Horstmar
Stimmungslage bei vielen Traurig und glücklich zugleich

Horstmar -

Viele glückliche, aber auch traurige Gesichter gab es während des Bürgertreffs mit Weihnachtsfeier im Borchorster Hof. Dazu hatte das Team rund um die „komMode“ die Flüchtlinge und Lotsen in den festlich geschmückten Saal des Pfarrzentrums eingeladen. Dort verbrachten die Besucher bewegende Stunden.

Freitag, 16.12.2016, 08:12 Uhr

Über 100 Besucher waren zum Bürgertreff mit Weihnachtsfeier ins Pfarrzentrum Borchorster Hof gekommen.
Über 100 Besucher waren zum Bürgertreff mit Weihnachtsfeier ins Pfarrzentrum Borchorster Hof gekommen. Foto: Franz Neugebauer

Glück und Zufriedenheit, Traurigkeit und Sehnsucht, wohl selten sieht man diese Gefühlsregungen so nah beieinander, wie beim Bürgertreff im Borchorster Hof. Mehr als 100 Flüchtlinge waren der Einladung der „komMode“ gefolgt und verbrachten gemeinsam mit den Lotsen vier bewegende Stunden im Saal bei loderndem Herdfeuer. Es waren Kurden, Syrer, Afghanen, Jesiden, Iraker, Pakistaner und Albaner, die sich dort zu einer vorweihnachtlichen Feierstunde trafen.

„Die tolle Veranstaltung stärkt das Gemeinschaftsgefühl“, stellte der Bürgermeister fest. Man spüre, dass sich viele engagieren und schon ein Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen sei. „Diese Veranstaltung sorgt für Frieden in der Gemeinde,“ zeigte sich Robert Wenking überzeugt.

Agnes Leugermann-Schröder und Dieter Schröder mit der Mannschaft der „komMode“ und die Lotsen hatten den Abend gemeinsam vorbereitet und den Saal festlich geschmückt. Zum Essen und Trinken gab es genügend, ganz nach den Wünschen der Asylanten.

Vor Ort stand dann noch ein geschmückter Tannenbaum mit einer besonderen Funktion. An ihm konnten Kärtchen aufgehängt werden. In den persönlichen Eintragungen der Besucher war fast immer der Wunsch nach Frieden, Gesundheit sowie nach einem aktiven und lebendigen Leben in der Gemeinde zu lesen.

Claudia Berning , die Ehrenamtskoordinatorin in der Stadt Horstmar , erinnerte in ihren Begrüßungsworten an die Geschehnisse des vergangenen Jahres. Es sei geprägt gewesen vom Aufbau von Strukturen und großem Engagement. Die Asylanten hätten Deutsch gelernt, mit der Bürokratie in Deutschland gekämpft und begonnen, ein neues Leben aufzubauen. Bei den monatlichen Bürgertreffs habe man gemeinsam viel erlebt.

„Reden wir mit ihnen, dass sie auch ihre erworbenen Deutschkenntnisse verwenden“, appellierte Claudia Berning an alle, denn es genüge nicht die kurze Begegnung an der Kasse eines Supermarktes.

Die aus fünf Musikern bestehende Gruppe „Bila Hedoud“ (arabisch für „Ohne Grenzen) sorgte mit kurdischen Klängen und deutschem Liedgut für eine besondere Stimmung. Der aufmerksame Beobachter konnte aus den Gesichtern der Asylanten deren Gefühlslagen ablesen. Es waren die strahlenden Augen der Kinder beim Anblick des Weihnachtsbaumes und der weihnachtlich dekorierten Tischs sowie das Lächeln der Erwachsenen beim Zusammentreffen mit den Helfern. Viele herzliche Händedrucke und liebevolle Umarmungen gab es an diesem Abend. Es war aber auch der Schmerz nach dem Verlust der Heimat und Angst um die zurückgebliebenen Angehörigen zu spüren.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4503862?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F171%2F4849370%2F4849371%2F
Nachrichten-Ticker