Sexueller Missbrauch in Horstmar?
Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein - Bistum setzt Untersuchungen fort

Horstmar -

Auch wenn die Staatsanwaltschaft Münster das Verfahren gegen den nigerianischen Priester, gegen den wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermittelt worden war, jetzt eingestellt hat, wird das Bistum Münster das innerkirchliche Verfahren fortsetzen. Der Geistliche bleibt bis auf weiteres beurlaubt. 

Montag, 18.07.2016, 15:07 Uhr

Sexueller Missbrauch in Horstmar? : Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein - Bistum setzt Untersuchungen fort
Foto: colourbox.de

„Der Pfarrer wird nicht nach Horstmar zurückkehren“, erklärte Pressesprecher Dr. Stephan Kronenburg am Montag

„Nach der Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft wird das Bistum Münster gegen den Priester nun das innerkirchliche Verfahren, die sogenannte Voruntersuchung, fortsetzen,“ heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums wörtlich. Das bedeute, dass mit dem Beschuldigten und den Beschuldigern noch einmal Gespräche geführt würden, um mehr Klarheit zu bekommen. Möglicherweise würden noch andere Zeugen befragt, um zu erfahren, ob es Hinweise auf ein mögliches Fehlverhalten gäbe, erläuterte Stephan Kronenburg weiter. Die Regeln der Deutschen Bischofskonferenz sähen es vor, dass die Anfangsgespräche fortgesetzt und vertieft würden, um ein klares Bild zu bekommen.

Bischof Genn hat Priester beurlaubt

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, hatte den Geistlichen im Februar beurlaubt, weil gegen ihn Vorwürfe erhoben worden waren , „sexuell intendierte Handlungen“ an einem Kind vorgenommen zu haben. Entsprechend der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz hatte die „Kommission für Fälle des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche“ des Bistums Münster den Fall an die Staatsanwaltschaft in Münster weitergeleitet.

Staatsanwalt erklärt die Einstellung

„Ein sexueller Missbrauch ließ sich nicht nachweisen“, erklärte der Pressesprecher der Staatsanwalt Münster, Stefan Lechtape, am Montag im Gespräch mit den WN, warum das Verfahren eingestellt worden ist. Es ließe sich allerdings feststellen, dass das Verhalten des Priesters gegenüber dem Kind „nicht angemessen und distanzverletzend“ gewesen sei, was jedoch kein Straftatbestand sei.

Wie aus der Pressemitteilung des Bistums Münster weiter hervorgeht, kann gegen die Einstellung des Verfahrens innerhalb von 14 Tagen Beschwerde eingelegt werden.

Hoffnung in St. Gertrudis

„Gut, dass das Ganze einen Schritt weitergekommen ist“, meinte Pfarrdechant Johanners Büll gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Eine Klärung sei äußerst wichtig, denn die lange Ungewissheit wirke auf alle Beteiligten in der Kirchengemeinde St. Gertrudis sehr zermürbend und verunsichernd.

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