Horstmar-Leer
„Das müssen wir ändern“

Horstmar-Leer -

Nur wenn alle Leerer im Dorfladen einkaufen, kann dieser auf Dauer Bestand haben. Das zeigte sich während der Jahreshauptversammlung der Genossenschaft. Dabei appellierten der Vorstand und der Aufsichtsrat nicht nur an die Mitglieder, immer wieder das eigene Einkaufsverhalten zu hinterfragen.

Donnerstag, 25.08.2016, 07:08 Uhr

Hendrik Quandt, Sabine Heidler, Klaus Rüße (v.l.) appellierten an die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung, immer wieder ihre Kaufgewohnheiten zu hinterfragen.
Hendrik Quandt, Sabine Heidler, Klaus Rüße (v.l.) appellierten an die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung, immer wieder ihre Kaufgewohnheiten zu hinterfragen. Foto: fn

„Jede Woche, jeden Monat, das ganze Jahr über müssen wir uns Gedanken machen, wie wir es schaffen, mehr Kunden in den Laden zu holen und pro Kunde mehr Waren zu verkaufen und mit jedem verkauften Artikel möglichst viel Ertrag zu bringen“, machte Klaus Rüße , Vorsitzender des Aufsichtsrates bei der Jahreshauptversammlung des Dorfladens deutlich. 48 stimmberechtigte Mitglieder ließen sich von ihm sowie vom Genossenschaftsvorstand Hendrik Quandt und dem Bankvorstand Ralf Hölscheidt umfassend informieren.

Um es vorweg zu nehmen: Der Dorfladen schloss im Jahre 2015 mit einem Verlust von 5842 Euro ab. Im Jahre 2014 betrug dieser immerhin noch rund 14 600 Euro. Rüße und Quandt machten klar, dass die Lernphase im kleinen Lebensmittelgeschäft nunmehr vorbei sei, man habe an den verschiedensten Stellschrauben zur Verbesserung der finanziellen Situation gedreht.

Hendrik Quandt nannte in diesem Zusammenhang die Senkung der Personalkosten um 13 000 Euro nach teilweise schwierigen Personalgesprächen, allerdings mit der leidigen Nebenwirkung eines deutlich erhöhten Arbeitsaufkommens. Das habe auch zur Unzufriedenheit beim Personal und den Kunden geführt.

Genannt wurden auch die individuelle Festlegung der Verkaufspreise, Senkung der Energiekosten, besondere Frühstücks- und Snack-Angebote, Überarbeitung des Sortiments, besondere Werbemaßnahmen und Rundbriefe.

Gut angenommen wird das monatliche Grillen, an dem sich die örtlichen Vereine verantwortlich beteiligen. „E-Center können wir nicht und wollen wir auch nicht“, betonte Hendrik Quandt. Auch der Dorfladen sei teuer und kostspielig, wenn man immer frische Waren anbieten wolle. Die Preise seien so scharf kalkuliert, dass es irgendwie möglich ist, das Geschäft am Laufen zu halten, fügte er hinzu.

Auf der Kostenseite sei das Einsparpotenzial erschöpft. Der Fokus müsse deshalb darauf gerichtet sein, den Umsatz zu erhöhen und dadurch höhere Erträge zu erzielen, verdeutlichte Klaus Rüße. In Zahlen ausgedrückt: Der Umsatz muss von zur Zeit über 40 000 Euro auf 50 000 Euro im Monat steigen. Dieser Wert wurde im Jahr 2014 erreicht. Der Umsatz sei dann 2015 gegenüber dem Vorjahr sogar um vier Prozent zurückgegangen.

„Wir alle müssen unsere Einkaufsgewohnheiten ändern“, forderte Klaus Rüße im Namen des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Es führe kein Weg daran vorbei, dass alle immer und immer wieder daran denken, erst den Dorfladen anzusteuern bevor das, was es dort nicht gibt, woanders einzukaufen.

Am Ende der Versammlung suchten Sabine Heidler, Klaus Rüße und Hendrik Quandt nach Vorschlägen zur Verbesserung der Kundenfrequenz. Gezielte Ansprache in Leerer Vereinen und Verbänden war ein Vorschlag oder sogar die persönliche Ansprache an der Haustür aber auch die bestimmter Personengruppen. Sabine Heidler berichtete, dass die älteren Leerer Bürger den Dorfladen relativ gut nutzen und auch die unter 25-Jährigen, während die jungen Familien die genossenschaftliche Einrichtung ignorieren. „Das müssen wir ändern.“ Schließlich könne man durchaus seinen großen Wochenendeinkauf im Dorfladen erledigen, abgesehen von besonderen Artikeln.

Der stellvertretende Bürgermeister, Ludger Hummert, dankte Vorstand und Aufsichtsrat für die geleistete Arbeit zum Wohl des Dorfladens. „Ihr seid die Prallböcke für die Kunden aber auch für das Personal“, meinte er.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt wurde und Karin Drerup Antonius Wolbert im Aufsichtsrat ablöst.

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