Beste Unterhaltung geboten
Kabarett vom Feinsten

Horstmar -

Die Frauenkabarettgruppe „Dietutnix“ trat am Freitag- und Sonntagabend im Vereinshaus der Katharinen auf Einladung des Stadtmarketingvereins „HorstmarErleben“ auf und verschaffte dem Publikum einen tollen Abend.

Montag, 25.11.2013, 13:11 Uhr

Keine kann’s besser! „Dietutnix“, das ist Kabarett vom Feinsten. Politisch, frech und klug. Am Freitagabend waren die fünf Damen, Susanne Anders , Ingrid Helmer , Sabine Hollefeld, Heike Knief und Steffi Windhoff in Horstmar bei den Katharinen-Schützen. In deren Vereinssaal saßen wohl 300 Menschen eng beieinander, mit oder ohne Bier.

Und dann kamen sie: Alle in einem Boot, mit Ingrid Helmers Schlachtruf: „50 Mann auf des toten Manns Kist’.“ Die Zuschauer ahnten es schon, das Element Wasser durchbrach tosend gefährliche Klippen in der Gesellschaft und im Kabarett.

Wer hat das Wasser und wer nicht, und was hat unsere Kleidung, unser Essen damit zu tun? Derlei Fragen wanderten durch die Aufführung und führten nach Indien, in ein Billiglohnland für Baumwollprodukte, die dann in Deutschland verkauft werden.

In die Kritik verpackten „Dietutnix“ auch Kalauer: „Baden tun die doch am Ende des Ganges“. In einer Parodie erscheint Kanzlerin Angela Merkel bei Frau Schousten und veräppelt neugierige Zuschauer, indem sie das Thema Wasser meidet, wie der Teufel das Weihwasser. Aber, versicherte sie (Ingrid Helmer) in schöner Politikmanier, wiederholend: „Deutschland ist auf einem guten Weg“.

Als Sabine Hollefeld als Sportreporterin mit der „Oleg-Popopov-Nummer“ vom Stapel lief, brachen die Lachdämme im Publikum zusammen. Der „Whirlpool to go“ (Susanne Anders, Steffi Windhoff und Sabine Hollefeld) in dem das „Apnoe-Tauchen“ stattfand, diente als Nachbarschaftsklatschtreff. Als „Installateusen“ sorgte die Gruppe dafür, dass sich keine Schlange vor dem Frauenklo bildet und der Song „Wasserklo“, frei nach Abbas “Waterloo, “ wird der nächste Hit. Auch Nixen scheinen Ahnung vom Haushalt und dem Leben zu haben. Da ging es um Ölteppiche, die abgesaugt werden mussten und Weisheiten aus Fernost.

„Fisch hat viel Schuppen, aber keinen Trecker.“ Oder: „Hast Du Zeit, hat er keine Lust. Hast Du Lust, hat er keine Zeit. Hast Du Lust und Zeit, dann hast Du keinen Mann“. Dass Rauchen schädlich ist, weiß jedes Kind, aber dass die Zigarette „danach“ süchtig macht, scheint neu zu sein.

„Dietutnix“ versprühen feinfühlige, subtile, gelegentlich grobe Spritzer von Kritik an Machtverhältnissen, wie menschlichen Gewohnheiten. Dazu kommt ihre scharfe Beobachtungsgabe, wie Frauen und Männer ticken. Trotz ihrer Kürze hallen deren Sprüche nach. Ernsthafte Themen, ungeheuer witzig mit genialem Musikverständnis, singend und tanzend anzugehen, ist Kunst. Zuletzt feierten Publikum und Künstlerinnen in der Zugabe, die wie ein kleines, eigenes Programm erschien, gemeinsam den tollen Abend.

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