Blühflächen in den Kommunen
Für die Artenvielfalt zählt jeder Quadratmeter

Lotte/Hörstel/Tecklenburger Land -

Neue Lebensräume schaffen: In einem ortsübergreifenden Projekt werden in Lotte und einigen anderen Kommunen des Tecklenburger Landes Blühstreifen und -wiesen für Insekten und Co. angelegt. Zum Auftakt wurde jetzt eine rund 2500 Quadratmeter große Fläche am Feuerwehrhaus in Hörstel für die Einsaat vorbereitet.

Sonntag, 14.04.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 10:02 Uhr
Annika Brinkert von der Biologischen Station Kreis Steinfurt und Udo Schneiders, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt, stellten Freitagmorgen in Hörstel das Projekt „Hotspot goes Leader“ vor. Zum Auftakt wurde eine rund 2500 Quadratmeter große Fläche am Feuerwehrhaus für die Einsaat vorbereitet.
Annika Brinkert von der Biologischen Station Kreis Steinfurt und Udo Schneiders, Geschäftsführer der Naturschutzstiftung Kreis Steinfurt, stellten Freitagmorgen in Hörstel das Projekt „Hotspot goes Leader“ vor. Zum Auftakt wurde eine rund 2500 Quadratmeter große Fläche am Feuerwehrhaus für die Einsaat vorbereitet. Foto: Stephan Beermann

Blühwiesen finden derzeit hohe Aufmerksamkeit. Insbesondere, seitdem Naturschützer und Wissenschaftler vor den Auswirkungen des dramatischen Insektensterbens warnen. Kommunen, aber auch Landwirte und Gartenbesitzer, Schulen und Kindergärten setzen sich mehr und mehr dafür ein, Artenvielfalt in unserer Region nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Zum Beispiel durch die Anlegung von Blühwiesen und Blühstreifen mit heimischem Saatgut. Unter dem Titel „Hotspot goes Leader – blühende Säume im Tecklenburger Land“ hat die Biologische Station Kreis Steinfurt jetzt in Kooperation mit mehreren Kommunen im Tecklenburger Land ein ortsübergreifendes Projekt auf die Beine gestellt.

Für den ersten Durchlauf in diesem Frühjahr konnten Hörstel, Lotte, Ladbergen, Tecklenburg und Lengerich Lotte gewonnen werden. Offizieller Auftakt war Freitagmorgen am neuen Feuerwehrhaus in Hörstel, direkt neben der Hörsteler Aa.

Dort befand sich bislang eine große, kaum genutzte Rasenfläche, die mithilfe eines Schleppers für die Einsaat vorbereitet wurde. „Ausgesät werden ausschließlich Samen von heimischen Wildarten, die sich an Klima und Bodenverhältnisse des westdeutschen Tieflandes angepasst haben“, erläuterte Annika Brinkert von der Biologischen Station, die das Projekt gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Naturstiftung Kreis Steinfurt, Udo Schneiders, vorstellte.

Die Naturstiftung ist zu einem Drittel am Gesamtbudget von 165 854 Euro beteiligt. Den Großteil der Kosten – rund 108000 Euro – übernehmen die Europäische Union und das Land NRW.

Dahinter steht der Gedanke, auch außerhalb der Naturschutzgebiete Lebensräume zu schaffen: auf freien Flächen, an Wegrändern oder Ufersäumen. Die dafür genutzten Flächen sind im ersten Durchgang ganz unterschiedlich groß: mal wenige hundert Quadratmeter, mal mehrere tausend. „Jeder Quadratmeter zählt“, sagt Brinkert. Sie macht auch Gartenbesitzern Mut, sich an der Aktion zu beteiligen.

Wer bis zu 30 Quadratmeter im eigenen Garten einsäen möchte, kann sich das wertvolle Saatgut direkt in Steinfurt im Kreishaus, beim Kreislehrgarten oder bei der Biostation in Tecklenburg abholen. Saatgut für mehr als 30 Quadratmeter müssen beantragt werden. Das Saatgut werde sehr gut nachgefragt, freut sich Udo Schneiders über die bisherige Resonanz.

Im jetzt laufenden Projekt „Hotspot goes Leader“ hing das Gelingen vom Entgegenkommen der Kommunen ab. In Hörstel werden am Feuerwehrhaus sowie an zwei Stellen im Bereich des Herthasees und südlich von Dreierwalde Flächen eingesät; in Lotte an der Krümpelstraße/Osnabrücker Straße; in Ladbergen an der Waldseestraße; in Ledde nördlich des Habichtswaldes und in Leeden am Stiftshof; in Lengerich im Bereich Settel/Niederlengerich.

Ein zweiter und dritter Durchgang ist im Herbst und im Frühjahr 2020 vorgesehen. Die neuen Lebensräume sollen von der Bevölkerung wahrgenommen werden.

Deshalb werden sie bewusst etwa an Wanderwegen angelegt. Von der mit rund 2500 Quadratmeter recht großen Fläche am Feuerwehrhaus Hörstel erhofft sich Christian Lürwer vom städtischen Bauamt einen besonderen Effekt, gerade weil sie am Ortseingang von der Hauptstraße aus sehr gut einsehbar sein wird. Ein Schild soll über die Maßnahme informieren.

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