Wettschuld bis heute nicht eingelöst
Exakt 6,35 Meter

Horstmar-Leer -

Gastwirtin Gudrun Raus in Leer bewahrt den Zettel mit der Wette schon lange auf. Er trägt das Datum 16. Mai 1978. Eingetragen sind verschiedene Höhenangaben. Und Gudrun Raus weiß dazu eine Geschichte von diesen Eintragungen zu erzählen: Es sei damals in vorgerückter Stunde gewesen, als sich ihre Gäste auf den Heimweg machten: „Einige mussten den Esch hoch laufen“, erinnert sich die Wirtin: „Wie hoch das war, wusste niemand von uns ganz genau.“ Und daraus wurde dann eine Wette. Zu schätzen war der Höhenunterschied zwischen der Gaststätte Raus und der Treppe bei Theo Bockholt an der Straße Zum Esch 43. Der beste und der schlechteste, so steht auf dem Dokument, spendieren eine Flasche Sekt.

Dienstag, 09.04.2013, 15:04 Uhr

J osef Raus (v.l.), Michael Kösters, Karin Raus und Dietmar Schaube haben im Winter
J osef Raus (v.l.), Michael Kösters, Karin Raus und Dietmar Schaube haben im Winter Foto: fn

Karin Raus schätzte 7,80 Meter, Bärbel Kösters 8,76 Meter, Michael Kösters sechs Meter, Heinz Isermann neun Meter, Theo Bockholt 9,50 Meter und Franz Neugebauer 10,50 Meter. Immer wieder wurde an der Theke von Gudrun Raus über diese Wette gesprochen. Am 8. November 1978 vermerkte sie auf einem Notizzettel die Schätzungen von Franz Jüditz (neun Meter), Ludger Füchter (9,50 Meter) Ewald Raus (8,90 Meter) und Werner Feige (30 Meter).

Irgendwann wollten die Leerer aber wirklich wissen, welchen Höhenunterschied Theo Bockholt vom Dorf bis zu seinem Anwesen zu schaffen hat. Um das herauszufinden, kam Kreisvermessungsamtmann Josef Raus. Mit dem Nivelliergerät, assistiert von Dietmar Schaube und Michael Kösters, machte er sich an die Arbeit. Es war der 30. Dezember 1978 um 14 Uhr. Josef Raus vermerkte auf dem Vermessungsprotokoll, „dass es vier Grad minus waren und Schneetreiben herrschte“.

Alle waren gespannt auf das Ergebnis, das nach zwei Stunden vorlag: Der Höhenunterschied betrug genau 6,35 Meter. Und da die Leerer schon mal mit dem Nivelliergerät unterwegs war, wollte sie gleich noch eine weitere Ungewissheit klären. Im Dorf wurde behauptet, dass die Kirchenglocken von Ss. Cosmas und Damian in Höhe des Wasserkessels am Gehöft von Wolbert an Janning Quelle hingen. Josef Raus hat es später vermerkt: Die Kirchenglocken hängen 76 Zentimeter höher als der Wasserkessel von Paul Wolbert. Und noch eines wurde sozusagen amtlich festgehalten: Der Höhenunterschied zwischen dem Kirchturm von Ss. Cosmas und Damian Erdboden und der alten Küche Wolbert beträgt 15,934 Meter.

Übrigens, die 1978 abgeschlossene Wetter wurde bis heute immer noch nicht eingelöst.

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