seiner Werkstatt die Kästen zusammenzimmerte. Das Projekt soll in den nächsten Jahren auch auf ganz NRW ausgeweitet werden.

„Der Wiedehopf ist eine Prestigeart für artenreiche, sandige Heideflächen und strukturreiche Streuobstwiesen“ , sagt Fabian Karwinkel vom NABU NRW.

Die Rückkehr könnte eine Folge der Klimaerwärmung sein, die den schwerpunktmäßig mediterran verbreiteten Wiedehopf begünstigt.

In nahrungsreichen Gebieten ist oft der Mangel an geeigneten Nistplätzen der ausschlaggebende Grund für das Fehlen des Wiedehopfs.

Vielerorts kann durch das Ausbringen von Nistkästen Abhilfe geschafft werden. Diese müssen groß sein und sollten nicht zu hoch über dem Boden angebracht werden, da sie sonst meist von anderen Vogelarten in Beschlag genommen werden.

Für Wiedehopfe stellt die geringe Höhe kein Problem dar, da sich die Jungen mit einem stinkenden Drüsensekret gegen Fressfeinde – Marder, Katzen – effektiv zur Wehr setzen. In der Vergangenheit führte das zu den unrühmlichen Beinamen „Stinkvogel“ und „Misthahn“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7916668?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker