Eine Plage wie einst die Heuschrecken
Der Buchsbaumzünsler kommt näher

Tecklenburger Land -

Wer derzeit von Hopsten über Ostenwalde nach Hörstel fährt, und die Rabatten links und rechts der Straße aufmerksam betrachtet, kann sie sehen – die Buchsbaumzünslergrenze. Also die Linie, bis zu der, der aus Asien stammende Falter und seine nimmersatten grünen Raupen, bisher vorgedrungen sind.

Freitag, 25.08.2017, 13:08 Uhr

Leidgeprüfter Gemeindegärtner: Während Carsten Lehmann zu Hause in Hörstel den Kampf um die Rettung seiner gut 100 privaten Buchsbäume schon so gut wie verloren hat, sind Hopsten Schale und Halverde bisher noch vom Buchsbaumzünsler verschont geblieben.
Leidgeprüfter Gemeindegärtner: Während Carsten Lehmann zu Hause in Hörstel den Kampf um die Rettung seiner gut 100 privaten Buchsbäume schon so gut wie verloren hat, sind Hopsten Schale und Halverde bisher noch vom Buchsbaumzünsler verschont geblieben. Foto: Anke Beiing

Etwa ab der Höhe, wo in Hörstel die geschlossene Bebauung anfängt, sind fast alle Buchsbäume zumindest befallen, viele sind auch bereits tot. Hopsten, Schale und Halverde sind dagegen bisher noch verschont geblieben.

„In Hörstel ist der Buchsbaumzünsler schon das zweite Jahr“, erzählt Hopstens Gemeindegärtner Carsten Lehmann , der selbst in Hörstel lebt und privat bereits von der Plage betroffen ist. „Die kommen wie die Heuschrecken“, sagt er. Bei ihm selbst und bei sämtlichen Nachbarn sind fast alle Buchsbäume kaputt. Viele haben sich im vergangenen Jahr noch mit allen möglichen Mitteln gegen die gefräßigen Raupen und die weiß-schwarzen Motten gewehrt und erst, als sie in diesem Jahr wieder da waren, aufgegeben.

Nur einen Vorgarten zieren noch einige Pflanzen. „Er bekämpft die Raupen regelmäßig mit dem Hochdruckreiniger“, erzählt Lehmann. Das könne man bei zwei oder drei Büschen gut machen. „Aber, wenn man 100 hat ?“

Das Problem mit dem Zünsler ist, dass er hierzulande so gut wie keine natürlichen Feinde hat. Buchsbaum sei für viele Tiere giftig, erklärt Carsten Lehmann. Und da die Raupen ihn fressen, trauen sich die Vögel auch nicht an sie heran. Gleichzeitig vermehrt sich der Falter schnell. Ein Weibchen kann 150 Eier legen. Und das tun drei bis vier Generationen pro Jahr.

Der Gemeindegärtner empfiehlt allen Buchsbaumbesitzern, ihre Büsche regelmäßig zu kontrollieren. Und zwar nicht nur von außen, sondern auch innen. Denn dort sitzen die meisten Raupen und beginnen, die Blätter zu vertilgen.

Früh genug bemerkt, kann die Pflanze radikal zurückgeschnitten werden und treibt dann wahrscheinlich wieder aus. Wenn die Blätter allerdings vertilgt sind, machen sich die Raupen über die Rinde her und dann sei der Buchsbaum nicht mehr zu retten.

Er selbst und auch einige seiner Nachbarn seien im vergangenen Jahr so verfahren, berichtet Lehmann. Aus eigener Erfahrung hält er allerdings im Grunde alle erdenklichen Maßnahmen lediglich dazu geeignet, das Unvermeidliche aufzuschieben. Er glaubt nicht daran, dass der Buchsbaumzünsler auf lange Sicht aufzuhalten ist.

Was kann gegen den Buchsbaumzünsler helfen ?

Folgendes rät der Nabu: „Am wichtigsten ist eine regelmäßige Kontrolle der Buchsbäume. Und das nicht nur von außen, sondern auch von innen. Achten Sie dabei auf Fraß- und Kotspuren. Bei einem kleineren Befall, können Sie die Buchsbaumzünsler-Raupen mit der Hand ablesen.

Bei einem größeren Befall können Sie erst einmal versuchen, die Raupen mit einem Hochdruckreiniger von der Pflanze zu bekommen. Die abgefallenen Schädlinge können Sie dann einsammeln. Sollte das auch nichts helfen, dann können Sie auf verschiedene Pflanzenschutzmittel zurückgreifen. Möchten Sie die Schädlinge aber auf einem natürlichen Weg loswerden, dann empfiehlt sich eine Behandlung mit Bacillus thuringiensis. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, dass wenn es von dem Buchsbaumzünsler gefressen wird, diesen abtötet. Das parasitäre Bakterium ist in verschiedenen Präparaten enthalten und ist unschädlich für Vögel und Co.

Ein effektives Hausmittel soll eine Mischung aus vier Esslöffeln Weinessig, drei Esslöffeln Rapsöl und einem halben Liter Wasser sein. Geben Sie die ölige Mischung in eine Sprühflasche und spritzen das Mittel in die befallenen Bereiche. Die Raupen sollen danach leblos herunterfallen. Wiederholen Sie die Anwendung zweimal die Woche.“(Quelle: Nabu)

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