Horstmar
Rettung für den Münsterhof

Donnerstag, 25.03.2010, 14:03 Uhr

Horstmar - „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“, atmet Klemens Freiherr von Elverfeldt, genannt Beverfoerde-Werris, erleichtert auf. Hinter dem Besitzer des Münsterhofs liegt eine aufreibende Zeit. So ruhte sein Bauvorhaben im historischen Burgmannshof in der Münsterstraße 16 über zwei Jahre, nachdem der Kreis Steinfurt als Obere Denkmalbehörde im Winter 2007 einen Baustopp verhängt hatte. Dieser war mit einer Stillstandsverfügung und einem nicht unerheblichen Bußgeldbetrag für den Hausherrn verbunden.

„Gott sei Dank“, sagt Freiherr von Elverfeldt im Nachhinein zur Maßnahme der Behörde, die nach einer Begehung mit einem Statiker entdeckt hatte, dass sich im Ostsüdgiebel des Münsterhofes Setzungsrisse gebildet hatten, die zu einem Einsturz des Gebäudeteils hätten führen können. Durch schnelle Sicherheitsmaßnahmen konnte das glücklicherweise verhindert werden.

„Der Architekt hat ohne eine geprüfte Statik begonnen“, erklärt der Bauherr, der das allerdings erst erfuhr, als es bereits zu spät war und einige unverkennbare Merkmale der alten Burganlage durch unsachgemäße Arbeiten unwiederbringlich zerstört worden waren. „Es wurden historische Mauern und Wände abgerissen und falsche Fenster eingebaut“, nennt der Auftraggeber nur einige der zahlreichen Bau- und Planungsfehler, die inzwischen in einem 400-seitigen Gutachtens festgehalten sind, das für ein Beweissicherungsverfahren erarbeitet worden ist. Mit dem hat sich der neue Architekt Wolfgang Göcking aus Horstmar befasst, den der Bauherr nach der fristlosen Kündigung seines ersten Architekten damit beauftragt hat, die Sanierung und den Umbau vorzunehmen. Der Fachmann hat sich intensiv in die Materie eingearbeitet und ein neues Konzept entwickelt.

„Nach der heutigen gutachterlichen Feststellung wissen wir um die Ergebnisse und Fehler der Vergangenheit“, betont der Experte, der auch das neue Feuerwehrgerätehaus samt Bauhof der Stadt Horstmar geplant hat. „Wir müssen hier ganz neu anfangen“, hat er dem Eigentümer nach seiner umfangreichen Recherche zur Rettung des „maroden“ Münsterhofes gesagt. Nicht nur den Bauherrn, sondern auch die Stadt Horstmar als Untere Denkmalbehörde, den Kreis Steinfurt als Obere Denkmalbehörde und das Amt für Denkmalpflege in Münster konnte der neue Planer mit seinem Konzept überzeugen. So hat der Kreis nach dem monatelangem Stillstand jetzt eine Nachtragsbaugenehmigung erteilt. „Die Baugenehmigung zusammen mit der denkmalrechtlichen Erlaubnis liegt seit 14 Tagen vor“, freut sich Göcking, dass es endlich losgehen kann. Zur Not will er mit den beteiligten Handwerksfirmen Tag und Nacht arbeiten, um den Termin 31. Dezember 2010 zu halten. Dann sollen die Sanierung und der Umbau abgeschlossen sein.

„Wir müssen da mit größtmöglicher Sorgfalt und im Schulterschluss mit allen Beteiligten arbeiten“, betont Göcking die unerlässliche Zusammenarbeit der Behörden, Handwerksfirmen und des Auftraggebers.

Falls es nicht zu einer außergerichtlichen Einigung kommt, wird es einen Prozess vor dem Landgericht in Münster geben. Weil es sich um laufendes Verfahren handelt, will Freiherr von Elverfeldt zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr über die Auseinandersetzung mit seinem ersten Architekten sagen. Nur soviel: „Er war überfordert. Dadurch ist es zu diesem Debakel gekommen.“

„Wir freuen uns, dass es weitergeht“, betont Bürgermeister Robert Wenking die besondere Bedeutung des Münsterhofes, der komplett unter Denkmalschutz steht, für die Stadt Horstmar. „Wir begleiten das Projekt nur im Rahmen der denkmalrechtlichen Fragen“, betont er die Verantwortlichkeit des Bauherrn, der für die Maßnahme zuständig sei. Dieser musste hartes Lehrgeld zahlen, weil er sich voll auf seinen ersten Architekten, unter dessen Regie auch der Umbau der ehemaligen Scheune des Münsterhofes zur Volksbankfiliale erfolgt ist, verlassen hat.

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