Josef Huesmann nimmt Abschied
Ein „kämpferisches Engagement“

Horstmar -

Fast 20 Jahre lang hat der 63-Jährige die Geschicke des St.-Gertrudis-Hauses

Freitag, 07.08.2015, 15:08 Uhr

Was er tun will, nachdem man ihn am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet hat? „Zunächst einmal gar nichts“, sagt Josef Huesmann , der als Heimleiter nahezu 20 Jahre lang die Geschicke des St.- Gertrudis-Hauses in Horstmar lenkte. Dennoch ist er als „alter Pfadfinder“ stets darauf erpicht, Neues zu entdecken und zu erleben.

Mit einem Gottesdienst und einer anschließenden Feierstunde würdigte man seine Verdienste. Für musikalische Zwischenspiele auf der klassischen Gitarre sorgte Romer Avendano.

Vorn auf dem Rednertisch stand eine Art kleines Diorama – ein winziges Modellbahn-Szenario mit Dampflokomotive vor einem Bahnhof. Dies brachte Burkhard Baumann , Geschäftsführer der Trägergesellschaft Domus Caritas gGmbH , als symbolisches Geschenk mit. Er wusste, viel Aufhebens um seine Person und einen „großen Bahnhof“ zum Abschied wollte Huesmann nicht, dafür vielleicht einen ganz kleinen?

„Den Menschen dienen mit der Bibel unter dem Arm“ sei stets das Anliegen des scheidenden Heimleiters gewesen, betonte Baumann. Huesmann sei tief verwurzelt im Glauben und im Evangelium. Zum abwechslungsreichen Ausbildungs- und Arbeitsleben des einstigen Polizisten gehörte auch eine Ausbildung zum Pastoralreferenten.

Seit 1977 steht dem gebürtigen Borghorster seine Ehefrau Monika zur Seite. Sie war ihm treue Begleiterin auch in allen Phasen seines beruflichen Werdeganges, der 1996 in die Leitung des Altenzentrums St. Gertrudis mündete.

„Oft haben Sie Heimbewohner gesegnet, ihnen damit Gottes Nähe und Wohlwollen zugesprochen“, sagte Pfarrdechant Johannes Büll während des Gottesdienstes. „Sie haben sich besonders auch für die Belange der Demenzkranken eingesetzt“, betonte Baumann. Ebenso habe der Leiter das St.-Gertrudis-Haus nach außen ein Stück weit geöffnet. Er konstatierte ein „kämpferisches Engagement“, aber auch weitreichende soziale Kompetenz. Trotz zweier Trägerwechsel habe Huesmann die Kontinuität der Arbeit gewahrt und es sich nie nehmen lassen, selbst Gottesdienste im Hause zu feiern. Der Zusammenarbeit mit der Domus Caritas habe er durch Kooperationsbereitschaft den Weg geebnet.

Doris Pech, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, lobte ebenso die soziale Ader des scheidenden Heimleiters. „Sie lösten Konflikte ganz ruhig und nahmen die Mitarbeiter bei Entscheidungen mit ins Boot“, sagte sie. Grußworte und beste Wünsche für die Zukunft von Seiten der Stadt Horstmar überbrachte Heinz Lölfing, der den im Urlaub weilenden Bürgermeister Robert Wenking vertrat.

Bewohner und Mitarbeiter trugen das Lied „Es ist ein harter Schluss“ vor, das im 19. Jahrhundert von Wanderburschen gesungen wurde, die ihre Wirkungsstätte verlassen mussten.

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