Nicht barrierefreie Corona-Teststelle
Stadt will Hilfe prüfen

Reckenfeld -

Die Corona-Teststelle in Reckenfeld ist nicht barrierefrei zu erreichen. Obwohl der Betrieb der Teststelle privat organisiert wird, werden die Mitarbeiter der TBG eventuell bei der Suche nach einer Lösung helfen.

Samstag, 17.04.2021, 06:04 Uhr aktualisiert: 17.04.2021, 06:10 Uhr
Mit Rollstuhl kommt man aktuell nicht ins Gebäude. Im Bedarfsfall wird draußen getestet.
Mit Rollstuhl kommt man aktuell nicht ins Gebäude. Im Bedarfsfall wird draußen getestet. Foto: Oliver Hengst

„Wir haben ein akutes Problem. Und zwar: Die Corona-Teststelle in Reckenfeld ist nicht barrierefrei zu erreichen“, sagte Siegfried Babin (Reckenfeld direkt) nun im Betriebsausschuss und schloss die Frage an, ob die Stadt hier unterstützend tätig werden könne. Zwar sei das Gebäude in städtischem Besitz, der Betrieb der Teststelle werde allerdings privat organisiert (gemeint war: durch die Hubertus-Apotheke), so Meike Bücker-Gittel als Chefin der Technischen Betreibe Greven (TBG). Dennoch sagte sie Gesprächsbereitschaft zu. „Gucken wir uns noch mal an.“

Ausschussmitglied Klaus Schwenken ( CDU ) war als Vorsitzender des Reckenfelder Bürgervereins in die vorbereitenden Arbeiten zur Einrichtung der Teststelle in der alten Hauptschule eingebunden und wusste zu berichten, dass im Bedarfsfall auch Testes draußen durchgeführt werden könnten. Man habe bei der Einrichtung durchaus über die Möglichkeit einer Rampe gesprochen, sich dann aber dagegen entschieden, weil es einen überdachten Bereich gebe. „Wenn also barrierefreies Testen von einer Person gewünscht ist, kann man den Test dort wahrnehmen. Man muss nicht unbedingt ins Gebäude.“ Eben das, so Babin, sei kürzlich aber nicht möglich gewesen. Ein Hinweis, den Schwenken zu Anlass nehmen will, noch mal mit Apothekerin Judith Löchter das Gespräch zu suchen.

Anlass für die kurzen Austausch war ein Antrag der Fraktion Die Linke zur Barrierefreiheit in der Stadt, der im Ausschuss beraten wurde. Den gewünschten jährlichen Sachstandsbericht zur Barrierefreiheit städtischer Gebäude (inklusive Hallen- und Freibad), Schulen sowie Sportstätten, Plätzen sowie der Spielplätze wird es indes nicht geben. Dazu fehle es, so Meike Bücker-Gittel, schlicht an den personellen Ressourcen. Auch für die Forderung der Linken, alle städtischen Gebäude und Plätze sowie alle Spiel- und Sportplätze sukzessive barrierefrei zu gestalten, gab es im Ausschuss keine Mehrheit.

Beschlossen wurde aber, dass bei Neubauten oder anstehenden Sanierungen städtischer Gebäude und Einrichtungen „die Barrierefreiheit gezielt zu prüfen und notwendige Maßnahmen abhängig von den jeweils gültigen Gesetzen, Richtlinien und Normen umzusetzen.“ Das sei im Übrigen jetzt schon der Fall. Beispielsweise seien bei Neu- und Umbaumaßnahmen an den Grevener Schulen mehrere Aufzüge installiert worden. Weiteres Beispiel: Bei der ausstehenden Umgestaltung der Königsstraße sollen alle Haltestellen barrierefrei hergestellt werden. Beim Umbau der „Molkereikreuzung“ wurden unter anderem taktile Elemente eingebaut. Auch bei einem eventuellen Neubau des Rathauses oder einer Sanierung des bestehenden Gebäudes werde die Barrierefreiheit berücksichtigt, argumentierte die Verwaltung. Auch der Beirat für Menschen mit Behinderung werde immer beteiligt.

Insofern sei ein jährlicher Sachsstandbericht nicht notwendig – und obendrein würde er erhebliche Personalressourcen binden, was wiederum zu Lasten von Um- und Neubaumaßnahmen gehen würde.

Auch für den Wunsch der Linken, dann doch zumindest einen einen einmaligen Sachstandsbericht vorzulegen, gab es im Ausschuss letztlich keine Mehrheit.

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